Nationalpark Cueva del Guácharo, Venezuela

Die Guácharo-Höhle im gleichnamigen Nationalpark beeindruckt seine Besucher mit faszinierender Vegetation und spektakulären Vogelschwärmen, Venezuela - © blmurch CC BY2.0/Wiki
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Die Guácharo-Höhle im gleichnamigen Nationalpark war einst das erste Nationalmonument von Venezuela und beeindruckt seine Besucher mit faszinierender Vegetation und spektakulären Vogelschwärmen.

Wer den Playa Medina besucht, der oft als schönster Strand Venezuelas bezeichnet wird, sollte unbedingt auch dem benachbarten Nationalpark Cueva del Guácharo einen Besuch abstatten.

Die spektakuläre Cueva del Guácharo wurde 1949 zum ersten Nationaldenkmal von Venezuela ernannt und steht seit Mai 1975 als Nationalpark unter Naturschutz. Auch der Urwald rund um die Höhle ist auf einer Fläche von 627 Quadratkilometern streng geschützt und bietet über 350 Vogelarten einen Lebensraum. Neben der Höhle und ihren tierischen Bewohnern sind auch das Humboldt-Museum und die Salto La Paila Pools sehenswert, die rund 20 Gehminuten von der Cueva del Guácharo entfernt zu finden sind.

Guácharos – Höhlenbewohner als Hauptattraktion

Ihre heutige Bekanntheit verdankt die Cueva del Guácharo dem berühmten Entdecker Alexander von Humboldt, der die Höhle 1799 zu Forschungszwecken besuchte. Er war der erste, der die bis dahin unbekannten gefiederten Bewohner entdeckte, die die Cueva del Guácharo zu Tausenden bevölkerten. Nach ihren schrillen Schreien nannte er die kleinen Vögel „guacháros“, zu deutsch „Kreischer“, und verpasste damit in weiterer Folge auch der Höhle und dem Nationalpark ihre Namen.

Die Schwärme der Guácharos sind noch immer die Hauptattraktion des Nationalparks, Venezuela - © TheLilacBreastedRoller CC BY2.0/W
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Die Guácharos tragen heute im Deutschen die biologische Bezeichnung „Fettschwalme“ und sind noch immer die Hauptattraktion des Nationalparks. Mit langen, schlanken Schwingen und eigens geformten Krallen, um sich an vertikalen Oberflächen festzuhalten, sind sie perfekt an das Höhlenleben angepasst. Die nachtaktiven Vögel verlassen am Abend ihre Schlafplätze in riesigen Schwärmen, um draußen auf Futtersuche zu gehen. Während alle anderen Vögel ihrer biologischen Familie Insektenfresser sind, ernähren sich die Guácharos hauptsächlich von Früchten. Zu ihren Lieblingsspeisen gehören die Früchte der Ölpalme, was ihnen den Spitznamen „Ölvogel“ eingebracht hat.

Die bis zu 15.000 Fettschwalme erhalten auch das Ökosystem der Höhle, indem sie mit ihren Exkrementen, dem so genannten „guano“, den Boden düngen. Die darauf entstehenden Pflänzchen bilden die Nahrungsgrundlage für viele Kleinstlebewesen, die ansonsten inmitten der kargen, dunklen Felswände nicht überleben könnten.

Besuch der Cueva del Guácharo

Der Eingang zur Höhle ist ein 50m hohes Loch, welches im Cueva del Guácharo Nationalpark nicht zu übersehen ist, Venezuela - © blmurch CC BY2.0/Wiki
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Die ideale Zeit für einen Besuch des Nationalparks Cueva del Guácharo ist zwischen August und Dezember, wenn die Zahl der Vögel am größten ist. Innerhalb dieser Zeit empfiehlt sich eine Reise aufgrund der geringeren Niederschläge ab Oktober. Von April bis August können die Regenfälle sogar so heftig werden, dass die Höhle nicht mehr betreten werden darf. Die Temperatur in der Höhle beträgt unabhängig von der Jahreszeit etwa 19 °C, was der hohen Luftfeuchtigkeit von knapp 100% aber dennoch als drückend empfunden werden kann.

Der Eingang zur Höhle ist nicht zu übersehen. Inmitten der üppigen Vegetation des Nationalparks ragt unvermittelt ein 50m hohes, rabenschwarzes Loch auf. So eindrucksvoll die Höhle auf den ersten Blick wirken mag, im Gegensatz zu vielen anderen Kalksteinhöhlen auf der Welt erreicht sie eine Länge von lediglich 10 Kilometer. Auf diesen erhält der Besucher aber dennoch einen faszinierenden Einblick in die wundersame Welt aus tropfstein-übersäten Felskammern.

Führungen durch die Höhle dauern rund 90 Minuten und sollten am besten kurz vor Einbruch der Dunkelheit erfolgen. Zwischen 18:30 und 19:00 Uhr ist es meist soweit und die Guácharos verlassen mit rauschenden Schwingen und viel Gekreische ihre Nistplätze. Abgesehen von den gefiederten Bewohnern gehören auch Tropfsteine zu den Hauptattraktionen der Guácharo-Höhle.

Frühaufsteher können ihren Besuch auch in die frühen Morgenstunden legen, denn um etwa 4 Uhr kehren die Fettschwalme wieder zurück. Dann empfiehlt sich allerdings eine Übernachtung in einer der kleinen Lodges, die rund um die Höhle zur Verfügung stehen.