Mérida, Venezuela

Wie in den meisten Großstädten Venezuelas bildet auch in Mérida der Plaza Bolivar den Mittelpunkt der historischen Altstadt - © Joanlink CC BY3.0/Wiki
© Joanlink CC BY3.0/Wiki

Ihre fantastische Gebirgslage, ihr angenehmes Klima und ihre freundliche Atmosphäre machen die Attraktivität der venezolanischen Stadt Mérida aus. Ihre Hauptsehenswürdigkeit, die Teleférico de Mérida, bringt Urlauber sicher und bequem mitten in die Anden.

Mérida, die Stadt in den Anden, ist das touristische Zentrum im Westen von Venezuela und als Studentenstadt bekannt. Hier, mitten zwischen mächtigen Gipfeln, ist die Seele der Anden anzutreffen, denn in keiner anderen venezolanischen Stadt ist die Andenkultur derart stark ausgeprägt. Rund 44.000 Studenten leben und lernen in der hiesigen Universidad de los Andes und verleihen Mérida gemeinsam mit zahlreichen Rucksacktouristen eine jugendlich-freundliche Atmosphäre.

Besucher wissen im großteils hitzegeplagten Venezuela das ganzjährig angenehme Klima und die kühlen Nächte zu schätzen. Dies trägt wohl auch dazu bei, dass Mérida zu Venezuelas Zentrum für Outdoor-Aktivitäten avancierte. Aktivurlauber haben zwischen Wandern, Canyoning, Raften, Mountainbiken und Paragliden, der Spezialität von Mérida, die Qual der Wahl.

Sehenswürdigkeiten von Mérida

Wie in den meisten Großstädten Venezuelas bildet auch in Mérida der Plaza Bolivar mit einer Reiterstatue des berühmten Freiheitskämpfers Simon Bolivar den Mittelpunkt der historischen Altstadt. Hier befindet sich auch der Bischofspalast und an der Westseite thront die barocke Catedral de Mérida, einer eindrucksvollen Kathedrale aus dem frühen 19. Jahrhundert.

Die barocke Catedral de Mérida dominiert die Westseite des Plaza Bolivar in Venezuelas „Stadt in den Anden“ - © The Photographer CC BY-SA3.0/Wiki
© The Photographer CC BY-SA3.0/Wiki

Weitere sehenswerte Gotteshäuser sind die koloniale Karmeliter-Kirche Iglesia del Carmen ganz in der Nähe des Plaza Bolivar von 1866, das älteste Gebäude von Mérida, und die Iglesia del Llano am gleichnamigen Platz, die heute einzige gotische Kirche von Mérida, deren Vorgänger-Kapelle einst das erste hölzerne Kreuz der Stadt beherbergte.

Im Botanischen Garten von Mérida ist die umfangreichste Bromelien-Sammlung von ganz Südamerika zu finden und auch der Eissalon „Heladería Coromoto“, dank seiner 800 Eissorten im Guinness Buch der Rekorde vermerkt, ist einen Besuch wert. Wann hat man schon die Gelegenheit, Knoblauch- oder Forelleneis zu kosten! Es sind aber leider nicht zu jeder Zeit alle Sorten verfügbar (immer nur etwa 100).

Souvenirs kauft man am besten im Mercado Principal, einer Markthalle außerhalb des Zentrums an der Avenida Las Américas. Daneben gibt es aber noch die berühmteste Sehenswürdigkeit von Mérida, die kein Venezuela Urlauber versäumen darf.

Mérida selbst liegt bereits auf 1630 Metern Seehöhe, doch mit der Teleférico de Mérida geht es noch ein ganzes Stück höher hinaus, Venezuela - © Sascha Grabow CC BY-SA3.0
© Sascha Grabow CC BY-SA3.0

Von Mérida in die Anden – die Teleférico de Mérida

Mérida selbst liegt bereits auf 1630 Metern Seehöhe, doch mit der Teleférico de Mérida geht es noch ein ganzes Stück höher hinaus. Die bis 2008 höchste Seilbahn der Welt bringt Touristen vom Stadtzentrum bis auf den 4.765 Meter hohen Pico Espejo und damit mitten in die Gletscher der Anden. Mittlerweile führt die Dagu Glacier Gondola in China mit 4.843 Metern noch etwas höher ins Gebirge. Am Pico Espejo werden die Passagiere von einer 2,5m hohen Marienstatue, der schneeweißen Virgen de las Nieves, begrüßt. Im Jahr 2015 wurde die Teleférico de Mérida mit neuen Gondeln der österreichischen Firma Doppelmayr ausgestattet.

Im Jahr 2015 wurde die Teleférico de Mérida in Venezuela mit neuen Gondeln der österreichischen Firma Doppelmayr ausgestattet - © Jean Matheis CC BY-SA4.0/Wiki
© Jean Matheis CC BY-SA4.0/Wiki

Tipp: Die Fahrt mit der Teleférico de Mérida führt über insgesamt 4 Stationen. Spätestens an der dritten sollte eine kurze Rast eingelegt werden, damit sich der Körper an die Höhe gewöhnen kann.

Die Talstation liegt am vom Plaza Las Heroínas, dem „Platz der Heldinnen“, der an fünf Unabhängigkeitskämpferinnen aus Mérida erinnert. Den Höhenunterschied von über 3.000 Metern überbrücken die Gondeln der Seilbahn auf einer Länge von 12 Kilometern, was die Teleférico de Mérida auch zur zweitlängsten Seilbahn der Welt macht. Von den insgesamt vier Stationen bieten sich unvergessliche Panoramablicke auf den „schlafenden Riesen“ El Gigante Dormido direkt über der Stadt, den 4.922 Meter hohen Pico La Concha und den schneebedeckten Pico Bolivar, den mit 4.981 Metern höchsten Berg von Venezuela. Sein Gipfel ist scheinbar zum Greifen nah, doch ein Gipfelsturm würde rund 6 Stunden in Anspruch nehmen.

Von Dezember bis Februar ist die Chance am größten, auf der Fahrt mit der Seilbahn von Mérida nicht völlig in Nebel eingehüllt zu sein, Venezuela - © Luisdmu96 CC BY-SA4.0/Wiki
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Tipp: Von Dezember bis Februar ist die Chance am größten, am Pico Espejo nicht völlig in Nebel eingehüllt zu sein. Für gute Sicht am besten so früh wie möglich aufbrechen.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Mérida

Touristen nutzen die Stadt als Basislage für Ausflüge in die Anden, denn die Sehenswürdigkeiten des historischen Mérida füllen etwa einen Tag. In der Umgebung liegen die Nationalparks Sierra Nevada und La Culata, mehrere idyllische Bergseen und das sehenswerte Hotel Los Frailes, das auf 3.100 Metern Seehöhe im 17. Jahrhundert als Kloster errichtet worden war und immer noch über einen Glockenturm verfügt.