Panzerschiff Admiral Graf Spee – Montevideo, Uruguay

Einige Wrackteile des Panzerschiffes Admiral Graf Spee sind im Hafen von Montevideo ausgestellt, hier der Entfernungsmesser, Uruguay - © Tano4595 CC BY-SA2.5/Wiki
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Das Panzerschiff Admiral Graf Spee ist ein deutsches Kriegsschiff aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, dessen ausgebranntes Wrack in knapp 30 Meter Tiefe vor der Küste Montevideos, der Hauptstadt Uruguays liegt. Nach einer erfolgreichen Kaperfahrt durch den Atlantischen und Indischen Ozean musste es sein Kapitän auf tragische Weise selbst versenken.

Das Panzerschiff Admiral Graf Spee ist ein deutsches Kriegsschiff aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, dessen ausgebranntes Wrack in knapp 30 Meter Tiefe vor der Küste Montevideos, der Hauptstadt Uruguays liegt.

Das gewaltige Panzerschiff erhielt seinen Namen zu Ehren des Vizeadmirals Maximilian von Spee, Befehlshaber über die Ostasien-Truppen im Ersten Weltkrieg. Nach 21 Monaten Bauzeit wurde die Admiral Graf Spee am 30. Juni 1934 bei der Reichsmarinewerft im deutschen Wilhelmshaven vom Stapel gelassen. Das Flaggschiff der deutschen Kriegsmarine war besser ausgerüstet als andere Schiffe und das erste deutsche Schiff mit einem Radargerät. In einem Umkreis von 25km konnte es andere Schiffe orten.

Geschichte des Graf-Spee-Panzerschiffes

Die Reise ging los als sich das Schiff am 21. August 1939 im Atlantik auf die Lauer legte. Etwa ein Monat später, kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, kam der offizielle Auftrag an den 45jährigen Kapitän Hans Langsdorff, so viele britische Handelsschiffe wie möglich zu kapern und zu versenken. Bis zum 7. Dezember gelang dies der Besatzung der Admiral Graf Spee im Atlantischen und Indischen Ozean insgesamt neun Mal. Aufgrund der modernen Ortungsgeräte an Bord konnte die Admiral Graf Spee wie ein Geisterschiff in voller Fahrt aus dem Nebel auftauchen und anschließend ebenso schnell wieder verschwinden.

Die feindliche Übernahme ging dabei laut strengem Kodex immer beinahe friedlich vom Stapel. Die britischen Frachter wurden mit einem Schuss vor den Bug zum Stopp gezwungen, anschließend wurde die gesamte Besatzung als Kriegsgefangene äußerst gastfreundlich an Bord genommen und ihr Schiff versenkt. Durch die Überfälle gab es unter den über 300 gekaperten britischen Seeleuten nicht ein einziges Todesopfer, die Gefangenen wurden mit dem Trossschiff Altmark nach Deutschland gebracht. Die Briten waren ob dieser mystischen Gefahr auf See ziemlich ratlos.

Bis ein britisches Kreuzgeschwader unter Kommodore Henry Harwood Funksprüche der gekaperten Schiffe auffing. Daraus konnte errechnet werden, dass das mächtige Panzerschiff offenbar auf die Küste Uruguays zulief. Drei britische Kreuzer wurden an der Mündung des Río de la Plata stationiert und tatsächlich tauchte der mystische Panzerkreuzer am 13. Dezember aus dem Dunst auf. Das Feuer wird eröffnet und die Admiral Graf Spee schlägt die erste Seeschlacht des Zweiten Weltkrieges. 20 schwere Treffer musste das Kriegsschiff einstecken, 36 Mann wurden getötet und über 50 schwer verwundet. Die Schäden können auf See nicht repariert werden, das Schiff muss in den neutralen Hafen Uruguays einlaufen. Noch in derselben Nacht beginnt Langsdorff mit den Behörden Montevideos zu verhandeln. Diese sind jedoch wirtschaftlich von den Briten abhängig und halten den Kapitän hin. Der britische Botschafter in Montevideo wird ebenfalls tätig. Er überzeugt die Behören, Langsdorff nur eine Liegenschaft von 72 Stunden zu gewähren, zu wenig für eine vollständige Reparatur und streut gleichzeitig Gerüchte, dass ein britisches Kampfgeschwader auf dem Weg nach Río de la Plata ist.

Die spannenden Ereignisse werden über Radio live in die gesamte Welt übertragen. Am 17. Dezember muss die Admiral Graf Spee also ihren Anker lichten. Nur der Kapitän und 40 Mann sind an Bord. In der scheinbar aussichtslosen Lage gehen auch sie von Bord und die Admiral Graf Spee wird von einer gewaltigen Explosion zerrissen. Der Kapitän hat über 300 Granaten gezündet und sein Schiff selbst versenkt, bevor es in die Hände der vermeintlichen britischen Streitkräfte fallen konnte. Nur wenige Stunden nach der Explosion hält der Kapitän eine letzte Ansprache an seine Besatzung, danach legt er sich in einer Kammer auf die Fahne seines Schiffes und erschießt sich. Der Panzerkreuzer brannte drei Tage lange bevor er sich in der eisigen Tiefe vor Montevideo zur Ruhe legte. Heute ist die Stelle durch eine schwarze Boje gekennzeichnet.

Überbleibsel der Admiral Graf Spee

Einige Teile des mächtigen Schiffes wurden bereits geborgen, so zum Beispiel ein 400kg schwerer Adler mit einem Hakenkreuz, der das Heck des Schiffes zierte, der Anker, der in einem Denkmal am Hafen Montevideos ausgestellt ist sowie der gewaltige 27 Tonnen schwere gepanzerte Entfernungsmesser. Für die vollständige Bergung des stolzen Panzerkreuzers fehlen zurzeit die finanziellen Mittel.


Kinofilm

1956 wurde die Geschichte des Kriegsschiffes unter dem Titel „Panzerschiff Graf Spee” verfilmt, der amerikanische Filmemacher und Regisseur James Cameron, der auch bereits mit „Titanic” die Geschichte eines berühmten und tragisch gescheiterten Schiffes erzählt hat, plant einen Tauchgang in die eisige Tiefe vor Montevideo.