Naturschutzgebiet Zentral-Surinam, Surinam

Im kaum besuchten Naturschutzgebiet Zentral-Surinam kann der scheue Jaguar noch ungestört auf die Jagd gehen - © Mikadun / Shutterstock
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Das Naturschutzgebiet Zentral-Surinam ist das größte von Surinam und umfasst eine Vielzahl von Ökosystemen von Regenwäldern bis Bergketten. Für Touristen erschlossen ist nur der nördliche Teil, beliebte Ziele sind die Raleigh Wasserfälle und der 250m hohe granitene Voltzberg.

In der Provinz Sipaliwini von Surinam, im Norden von Südamerika gelegen, stellt das Naturschutzgebiet Zentral-Surinam eines der wichtigsten Regenwaldschutzgebiete Südamerikas dar. Wie der Name schon sagt, liegt es im Zentrum des Landes und ist mit einer Fläche von 16.000km2das bei weitem größte Schutzgebiet in Surinam. Im Jahr 2000 wurde das Naturschutzgebiet Zentral-Surinam in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Das Schutzgebiet wurde 1998 durch die US-amerikanische Umweltorganisation „Conservation International” in Zusammenarbeit mit der Regierung von Surinam gegründet und entstand durch den Zusammenschluss dreier in den 1960ern gegründeten Schutzgebiete, dem Raleighvallen im Norden, dem Tafelberg-Naturschutzgebiet in der Mitte und dem Eilerts-de-Haan-Gebirge-Schutzgebiet im Süden. Es stellte heute eine der wenigen Schutzgebiete im Amazonasgebiet dar, welches von Menschen weder bewohnt noch genutzt wird.

Atemberaubende Vielfalt von Zentral-Surinam

Durch seine Ausdehnung über etwa 10% des Staatsgebietes von Surinam umfasst das Zentral-Surinam Naturschutzgebiet eine Vielzahl an Ökosystemen. Die Flusslandschaft des Coppename wird innerhalb seiner Grenzen ebenso geschützt wie Regenwälder, Savannen, Sumpflandschaften, Tiefebenen und Gebirgszüge. Unter anderem befindet sich auch der Julianatop im Wilhelminagebirge, der mit 1.230 Metern höchste Berg von Surinam, im Naturschutzgebiet. Eine weitere herausragende Erhebung ist der Tafelberg zwischen dem Wilhelminagebirge und der Emmakette. Er erreicht eine Höhe von gut 1.000 Metern und beeindruckt durch seine 500m fast senkrecht abfallenden Flanken, die ein dreieckiges Plateau von etwa 10km Länge begrenzen.

Aus der scheinbar undurchdringlichen Decke des Regenwaldes ragen immer wieder granitene Inselberge auf, die durch die pralle Sonne, der sie ausgesetzt sind, eigene kleine Biotope mit ganz speziellen Pflanzenarten geschaffen haben. Der bekannteste dieser Granitfelsen ist der knapp 250m hohe Voltzberg.

Flora und Fauna im Naturschutzgebiet Zentral-Surinam

Die unterschiedlichen Landschaftstypen bieten einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen einen geschützten Lebensraum. An die 6.000 verschiedenen Pflanzenarten gedeihen im Zentral-Surinam-Schutzgebiet. Die Bandbreite der Baumarten reicht von südländischen Palmen in den Tiefebenen bis zu 50m hohen Baumriesen im Regenwald, die ihre ausladenden Kronen aus dem dichten Unterholz aus Farnen und Moosen der Sonne entgegenstrecken. Durchstreift werden die Wälder von 160 Säugetierarten, unter anderem dem scheuen Jaguar, dem behäbigen Riesengürteltier, dem quirligen Riesenotter sowie Tapiren und Faultieren. Die Baumkronen werden von 8 verschiedenen Affen- und an die 400 Vogelarten beherrscht, darunter der bedrohte leuchtend orange Felsenhahn.

Unter den 500 Vogelarten der Rupununi-Savanne lebt auch der auffällig gefiederte Felsenhahn, Guyana - © worldswildlifewonders/Shutterstock
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Besuch des Naturschutzgebietes Zentral-Surinam

Das Zentral-Surinam-Naturschutzgebiet ist noch immer nicht zu 100% erforscht, die ganze Vielfalt der Flora und Fauna daher noch nicht bekannt. Um das Naturschutzgebiet so ursprünglich wie möglich zu halten, ist es auch für Besucher kaum erschlossen. Lediglich das im Norden gelegene ehemalige Raleighvallen-Naturreservat verfügt über eine Infrastruktur für das Park Management. Es gibt jedoch Pläne, das gesamte Schutzgebiet zu erschließen.

Erreicht werden kann das Raleighvallen-Naturreservat mit dem Auto und danach weiter auf dem Coppename. Von Surinams Hauptstadt Paramaribo aus sind es etwa 180km nach Süden bis Bitagron, von wo aus es 4-5- Stunden mit dem Boot bis zur Foengo Insel weitergeht, wo sich das Hauptquartier des Reservats sowie zwei Gästehäuser befinden. Von dort kann man die üppigen Regenwälder über einige Wanderwege erkunden, die zu den schönsten Plätzen des Naturreservats, darunter auch der Voltzberg und der Raleigh-Wasserfall, führen. Auch die kleinen Landebahnen des Naturschutzgebietes sind durch Dschungelpfade mit der Foengo Insel verbunden.

Der Weißkopfsaki bevölkert mit 7 weiteren Affenarten die Baumwipfel im Naturschutzgebiet Zentral-Surinam - © Kjersti Joergensen / Shutterstock
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Das Zentral-Surinam-Naturschutzgebiet ist alles andere als gut besucht. Hauptsächlich Forscher und Wissenschaftler frequentieren die üppigen Regenwälder. Hin und wieder verirren sich auch abenteuerlustige Individualreisende in die wildromantische Landschaft und in der Trockenzeit im Februar, März und September bis November werden 4-Tages-Touren auf den granitenen Voltzberg angeboten. Alles in allem kommen jährlich etwa 1.000 Besucher in das Zentral-Surinam-Naturschutzgebiet.

Die surinamische Naturschutzorganisation Stichting Natuurbehoud Surinam (STINASU) ist für Entwicklung und Marketing des Naturschutzgebietes zuständig und soll dies nun ändern. In der Nähe der Rudi Kappel- und Kayser-Landebahnen wurden weiter Unterkünfte für Besucher geschaffen, weiterer Ausbau ist in Planung.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite des Naturschutzgebietes Zentral-Surinam (englisch)