Naturparadies Islas Ballestas, Peru

Beim Kampf um den besten Rastplatz kann es zwischen den Seelöwen der Islas Ballestas schon etwas ruppiger werden, Peru - © flog / franks-travelbox
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Auf der Inselgruppe Islas Ballestas vor der Südküste Perus tummeln sich possierliche Pinguine, lärmende Seelöwen und tausende Seevögel, die die zerklüfteten Felsen wie eine fedrige Decke überziehen.

Die Inselgruppe der Islas Ballestas vor der Südküste von Peru ist ein fantastisches Naturparadies, das auch „das kleine Galapagos” genannt wird. Dieser Bezeichnung machen die felsigen Inseln mit ihren unzähligen tierischen Bewohnern alle Ehre.

Die Islas Ballestas bestehen aus drei Inseln, der Ballestas Norte, Centro und Sur und stehen auf einem Gebiet von 7.200 Hektar inklusive zweier Seemeilen unter Naturschutz. Sie liegen etwa 18km von der Fischer- und Feriensiedlung Paracas auf der gleichnamigen Halbinsel entfernt.

BILDER: Nationalpark Islas Ballestas

Besuch der Islas Ballestas

Eine Bootsfahrt zum „Galapagos der armen Leute” ist ein Muss für jeden Reisenden, der im Süden von Lima und Pisco unterwegs ist! Startpunkt ist die Anlegestelle des Paracas-Nationalparks, der jeweils vormittags verlassen wird. Bereits hier, im Hafen von Paracas, warten die ersten Pelikane auf Abfälle der ankommenden Fischer. Ausgerüstet mit Schwimmwesten geht es dann in motorisierten Schlauchbooten ab aufs Meer. Eine Tour zu den Islas Ballestas dauert mit Besichtigung und Retourfahrt an die 2 Stunden.

Tipp: Auf dem Boot bläst unablässig der Wind, daher unbedingt an wetterfeste Kleidung denken. Eine Kopfbedeckung schützt übrigens nicht nur vor Wind, Gischt und Sonne, sondern auch vor einer etwaigen Vogelkot-Attacke! Auch ein Feldstecher oder ein gutes Tele-Objektiv können als Ausrüstung nicht schaden!

El Candelabro

Schon auf der Fahrt gibt es die erste Sehenswürdigkeit. Da taucht nach der Playa San Martín an einem Hang auf der linken Seite der so genannte „Candelabro” auf. Dieses seltsame Gebilde erinnert an einen Kerzenleuchter (daher der Name) und ist 128m hoch und 78m breit. Bis heute weiß man – ähnlich wie bei den nahe gelegenen Nazca-Linien – nicht, wie oder warum dieser überdimensionale Dreizack in den Hügel gezeichnet wurde.

Der „El Candelabro“ wurde zwischen Paracas und den Islas Ballestas an der Südküste Perus an einen Hang gezeichnet – keiner weiß, wann, wie oder warum - © flog / franks-travelbox
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Etwa 10min später tauchen die Umrisse der Islas Ballestas aus dem ewigen Nebel vor Perus Südküste auf.

Tierreichtum der Islas Ballestas

Beim Anblick der unglaublichen Anzahl an Tieren verschlägt es jedem Betrachter erst einmal die Sprache. Die felsigen Inseln sind mit flatternden, schnatternden und bellenden Vertretern des Tierreichs geradezu übersät. Auch die Luft um die zerklüfteten Inseln ist von schwirrenden Linien und wogenden Wolken erfüllt.

Die eindeutige dominierende Tierart auf den Islas Ballestas sind die schwarz-weißen Guano- oder Perutölpel. Die Ausscheidungen der hunderttausenden Vögel, „guano” genannt, eignen sich ideal als natürlicher Dünger und machten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Exportprodukt einen Großteil der regionalen Wirtschaft aus. Mittlerweile ist Guano allerdings längst durch Chemie-Dünger ersetzt und den zerklüfteten Inseln bleibt als Wirtschaftsfaktor nur noch der Tourismus. Der Vogelkot wird dennoch abgetragen – alle 5-6 Jahre fällt eine Schicht von unglaublichen 4 Metern an!

Seelöwen räkeln sich auf den rauen Felsen der Islasl Ballestas vor der Küste Perus und trocknen ihr Fell - © flog / franks-travelbox
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Gelangt man näher an die Insel heran, tauchen die nächsten Bewohner auf. Seelöwen tummeln sich in rauen Mengen, sowohl im Wasser als auch auf den Felsen. Die possierlichen Tiere haben alle Scheu vor den Besuchern in ihren Booten verloren und dösen seelenruhig auf den Felsen oder am Kiesstrand. Andere streiten um die besten Plätze und veranstalten dabei einen ohrenbetäubenden Lärm, der jedem Wolfsrudel Konkurrenz macht.

Über tosenden Wellen fliegen die mit leuchtend roten Schnäbeln und Füßen auffällig gefärbten Inka-Seeschwalben in den Seegrotten der Islas Ballestas aus und ein und Kormorane oder die stattlichen Chile-Pelikane thronen auf den Felsen und putzen ihr Gefieder. Hin und wieder verirrt sich auch einer der seltenen Blaufußtölpel auf die Islas Ballestas, die eigentlich auf den Galapagos-Inseln heimisch sind.

Die tierischen Bewohner der Islas Ballestas lassen sich von den Ausflugsbooten kaum beirren, Peru - © flog / franks-travelbox
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Mit etwas Glück erhascht man sogar einen Blick auf die seltenen Humboldt-Pinguine, die mit knapp 70cm zu den kleinsten Pinguinen der Welt zählen. Die Boote werden außerdem manchmal von Delfinen oder Fischschwärmen begleitet und an manchen Tagen macht sich sogar der eine oder andere Grauwal mit seiner Fontäne bemerkbar.

Weiterführende Links:

Infos zu den Islas Ballestas auf der Tourismus-Website von Paracas inkl. Preise und Touren (englisch)