Lehmstadt Chan Chan, Peru

Die Lehmstadt Chan Chan („Sonne Sonne“ in der Sprache der Chimú) entstand ca. um 1300, Peru - © Chris Howey / Shutterstock
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Die Lehmstadt Chan Chan befindet sich an der Pazifikküste Perus und war einst die Hauptstadt des Chimú-Reiches. Zu ihrer Blütezeit eine der größten Städte der Welt beeindruckt Chan Chan vor allem durch seine faszinierende Stadtplanung und die kunstvoll verzierten Bauten, die zu hundert Prozent aus Lehm errichtet wurden.

Die Lehmstadt Chan Chan („Sonne Sonne” in der Sprache der Chimú) an der Pazifikküste Perus entstand etwa um 1300 und fungierte als Hauptstadt des Chimú-Volkes. Die gewaltigen Bauten aus Lehm wurden 1986 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

Lehmstadt Chan Chan

 

Mitten in der Sandwüste Perus taucht diese beeindruckende Stadt auf, eine der größten, die aus Lehm errichtet wurden und vor der Entdeckung Amerikas auch eine der größten Südamerikas. Sie war im Dreieck angelegt und von bis zu 20m hohen Mauern umgeben. Ihre Fläche erstreckt sich noch heute über knapp 30km2.

In ihrer Blütezeit zählte Chan Chan höchstwahrscheinlich an die 60.000 Einwohner, die trotz ihrer scheinbar ärmlichen Lehmbauten ein beträchtliches Vermögen an Gold, Silber und Keramik angehäuft hatten. Die Inkas bissen sich an den Chimú die Zähne aus, ihre Hauptstadt konnte im Jahr 1470 nur erobert werden, nachdem sie einen durch die Oase fließenden Fluss umleiteten und Chan Chan von der Wasserversorgung abschnitten.

In ihrer Blütezeit zählte die Lehmstadt Chan Chan höchstwahrscheinlich an die 60.000 Einwohner, Peru - © Michael Zysman / Shutterstock
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Die Eroberung der Inkas führte zwar nicht zur Zerstörung der spektakulären Lehmbauten, stürzte Chan Chan jedoch in die Bedeutungslosigkeit. Die endgültige Vernichtung der Chimú folgte erst im 16. Jahrhundert durch die Spanier, nach der Entdeckung von Chan Chan durch den Eroberer Francisco Pizarro. Ihre atemberaubende Stadt aus Lehm ist heute noch sichtbar.

Lehm wohin das Auge blickt

Die mächtigen Lehmbauten sehen sich seit einigen Jahren einer neuen Gefahr gegenüber. Durch den Klimawandel wird das Wetterphänomen El Niño immer stärker, die starken Stürme und der Regen wirken negativ auf die empfindlichen Bauten an Perus Küste ein. Mittlerweile reicht die ursprüngliche Konservierung mit einer Glasur, die gegen den Regen schützt nicht mehr aus, gegen die heftigen Stürme mussten vor allem für die kleineren Bauten Stahlgerüste her.

Dies ist auch der Grund, warum Chan Chan im Prinzip seit der Ernennung zum Kulturerbe durch die UNESCO auch gleich auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes zu finden ist. Zurzeit bereiten den Verantwortlichen der steigende Grundwasserspiegel und illegale Ansiedlungen in den jahrhundertealten Bauten die größten Sorgen.

Von Touristen besichtigt werden kann der so genannte Tschudi-Bereich, benannt nach dem Schweizer Forscher Johann Jakob von Tschudi, Lehmstadt Chan Chan, Peru - © Michael Zysman / Shutterstock
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Gegen den Verfall abgeschirmt und von Touristen besichtigt werden kann der so genannte Tschudi-Bereich, benannt nach dem Schweizer Forscher Johann Jakob von Tschudi. Hier bieten sich den staunenden Augen der Betrachter immer noch prächtige Festsäle mit atemberaubenden Verzierungen, Symbolen aus der Tierwelt und geometrischen Mustern in den Lehmwänden. Wie in jedem der 9 autonomen Bezirke Chan Chans gab es auch hier einen eigenen Herrscher, der wie ein König verehrt wurde. Die Grabbeigaben enthielten wertvolle Juwelen, keramische Kunstgegenstände und sogar Skelette von jungen Frauen.

Die gesamte Fundstätte ist noch immer nicht vollständig kartiert, die archäologische Erforschung steckt erst in ihren Anfängen. Die Wissenschafter müssen sich jedoch, ebenso wie die Besucher beeilen, denn schon bald kann die atemberaubende Stadt im wahrsten Sinne des Wortes vom Winde verweht sein.