Isla Taquile im Titicaca-See, Peru

Peruanische Männer auf der Insel Taquile Im Titicaca-See, Peru - © Jarno Gonzalez Zarraonandia / Shutterstock
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Die Isla Taquile liegt malerisch mitten im tiefblauen Wasser des Titicaca-Sees, des höchstgelegenen Gewässers der Welt. Ihre Einwohner organisieren sich völlig autonom, es gibt keine Polizei und der Tourismus ist auf diesem idyllischen Eiland streng reglementiert.

Im Titicaca-See, Südamerikas zweitgrößtem See und dem höchstgelegenen Gewässer der Welt, befinden sich auf peruanischem Staatsgebiet einige malerische Inseln inmitten des tiefblauen Wassers zwischen Peru und Bolivien.

Die Insel Taquile, oder Intika in Quechua, der Sprache der Inka, liegt im peruanischen Teil des Titicaca-Sees ca. 45km von der Küstenstadt Puno entfernt. Etwa 5km lang und knapp 2km breit erhebt sie sich etwa 200 Meter über die Wasseroberfläche des Titicaca-Sees. Nachdem dieser jedoch schon auf über 3.800 Meter liegt, befindet sich die höchste Erhebung Taquiles auf 4.050 Meter über dem Meeresspiegel.

Blick von der 5km langen und knapp 2km breiten Isla Taquile über die Wasseroberfläche des Titicaca-Sees in Peru - © Goodluz / Shutterstock
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Auf zwei Berggipfel liegen Ruinen, die wahrscheinlich noch aus der Tiwanaka-Kultur etwa 800 nach Christus stammen. Neben dem streng reglementierten Tourismus (es gibt keine Hotelanlagen, die jährlich etwa 40.000 Touristen werden in Privathäusern untergebracht) leben die Einheimischen von Fischfang und Terrassenackerbau, auf den Feldern werden hauptsächlich Kartoffeln kultiviert.

Taquile war eine der letzten Gebiete Perus, die durch die Spanier erobert werden konnte. Die unbewohnt geglaubte Insel in der atemberaubenden Kulisse wurde einem gewissen Adeligen namens Taquile verkauft (der genaue Name wurde unterschiedlich überliefert), woher Intika auch ihren spanischen Namen erhielt.

Panoramablick über die Terassen der Insel Taquile im peruanischen Teil des Titicaca-Sees, Peru - © ckchiu / Shutterstock
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Den Einwohnern wurde verboten, ihre eigene Kleidung zu tragen, die spanischen Bauerngewänder von damals haben sie bis heute beibehalten und mit prächtigen Farben verschönert. An ihren bunten Röcken erkennt man übrigens, ob Frauen noch zu haben sind, Ehefrauen tragen schwarze Röcke. In den 1930ern wurde Taquile als Gefängnisinsel genutzt, 1937 wurde sie von den Taquileños wieder zurückgekauft und gehört seither ihren rechtmäßigen Besitzern. Die etwa 2.000 Einwohner sprechen alle Quechua, die jüngeren auch Spanisch.

Keine Polizei: Auf Taquile gibt es keine Polizeieinheit, die Taquileños leben nach den uralten Geboten der Inka „Ama suwa, ama llulla, ama gilla”, „Nicht stehlen, nicht lügen, nicht faul sein” und organisieren sich erfolgreich selbst.

Blick durch einen Torbogen auf der Insel Taquile auf den Titicaca-See, Peru - © Neale Cousland / Shutterstock
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Am 25. Juli findet jährlich zu Ehren ihres Schutzpatrons die farbenprächtige Fiesta de Santiago statt, auch die Kunsthandswerksmesse Feria artesanal wird zu diesem Zeitpunkt abgehalten. Besucher können im Zuge dessen die weltweit bekannten Handwerkskünste der Taquileños bestaunen, die sogar in die UNESCO-Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen wurden. Vor allem im Weben, Stricken und Spinnen sind die Taquileños innerhalb von Peru ungeschlagen. Die gestrickten Textilprodukte werden übrigens hauptsächlich von Männern, bereits ab 8 Jahren, erzeugt, Spinnen und Weben obliegt den Frauen.

Kurios: Auf der Insel Taquile sind Hunde und Katzen verboten, da sie allgemein als Delikatesse gelten. Wer sie als Haustiere halten will, benötigt eine eigene Genehmigung.

Tipp: Die Insel Taquile wird von den meisten Touristen um 14 Uhr wieder verlassen, wer sich also für eine Übernachtung bei einer der Taquileño-Familien entschließt, erhält interessanten Einsichten in das Leben auf der Insel.

Weiterführende Links:

Detailinfos über Taquile inklusive Tourangebote (spanisch/englisch)