Huascarán Nationalpark, Peru

Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Blanca auf über 4.000 Meter im Nationalpark Huascarán, Peru - © Rechitan Sorin / Shutterstock
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Der Huascarán Nationalpark zählt zu den schönsten des peruanischen Hochlandes. Seine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt auf 4.000 bis 6.000 Meter Höhe kann auf außerordentlich gut erschlossenen Pfaden erkundet werden.

Der Nationalpark Huascarán liegt in Peru in den schneebedeckten Gipfeln der Cordillera Blanca auf über 4.000 Meter Höhe und umfasst eine Fläche von 3.400km2. Seinen Namen erhielt der Nationalpark vom mächtigen Gipfel Huascarán, mit knapp 7.000 Metern der höchste Berg Perus und vierthöchste Berg auf dem südamerikanischen Kontinent. Seit 1985 zählt der Nationalpark Huascarán zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Riesenhafte Bromelie

Der heimliche Star des Nationalparks in den peruanischen Anden trägt den klingenden Namen „Puya raimondii”, eine spektakuläre Bromelie und eine der seltensten Pflanzen der Welt. Das rekordbrechende Gewächs mit den spitz zulaufenden Blättern und den ihren tausenden farbenfrohen Blüten wird bis zu 100 Jahre alt und bis zu 10 Meter hoch. Über die Jahre entwickelt die Bromelie einen phallusartigen Blütenstand, der mit bis zu 8 Metern Höhe der größte der Welt ist. Puya raimondii gilt als natürliches Wahrzeichen Perus.

Bemerkenswerte tierische Bewohner des Nationalparks sind der stolze Andenkondor und über 100 andere, darunter bedrohte, Vogelarten, scheue Pumas und Jaguare auf der Jagd nach den lama-artigen Vikunjas, kuschelige Colocolos, auch bekannt unter „Pampaskatze” und der markant gezeichnete Brillenbär, Südamerikas einzige Bärenart und der letzte überlebende der so genannten Kurzschnauzenbären.

Unterwegs im Huascarán Nationalpark

Die Berggipfel Huascaran Norte (6655m) und Huascaran Sur (6768 m) im Nationalpark Huascaran, Peru - © Rechitan Sorin / Shutterstock
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Die beste Reisezeit für den Huascarán Nationalpark sind die Monate Mai bis Oktober, wenn die feuchten Winde aus dem Amazonasbecken nicht mehr ständigen Regen bringen und das Thermometer zumindest tagsüber auf 25°C klettert. In der Nacht kann es jedoch auch an sonnigen Tagen empfindlich kalt werden. Temperaturen um den Gefrierpunkt sind keine Seltenheit, in größeren Höhenlagen sogar darunter.

Die große Höhe des Nationalparks zieht natürlich Bergsteiger aus aller Welt an, die ihre Hochexpeditionen meist von der Stadt Huaraz aus starten. Die Vielzahl der Abenteurer drohte der Natur zu schaden, was im Jahr 1975 gemeinsam mit dem Bestreben, die einzigartige Landschaft und Heimat vieler Tiere und Pflanzen zu erhalten, zur Gründung des Nationalparks führte. Der Eintritt ist kostenpflichtig.

Die vielfältige Landschaft des Huascarán Nationalparks beinhaltet über 650 Gletscher, knapp 300 Seen und über 40 Zuflüsse zu Perus drei größten Strömen Santa, Pativilca und Marañón. Die Möglichkeit, ohne großartige Erfahrungen in alpinem Gelände auf 6.000 Meter Seehöhe zu spazieren, ist sicher eine der attraktivsten, die der Huascarán Nationalpark bietet. Die einzigartige Berglandschaft und die wildromantischen Täler können von jedermann erkundet werden. Die Bandbreite reicht dabei von einfachen Tageswanderungen bis hin zu mehrtägigen Trekkingtouren, die allein schon wegen der großen Höhe ziemlich anstrengend sind und eine ausgezeichnete körperliche Verfassung voraussetzen.

Die Infrastruktur im Nationalpark ist nahezu hervorragend. Besucherzentren informieren über den Nationalpark und seine Flora und Fauna, das gut ausgebaute Straßennetz ist optimal beschildert und durch Campingplätze ist auch innerhalb des Nationalparks für Übernachtungsmöglichkeiten gesorgt.

Weiterführende Links:

Genaue Beschreibung des Anfahrtsweges über die Panamericana und mögliche Touren durch den Huascarán Nationalpark