Huacas de Moche (Moche-Tempel) bei Trujillo, Peru

Die Huacas de Moche liegen nur 5km südlich von Trujillo, die prachtvollen Wandmalereien im Mondtempel sollte sich niemand entgehen lassen, Peru - © flog / franks-travelbox
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Die beiden Tempel der uralten Moche-Kultur südlich von Trujillo zählen zu den spektakulärsten Sehenswürdigkeiten von Peru und sollten auch von Nicht-Kulturinteressierten unbedingt besucht werden!

Wer in Peru in der Nähe von Trujillo weilt, sollte sich einen Besuch der imposanten Huacas de Moche auf keinen Fall entgehen lassen! Die faszinierenden Tempel liegen nur 5km von Trujillo entfernt. Sie dienten dem Volk der Moche, die zu den wichtigsten altperuanischen Kulturen zählen, als Machtzentrum und Observatorien. Ähnlich wie die eindrucksvolle Lehmstadt Chan Chan nicht weit entfernt wurden die Huacas de Moche zur Gänze aus Lehmziegeln gebaut und standen einst in der viel größeren Hauptstadt des riesigen Mochica-Reiches.

BILDER: Huacas de Moche (Moche-Tempel) bei Trujillo

 

Die beiden Tempel der Moche am Fuß des kegelförmigen Cerro Blanco werden Huaca del Sol (Sonnentempel) und Huaca de la Luna (Mondtempel) genannt. Diese Bezeichnungen sind jedoch frei erfunden und die tatsächlichen Namen der beiden Pyramiden nicht überliefert.

Huaca del Sol (Sonnentempel)

Der Sonnentempel fällt schon von weitem durch seine schiere Größe auf. Mit einer Grundfläche von 340 mal 160 Metern und einer Höhe von 40 Metern ist der Huaca del Sol das größte präkolumbianische Lehmziegel-Bauwerk Südamerikas.

Dabei erscheint die Sonnenpyramide auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Wüstenhügel. Erst bei genauer Betrachtung entpuppt sich die vermeintliche Düne als unzählige übereinander geschichtete Lehmziegel, etwa 140 Millionen an der Zahl. Auf viele Ziegel wurde ein Stempel geprägt, der bezeugte, dass jeder der Zulieferer seinen geforderten Anteil zur Entstehung der Pyramide beigetragen hat. Über 100 verschiedene Symbole wurden bisher entdeckt.

Die Lehmziegel, mit denen die eindrucksvolle Sonnenpyramide gebaut wurde, waren alle mit einem Stempel des Herstellers versehen, Huacas de Moche, Peru - © flog / franks-travelbox
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Über Jahrhunderte waren unzählige Arbeiter (spanische Schriften sprechen von 200.000) damit beschäftigt, diese gewaltige Pyramide zu erschaffen. Dabei ist es kaum vorstellbar, dass der Tempel einst dreimal so hoch war. Regen und Wind des letzten Jahrtausends haben dem vergänglichen Monument arg zugesetzt. Und wer von dem „riesigen Haufen Schlamm”, der die Sonnenpyramide eigentlich ist, enttäuscht ist, sollte sich schleunigst in die farbenprächtige Wunderwelt des Mondtempels begeben.

Huaca de la Luna (Mondtempel)

Der etwa 500m von der Sonnenpyramide entfernte Huaca de la Luna ist wesentlich kleiner und „nur” 30 Meter hoch, beeindruckt jedoch hauptsächlich durch seine inneren Werte. Experten haben sich geeinigt, dass der Huaca de la Luna ab dem 5. Jahrhundert entstand. Mittlerweile wurden sechs Schichten freigelegt, da wiederholt übereinander gebaut wurde.

Der Huaca de la Luna diente als religiöses Zentrum für Rituale und Zeremonien und als Grabstätte für die Herrscher der Moche, deren sterbliche Überreste in Grabkammern im Inneren der Pyramide ruhen.

Auf geführten Touren lassen sich die kostbaren Wandmalereien im Mondtempel der Moche-Kultur entdecken, Peru - © flog / franks-travelbox
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Der absolute Höhepunkt des Mondtempels sind die prachtvollen Wandmalereien, mit denen die Lehmziegel-Wände über und über bedeckt sind. Die farbigen Zeichnungen stellen geometrische Muster, stilisierte Tiere und die heiligen Riten der Moche dar und erstrecken sich insgesamt über eine Fläche von 6.000m2.

Häufige Motive sind der Fisch als Symbol des Wassers, der Pelikan als Symbol der Luft und die Schlange als Symbol der Erde. Auch dämonische Gesichter und Gottheiten findet man immer wieder, allen voran „Ai apaec”, („Enthaupter”), eine mächtige Berggottheit der Mochica-Kultur mit Haaren aus Meerwasser und den Augen einer Eule.

Die Darstellung des „Enthaupters“, einer mächtigen Berggottheit der Moche-Kultur findet man im Mondtempel überall - © flog / franks-travelbox
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Aus den Wandmalereien konnten die Forscher schließen, dass im Huaca de la Luna auch Menschenopfer dargebracht wurden. Menschliche Skelette, die gefunden wurden, bestätigen diese These.

Besuch der Huaca de la Luna (Mondtempel)

Die geführte Tour durch die Mondpyramide startet im Besucherzentrum und führt vorbei an der Fundstelle der Menschenknochen zu zwei Gebäuden, in denen scheinbar jede senkrechte Fläche mit Reliefs geschmückt ist, deren Farben teils verblasst und kaum noch auszumachen und teils bis heute erhalten geblieben sind. Schilder erläutern die Bedeutung der Wandmalereien und stellen die faszinierenden Muster in ihrer ursprünglichen Form dar. Um die historisch wertvollen Malereien im Mondtempel vor Sonne und Regen zu schützen wurde das gesamte Gelände überdacht.

Im Museo Huacas de Moche sind Keramiken und andere Artefakte aus den Ausgrabungsstätten ausgestellt. Der Großteil der Funde stammt aus dem Mondtempel, die Ausgrabungen schreiten jedoch immer noch voran.

Historische Wohnsiedlung

Zwischen den beiden Tempeln befindet sich eine weitere Ausgrabungsstätte. Hier befand sich einst eine Wohnsiedlung, in der die Arbeiter von den Huacas de Moche gelebt hatten. In Produktionsstätten konnten hier direkt vor Ort Keramiken, Metallobjekte, Muschelschmuck und Chicha (Maisbier) in rauen Mengen hergestellt werden. Auch eine Totenstadt liegt in dieser Region, die jedoch (noch) nicht für den Tourismus erschlossen ist.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Huacas de Moche in Peru (spanisch/englisch)