Fort Real Felipe in Lima, Peru

Die Festung Real Felipe in Lima, Peru, ist die größte Festung, die von den Spaniern auf dem amerikanischen Kontinent errichtet wurde - © Rarrunat PD / Wiki
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Die geschichtsträchtige Festung Real Felipe in Lima ist die größte Festung, die von den Spaniern auf dem amerikanischen Kontinent errichtet wurde. Heute fungiert sie als Museum und kann im Zuge von Führungen besichtigt werden.

Die Festung Real Felipe, benannt nach dem spanischen König Philipp V., wurde im Jahr 1747 unter der Regierung der beiden Vizekönige José Antonio Manso de Velasco und Manuel de Amat y Juniet als Verteidigungsanlage gegen Piraten errichtet. Die kostbaren Güter, die in Limas Hafen Callao nach Europa verschifft wurden, lockten damals Unmengen an Freibeuter an, unter anderem den berühmt-berüchtigten Sir Francis Drake. Gemeinsam mit dem nördlich gelegenen Fort San Miguel und dem südlich gelegenen Fort San Rafael, die 1782 errichtet wurden, formte die Festung Real Felipe eine wirkungsvolle Verteidigungslinie gegen feindliche Streitkräfte an der peruanischen Küste.

Als Vorbild für das fünfeckige Bollwerk dienten die berühmten Vauban-Festungen, die damals als uneinnehmbar galten. Schon damals beliefen sich die Kosten des Forts auf unglaubliche 3 Millionen Pesetas. Die mächtigen Mauern umfassten eine Fläche von rund 70.000 Quadratmeter und wurden an jeder Ecke von einer Bastion bewacht. Zwei Festungstürme und zwei Burgtore durchbrachen den steinernen Wall, der anrückenden Feinden schon von weitem Furcht einflößen sollte. Als letzter Rückzugsort diente der Königsturm, der noch zusätzlich durch einen Graben und eine Zugbrücke abgeriegelt war.

1821 war das Fort Real Felipe die letzte Stellung der Spanier, die im Krieg um die Unabhängigkeit Perus vergeblich gegen die Rebellen unter José des San Martín ankämpften. Eine kleine Garnison ist noch heute hinter den stolzen Mauern stationiert.

Besuch der Festung Real Felipe in Lima

Die Festung kann gegen eine geringe Eintrittsgebühr im Zuge von Führungen besichtigt werden. Die geführten Touren dauern etwa 2,5 Stunden, sind allerdings nur in spanischer Sprache verfügbar. Mit seinen Hallen und Türmen blieb auch ein bedeutendes Stück peruanischer Geschichte bis heute erhalten und die mächtigen Mauern berichten noch von heldenhaftem Soldatenmut und erbitterten Kämpfen. Vom Königsturm aus fällt der Blick über den Hafen von Lima bis auf die San Lorenzo Insel vor der Küste Perus. Von dieser stammt übrigens ein Großteil der Felsblöcke, aus denen die Festung Real Felipe errichtet wurde.

Militärmuseum in der Festung

Seit 1984 ist im Real Felipe Fort das peruanische Militärmuseum beheimatet. Es befindet sich im ehemaligen Gouverneurs-Haus, dem Casa del Gobernador, und zeigt historische Kanonen, sowie Uniformen und Waffen der peruanischen Armee von damals bis heute. Bronzebüsten erinnern an die Helden des peruanischen Unabhängigkeitskrieges und auch eine Statue des berühmten Inka-Führers Tupac Amaru ist im Museum zu sehen.

Tipp: Durchstreifen Sie auch den Parque Tématico de la Policía im Westen der Festung. In einer idyllischen Parklandschaft sind hier Panzer und lebensgroße Figuren von peruanischen Polizisten in voller Montur ausgestellt – für die wohl skurrilsten Fotos des Peru-Urlaubs!