Chinchero, Peru

Die antike Stadt Chinchero im Süden Perus nahe Cusco ist eine faszinierende Mischung aus alt und neu - © flog / franks-travelbox
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In Chinchero, der „Stadt des Regenbogens“ in den peruanischen Anden in der Nähe der alten Königsstadt Cusco verströmen die uralten Inka-Ruinen und die traditionell gekleideten Bewohner noch die ursprüngliche Seele des Landes.

In Chinchero nur wenige Kilometer von der einstigen Inka-Hautpstadt Cusco entfernt wurde nach mythischem Glauben der Regenbogen geboren, denn diese farbenprächtige Naturerscheinung ist im Heiligen Tal der Inkas besonders häufig zu sehen. Mit ihrem paradiesischen Ausblick über die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Vilcabamba war die Kleinstadt einst Sommersitz einiger Inka-Könige von Cusco. Ihre Spuren sind in Chinchero, ebenso wie im nahe gelegenen Pisac, Sacsayhuamán oder Ollantaytambo, heute noch sichtbar.

BILDER: Chinchero

 

Das völlig ursprünglich gebliebene Städtchen liegt 3.760 Meter über dem Meeresspiegel im Süden Perus auf der Strecke zwischen Cusco und Urubamba, etwa 30km von Cusco entfernt. Chinchero liegt auch direkt auf dem Weg von der Königsstadt Cusco nach Macchu Picchu und besonders der Inka-König Túpaq Yupanqui soll sich hier sehr gerne aufgehalten haben.

Tipp: Der Besuch von Chinchero ist im Boleto Turistico (Cusco Touristen-Ticket) inbegriffen!

Kolonial-Kirche und Inka-Ruinen

Die Dorfkirche von Chinchero thront unübersehbar inmitten der Lehmziegel-Häuser am Plaza de Armas. Sie stammt zwar aus der Kolonialzeit, ihre Fundamente stammen – deutlich zu sehen – noch von den Inka. Angeblich stand hier der Palast des Inka-Königs Túpaq Yupanqui, der zum Großteil auch die restlichen Bauwerke in Chinchero in Auftrag gegeben hatte. Die schmucke schneeweiße Kirche mit den ziegelroten Dächern wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts, wahrscheinlich im Jahr 1607, errichtet.

Die sonntägliche Morgenmesse in der Kirche von Chinchero im Süden Perus werden heute noch in der Indiosprache Quechua gefeiert. - © flog / franks-travelbox
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Die detailreichen Fresken an der Fassade und den Innenwänden zeigen nicht nur christliche Symbole, wie die dunkelhäutige Jungfrau von Montserrat, sondern auch den Quechua-Häuptling Mateo Pumakawa im Kampf gegen feindliche Stämme oder Pumas. Die sonntägliche Morgenmesse in der Kirche von Chinchero werden heute noch in der Indiosprache Quechua gefeiert.

Auf der Westseite des Plaza de Armes erhebt sich eine gewaltige Mauer mit neun mannshohen Öffnungen in Trapezform, die vermutlich früher die Mumien verstorbener Könige und anderer Götterfiguren enthielten. Weitere Inka-Ruinen findet man direkt hinter der Kirche. Die niedrigen Mauern weisen die typische Bauweise mit ohne Mörtel perfekt ineinandergefügten Steinen auf.

Die Inka-Ruinen von Chinchero Mauern weisen die typische Bauweise mit ohne Mörtel perfekt ineinandergefügten Steinen auf, Peru - © flog / franks-travelbox
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Sonntagsmarkt in Chinchero

Der sonntägliche Indio-Markt von Chinchero ist in ganz Peru bekannt und findet vor der malerischen Kulisse der Dorfkirche statt. Nicht so touristisch wie in Pisac ist der Sonntagsmarkt von Chinchero noch hauptsächlich auf die Bedürfnisse der Einheimischen ausgerichtet und so gibt es auf bunt gemusterten Decken vor allem Obst, Gemüse, Süßkartoffeln und Kleidung aus Ziegenfell oder Alpaca-Wolle zu kaufen. Hier wird neben monetärer Bezahlung sogar noch Tauschhandel betrieben.

Am Dienstag und Donnerstag werden kleinere Märkte veranstaltet, an denen hauptsächlich Kleidung, Kunsthandwerk und einheimische Musikinstrumente angeboten werden.

Jeden Sonntag findet in Chinchero ein farbenprächtiger Indio-Markt statt, der in ganz Peru bekannt ist - © flog / franks-travelbox
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Tipp: Naturliebhaber werden von der Wanderung von Chinchero nach Huayllabamba begeistert sein. Der Pfad durch die traumhafte Landschaft bis zu dem kleinen Dorf am linken Ufer des Río Urubamba nimmt etwa 3-4 Stunden in Anspruch.

Weiterführende Links:

Infos zum Boleto Turistico mit Preisen (englisch)