San Bernadino, Paraguay

Der beliebte Ferienort San Bernardino in Paraguay liegt etwa 50km von der Hauptstadt Asunción entfernt - © beltsazar / Shutterstock
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San Bernadino ist eine ehemalige deutsche Kolonie in Paraguay am Ufer des malerischen Ypacaraí-Sees. Von Dezember bis Februar herrscht hier ausgelassene Urlaubsstimmung, außerhalb der Saison ist San Bernadino meist verlassen und friedlich.

San Bernardino, die Kleinstadt in der Provinz Cordillera im Südwesten Paraguays, ist ein beliebter Ferienort und liegt etwa 50km von der Hauptstadt Asunción entfernt.

Die etwa 11.000-Einwohner-Stadt wurde 1881 als deutsche Kolonie durch Jakob Schaerer unter dem Namen „Nueva Baviera” („Neu-Bayern”) am Ufer des malerischen Ypacaraí-Sees gegründet. Ihre Flagge erinnert heute noch an die deutsche Abstammung, mit ihren rot-gelb-schwarzen Balken sieht sie im Prinzip aus wie die Flagge Deutschlands. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie jedoch umbenannt und erhielt die Bezeichnung des damals amtierenden paraguayischen Präsidenten Bernardino Caballero.

San Bernadino – Zwischen Urlaubsstimmung und Geisterstadt

Ihre idyllische Lage an einem der größten Seen Paraguays macht San Bernardino, auch nur „Samber” genannt, zu einem beliebten Urlaubsziel für die einheimische Bevölkerung. An die 20.000 Gäste strömen jährlich zur Sommerfrische nach San Bernadino. Viele der wohlhabenden Paraguayer haben in San Barnadino ein Ferienhaus. Nun darf man sich den Ort aber nicht so idyllisch wie andere bekannte Ferienorte vorstellen. Der Sommer in Paraguay ist kurz, die Ferienhäuser können meist nur von Dezember bis Februar genutzt werden. Die auch Capital del Verano, Haupstadt des Sommers, genannte Stadt mutiert außerhalb der Saison zur Geisterstadt. Vor allem der Stadtkern ist geprägt von ungepflegten, teils verfallenden Gebäuden, die noch aus der Zeit der Grünung stammen. Einige Hotels und Ferienhäuser stehen das ganze Jahr über leer und sind heruntergekommen, die Discos, Lokale und Clubs an der Hauptstraße Ruta General Morínigo sind ebenfalls nur saisonal geöffnet.

So trostlos dies auch klingen mag, in der Hochsaison ist San Bernadino das blühende Leben. Zwischen Dezember und Februar herrscht hier beinahe Mallorca-Feeling. Urlauber aus Asuncion und anderen umliegenden Städten versammeln sich am herrlichen Ufer des Ypacaraí-Sees zum Baden und Schwimmen, Relaxen und Genießen der idyllischen Landschaft, die den See umgibt. Die goldgelben Strände werden von den sanften Hügeln und späteren Bergen des Altos-Gebirges umrahmt, die perfekte Kulisse für nächtliche Fiestas, Erholung und sportliche Aktivitäten aller Art, sowohl auf dem See als auch an Land. Viele der Bäcker und Restaurant-Besitzer sind Deutsche, die zum Teil noch von der Gründerfamilie abstammen – als Mitteleuropäer fühlt man sich im fernen Paraguay also rasch wie zu hause.

Tragischer Tod: Der politische verstrickte Schwager von Friedrich Nietzsche, Bernhard Förster, verbrachte in San Bernadino im Hotel del Lago („Seehotel”) die letzten 6 Wochen vor seinem Tod. Im Juni 1889 nahm er sich mit einer Überdosis Strichnin das Leben.