Basilika San Francisco in Caacupé, Paraguay

Die gewaltige Basilika San Francisco macht Caacupé zum sprituellen Zentrum von Paraguay - © Signals CC BY-SA3.0/Wiki
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Die Basilika San Francisco ist die größte Kirche Paraguays und befindet sich in dem bedeutenden Wallfahrtsort Caacupé, der auch als spirituelle Hauptstadt Paraguays gilt. Jedes Jahr am 8. Dezember ist sie Zentrum der groß angelegten Feierlichkeiten zu Ehren der Jungfrau Maria.

Die Basilika San Francisco in Caacupé in Paraguay ist eine gewaltige Wallfahrtskirche mitten im Zentrum der Stadt. Ihr und der Bedeutung Caacupés als Wallfahrtsort ist es zu verdanken, dass Caacupé auch als spirituelle Hauptstadt Paraguays gesehen wird. Die größte Kirche des Landes mit der imposanten Kuppel wurde 1988 von Papst Johannes Paul II. geweiht.

Errichtung der Basilika in Caacupé

Die Errichtung der Basilika geht, wie so oft, auf eine religiöse Legende zurück. Angeblich war einst ein Bildhauer aus dem Stamm der Guarani-Indianer, der durch die Jesuiten zum Christentum bekehrt wurde, auf der Flucht vor seinen heidnischen Verfolgern. Nach einem intensiven Stoßgebet erschien ihm die Jungfrau Maria und hieß ihn, sich hinter einem Baum zu verstecken. Er tat wie ihm geheißen und betete, nicht entdeckt zu werden. Sein Flehen wurde erhöht, die Verfolger zogen an ihm vorbei. Um seinen Dank auszudrücken ließ er aus dem Baumstamm, der ihm das Leben gerettet hatte, zwei Marienstatuen anfertigen, eine wurde in der Kirche Tobatí platziert, die andere behielt er für sich selbst. Auch der Name der Stadt Caacupé geht auf diese Legende zurück und bedeutet wörtlich soviel wie „hinter dem Strauch”.

Jahre später brachen die regelmäßigen Überflutungen des Ypacaray Sees gewaltiger als sonst über Caacupé. Die Franziskaner beteten zusammen mit den Dorfbewohnern um Verschonung ihrer Dörfer, die ihnen auch gewährt wurde. Nach dazu schwemmten die Fluten des Ypacaray Sees die Marienstatue des Guarani-Indianers an. An ihrem Fundort ließ Pater Luis de Balanos eine Kapelle errichten, zu der die Dorfbewohner ab sofort in Scharen kamen, um ihren Dank für die Rettung auszusprechen. 1770 wurde die Stadt Caacupé gegründet und aus der kleinen Kapelle entstand nach und nach der heutige monumentale Sakralbau.

Wallfahrtshöhepunkt am 8. Dezember

Jedes Jahr, am 8. Dezember zu Maria Empfängnis pilgern an die 5 Millionen Gläubige aus Paraguay und den umliegenden Ländern in die gewaltige Basilika San Francisco, um der Jungfrau Maria zu huldigen. Die 60cm hohe, blau gewandete Marienstatue des Bildhauers hat ihren Platz in der Basilika San Francisco gefunden. Die dunkle Farbe ihres Gesichtes deutet auf die indianische Abstimmung ihres Schöpfers hin, mit mütterlichem Blick vermittelt sie, sich um die Pilger zu kümmern, wie sie es vor Jahrhunderten für den Guarani-Indianer getan hat. Zu ihren Füßen liegt eine Schlange, als Zeichen, dass das Böse besiegt wurde.

Ihr Bildnis ist in der Bevölkerung als Beschützerin Paraguays verankert. Der Beginn der Feierlichkeiten zu Ehren der Jungfrau Maria zum 8. Dezember werden mit Feuerwerk und Glockenläuten eingeleitet, Tanzmusik und ausgelassener Stimmung hält Caacupé bis zu 7 Tage gefangen. Höhepunkt des Festes ist eine großartig angelegte kilometerlange Lichterprozession am Abend des 8. Dezembers.