Nationalpark Los Katíos, Kolumbien

Der Große Ameisenbär ist im Los Katíos Nationalpark in Kolumbien noch in freier Wildbahn anzutreffen - © dennisjacobsen / Fotolia
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Der Nationalpark Los Katíos liegt im Nordwesten von Kolumbien und ist ein Paradebeispiel für die unberührte Natur Südamerikas. Viele endemische Pflanzen- und Tierarten wurden in den Bergregenwäldern, Flusslandschaften und Hügelländern des Los Kaítos vor dem Aussterben bewahrt.

Der Nationalpark Los Katíos liegt in der Provinz Chocó im Nordwesten von Kolumbien auf einer Seehöhe von 50 bis 600 Metern. Er erstreckt sich über eine Fläche von 720km2von der Grenze zu Panama im Norden bis an das Westufer des Rio Atrato und umfasst Bergregenwälder, Hügellandschaften, Sümpfe und Flussdeltas. Der Darién-Nationalpark in Panama schließt direkt an den Los Katíos an.

Der Los Kaítos Nationalpark wurde 1974 zum Schutz der Wälder gegründet, die wegen ihrer Edelhölzer zuhauf geschlägert wurden. Davor wurde die Region für den Anbau von Zuckerrohr genutzt. Die Bewohner der in Los Kaítos liegenden Ortschaften wurden umgesiedelt, um die Flora und Fauna des Nationalparks noch besser vor den Schäden durch die Zivilisation zu schützen. Aufgrund der spektakulären Artenvielfalt der Region, die auch einige Lebewesen beherbergt, die nur hier vorkommen, wurde Los Katíos 1994 in die UNESCO-Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. Seit 2009 steht der Nationalpark allerdings auch auf der Liste des gefährdeten Welterbes, da illegales Fischen, Jagen und die Abholzung von edlen Tropenhölzern nach wie vor stattfindet.

Tor zweier Kontinente

Die sanfte Hügellandschaft des Los Kaítos direkt an der Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika ist die Drehscheibe für die Tierwelt der beiden Teilkontinente. Bereits vor 20.000 Jahren wurde die natürliche Brücke auch von Menschen genutzt, wie archäologische Funde zeigen. Das Volk der Katío-Embera, nach dem der Nationalpark benannt ist, ist bekannt, hier gesiedelt zu haben und die zweite ethnische Gruppe, die Kuna, nach Panama verdrängt zu haben. Anfang des 16. Jahrhunderts besiedelten die ersten spanischen Eroberer das Gebiet.

Im Groben ist der Nationalpark zweigeteilt, in die tropischen Bergregenwälder der Serrania del Darién und die regelmäßig überflutete Flusslandschaft das Atrato im Osten, der mit 4.900m3 Wassermassen pro Sekunde, die sich in das Karibische Meer ergießen, der schnellste Fluss der Welt ist.

20-25% der knapp 700 Pflanzenarten im Los Kaítos sind endemisch, wie zum Beispiel die mittelamerikanische Eibe. Die spektakuläre Caesalpinie erreicht Höhen von bis zu 50 Metern. 25% der Vogelarten in Kolumbien, etwa 450, sind im Los Kaítos zu finden, darunter einige endemische farbenprächtige Kolibris. Bedrohte Tierarten im Nationalpark sind zum Beispiel das Spitzkrokodil, der Karibik-Manati (eine spezielle Seekuh-Art), der Mittelamerikanische Tapir, der Große Ameisenbär und der Waldhund, außerdem sind Pumas, Jaguare und eine Vielzahl von Affen im Nationalpark heimisch.

Unterwegs im Los Katíos Nationalpark

In Los Kaítos besteht seit 1990 durch Dschungelpfade und kleine Unterkunftsmöglichkeiten eine Infrastruktur für Besucher. Erreicht werden kann der Nationalpark mit dem Boot von Turbo aus oder auf dem Rio Atrato von Quibdó oder Riosucio aus. Erste Ankunft im Park ist in Sautatá, wo sich auch der Sitz der Parkverwaltung befindet.

Bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten sind zum Beispiel der spektakuläre 100m hohe Tilupo-Wasserfall oder der 25m hohe Tendalwasserfall. Auch die Tumaradó-Sümpfe sind als bedeutendes Landschaftselement des Nationalparks zu erwähnen.

Wer die unberührte Natur Kolumbiens erfahren möchte, ist im Los Katios Nationalpark genau richtig. Nur 500 Besucher pro Jahr suchen diese völlig unberührte Gegend auf. Nur 1% der Region wurde jemals für die Landwirtschaft kultiviert, der Rest erblüht in wilder ursprünglicher Vegetation.

Tipp: Die beste Reisezeit ist von Dezember bis März, da hier die wenigsten Niederschläge zu erwarten sind. Die Temperatur des Parks liegt das ganze Jahr über bei etwa 27°C und die hohe Luftfeuchtigkeit zwischen 75 und 95% lässt Besucher spüren, dass sie mitten in den Tropen sind.