Historisches Zentrum von Santa Cruz de Mompox, Kolumbien

Die Kirche Santo Domingo in Mompox, Kolumbien - © Rafal Cichawa / Shutterstock
© Rafal Cichawa / Shutterstock

Das historische Zentrum von Santa Cruz de Mompox im Nordosten Kolumbiens beeindruckt durch seine außergewöhnlich gut erhaltene Architektur aus der Kolonialzeit.

Santa Cruz de Mompox liegt in der Provinz Bolívar im Nordosten Kolumbiens, am Ufer des Rio Magdalena südöstlich der für ihre Festungsanlagen bekannten Hafenstadt Cartagena mit ihren berühmten Festungen.

Gegründet im Jahr 1540 vom Gouverneur von Cartagena, Juan de Santa Cruz, war Santa Cruz de Mompox bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein aufgrund seiner strategisch günstigen Lage an einem der Hauptwasserwege des Landes ein bedeutendes Wirtschafts- und Kommunikationszentrum. Vor allem der Handel von der Hafenstadt Cartagena mit dem Landesinneren wurde logistisch über Santa Cruz de Mompox abgewickelt. Aufgrund der außergewöhnlich gut erhaltenen Architektur der spanischen Kolonialstadt wurde das historische Zentrum von Santa Cruz de Mompox 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Die Stadt eines Indianerhäuptlings

Den unüblichen Namen „de Mompox” erhielt die farbenprächtige Stadt vom Häuptling des Indianerstammes, der maßgeblich an ihrer Errichtung beteiligt war. Diesem Stamm ist es auch zu verdanken, dass Santa Cruz de Mompox nicht einen, sondern drei zentrale Plätze mit eigener Kirche hat – jeder an der ursprünglichen Stelle einer früheren Indianersiedlung.

Nach und nach wurde die Macht der Kolonisten immer größer, die spanisch-indianische Stadt nahm an Bevölkerung aus den höheren spanischen Schichten zu, die Indianer wurden immer weiter in Reservate abgedrängt. Kleriker und Ordensbrüder nahmen das Ruder in Santa Cruz de Mompox an sich, im Zuge dessen entstanden prachtvolle Gotteshäuser der Dominikaner, Augustiner, Franziskaner und Jesuiten. Santa Cruz de Mompox wurde von einer linearen Siedlung entlang des Rio Magdalena zu einer Stadt mit ausgewachsenem Straßennetz und Schutzmauer gegen das Hochwasser, die natürliche Grenze der Stadtvergrößerung.

Dennoch war es der Rio Magdalena, der die Kolonialstadt schließlich in den Verfall stürzte. Er änderte über die Jahrzehnte seinen Lauf, bis Santa Cruz de Mompox schließlich ihre Rolle als blühende Hafenstadt am Ufer des Flusses aufgeben musste und Reichtum und Entwicklung bis ins 20. Jahrhundert stagnierten. Dies führte auch dazu, dass die historischen Bauten nicht durch moderne ersetzt wurden. Pläne für die Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs der Stadt, die selbstverständlich auch mit dem Tourismus und der weiteren Erhaltung der Denkmäler aus den vorigen Jahrhunderten zusammenhängen, sind in Ausarbeitung.

Highlights von Santa Cruz de Mompox

Der Prunk der einst wohlhabenden Hafenstadt ist bis heute noch zu sehen. Die leuchtend gelbe Kirche Santa Barbara aus dem Jahr 1613 ist das wichtigste Gotteshaus und das herausragendste Gebäude der Stadt. Ihre außergewöhnliche Erscheinung der fein gearbeiteten Fassade und des großzügigen Innenraums mit den kostbaren vergoldeten Altären wird von einem dominanten Barock-Turm ergänzt, der kunstvolle Verzierungen mit Palmen, Blumen und Löwenfiguren aufweist.

Die Kirche San Francisco wurde 1564 fertiggestellt und ist vor allem für ihre Wandmalereien bekannt, welche nach einer Beschädigung während einer Restaurierung nun wiederhergestellt wurden. Das heutige Krankenhaus von Santa Cruz de Mompox, San Juan de Dios Hospital, befindet sich noch immer im Original-Gebäude aus dem Jahr 1550 und damit das älteste Spital des amerikanischen Kontinents, das immer noch als solches genutzt wird. Am House of the Apostles sind beeindruckende Abbildungen von Jesus Christus und seinen 12 Apostel beim Letzten Abendmahl zu bewundern. Die Kirche der unbefleckten Empfängnis aus dem Jahr 1541 wurde im Jahr 1839 neu errichtet und wird aufgrund ihrer Größe auch oft als Kathedrale von Santa Cruz de Mompox bezeichnet.

Ebenfalls bemerkenswert sind die Wohnhäuser, die seit dem 17. Jahrhundert im Erdgeschoß alle mit einem kleinen Shop versehen wurden und deren offene Durchgänge von einem gemeinsamen Dach abgeschlossen werden. Die Wohnungen wurden meist um einen zentralen Platz herum angelegt oder in länglicher Form, die mehrere Wohneinheiten beinhaltete. Die Balkone, Galerien, Fenster und Türstöcke vor allem entlang der Calle de la Albarrada und der Calle de Atrás beeindrucken mit ihren schmucken Verzierungen.

Viele der historischen Gebäude aus der Kolonialzeit dienen, wie zum Beispiel das Krankenhaus, immer noch ihrem ursprünglichen Zweck. Bei Spaziergängen durch die Straßen von Santa Cruz de Mompox wird dadurch das Gefühl der Zeitreise in die vorigen Jahrhunderte noch um ein Vielfaches verstärkt.