Rupununi Savanne, Guyana

Unter den 500 Vogelarten der Rupununi-Savanne lebt auch der auffällig gefiederte Felsenhahn, Guyana - © worldswildlifewonders/Shutterstock
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Die Rupununi Savanne liegt im südamerikanischen Staat Guyana zwischen dem Rupununi-Fluss und der venezolanischen bzw. brasilianischen Grenze. Die weitläufigen Grasebenen, durchzogen von Flussadern sind ein Zufluchtsort für eine Vielzahl von bedrohten Tierarten.

Die Rupununi Savanne ist eine spärlich besiedelte Grasebene im südamerikanischen Staat Guyana und beherbergt eine unglaubliche Vielzahl an gefährdeten Tieren. Das unberührte Buschland liegt zwischen dem Fluss Rupununi und der venezolanischen bzw. brasilianischen Grenze und wird vom Kanuku-Gebirge durchschnitten. Eine unbefestigte Straße führt nach Norden in Richtung Georgetown und nach Süden zum Amazonas nach Brasilien.

Vogelparadies Rupununi

Die Rupununi Savanne ist vor allem für ihren enormen Artenreichtum an Vögeln bekannt, unter den 500 verschiedenen Arten befinden sich der leuchtend orange gefiederte Felsenhahn, pfeilschnelle Falken, die riesig beschnabelten Tukane und prächtig gefärbte Aras. Heimlicher Star der Ornithologen ist wohl die seltene Harpyie, ein stattlicher, kräftig gebauter Greifvogel, der auch „Fliegender Wolf” genannt wird und der größte Adler des amerikanischen Kontinents ist.

Die seltene Harpyie ist der heimliche Star unter den Vögeln der Rupununi-Savanne in Guyana - © MarcusVDT / Shutterstock
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Doch auch andere faszinierende Lebewesen sind hier heimisch, wie zum Beispiel der elegante Jaguar, der in Guyana zwar nicht selten vorkommt, aber selten gesehen wird, riesenhafte Ameisenbären oder imposante Schlangen. Das Wasser der Flüsse machen neben den 400 verschiedenen Arten von Fischen die Großen Flussotter unsicher, die wie die Harpyie zu den gefährdeten Arten zählen. Daneben pflügen schwarze Kaimane und die riesigen Arapaimas, angeblich bis zu 5 Meter lange Knochenfische durch die Fluten.

Menschen in der Rupununi Savanne

Die Savanne beherbergt jedoch nicht nur tierische Bewohner. Viele amerindianische Dörfer sprenkeln die weitläufigen Grasebenen, von den Ureinwohnern lassen sich einige Felsgravierungen finden, die von ihren erfolgreichen Jagdzügen und anderen Geschichten erzählen. Vor allem entlang der Flussläufe stehen einige Ranches, die von den so genannten „Vaqueros”, Cowboys bewirtschaftet werden, von denen einige noch von schottischen Siedlern aus dem 19. Jahrhundert abstammen.

Ihre robusten Häuser sind aus Stelzen gebaut, um gegen das wiederkehrende Hochwasser gewappnet zu sein. Nicht umsonst bedeutet Rupununi „Land der vielen Wasser”. Die Karanambu-Ranch kümmert sich um verletzte oder verwaiste Flussotter; Touristen, die dort übernachten unterstützen dieses Projekt und können auch selbst bei der Betreuung der possierlichen Tierchen mithelfen. Auch Touren durch die faszinierende Zuflucht der exotischen Tierwelt Südamerikas werden angeboten.

Verwaltungszentrum Lethem

Die größte Siedlung in der Rupununi und gleichzeitig ihr Verwaltungszentrum ist die Stadt Lethem, gelegen am Takutu-Fluss, dem Grenzfluss zu Brasilien. Nachdem Lethem vom Rest von Guyana ziemlich abgeschnitten ist, gehört es kulturell schon mehr zu Brasilien. Viele Einwohner sprechen Portugiesisch und auch der Handel floriert hauptsächlich mit dem südlichen Nachbarland. In Lethem befinden sich Gästehäuser, Restaurants, Shops, sowie das örtliche Krankenhaus, Schulen und die Polizeistation.

Während der Regenzeit in den Monaten Mai bis August steht die Rupununi Savanne normalerweise unter Wasser.

Weiterführende Links:

Website der Karanambu Ranch in der Rupununi Savanne (englisch)