Rio Maroni, Französisch-Guyana und Surinam

Das klassische Transportmittel auf dem Rio Maroni ist der traditionelle Einbaum, Französisch-Guyana - © hecke61 / Shutterstock
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Der Rio Maroni ist der (umstrittene) Grenzfluss zwischen den beiden südamerikanischen Ländern Französisch-Guyana und Surinam. Eine Bootstour mit einer Piroge bietet fantastische Einblicke in die unvergleichliche Landschaft und das Leben der südamerikanischen Indios, die immer noch die Dörfer am Ufer des Rio Maroni bevölkern.

Der Rio Maroni fließt durch das südamerikanische Französisch-Guyana und fungiert als (umstrittener) Grenzfluss zu Surinam. Seinen Ursprung hat der Rio Maroni im Tumuk Humak Gebirge bis er in das etwa 90km lange Maroni-Becken und anschließend in den Atlantik mündet.

Auf der surinamischen Seite passiert er zwei Naturschutzgebiete in der Nähe des Dorfes Galibi, in denen die dort heimischen exotischen Vögel sowie die gefährdeten Lederschildkröten Zuflucht finden.

Bootstour auf dem Rio Maroni

Für den Tourismus spielt der Rio Maroni eine wesentliche Rolle. Eine Bootstour mit dem Einbaum, „Piroge” genannt, auf dem über 500km langen Grenzfluss führt über zahlreiche Stromschnellen durch eine unvergleichliche Landschaft. Flussaufwärts geht es vier Tage lang durch die beiden faszinierenden Länder Französisch-Guyana und Surinam bis nach Maripasoula, flussabwärts startet die Route nach der Ankunft mit dem Flugzeug in Maripasoula und endet im Maroni-Becken in Saint-Laurent du Maroni.

Welche Route man wählt, ist Geschmackssache, die fantastischen Attraktionen an den Flussufern bleiben dieselben. Idyllische Siedlungen tauchen immer wieder am Flussufer, wie die malerischen Dörfchen Apatou, Papaichton oder Grand Santi. Sie werden heute noch von den südamerikanischen Indios bewohnt, die ihre ursprüngliche naturverbundene Lebensweise gerne demonstrieren.

Zwischendurch kann man immer wieder halt machen für einen exotischen Abenteuer-Spaziergang durch den tropischen Regenwald, der die Ufer des Rio Maroni an beiden Seiten säumt. Für Abkühlung sorgt ein kühles Bad im Fluss. Die Rückkehr in die Hauptstadt Cayenne erfolgt mit dem Flugzeug.


Streit um die Grenze

Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts stellte sich die Frage, welcher Fluss der Oberfluss des Rio Maroni ist und damit die Staatsgrenze zwischen Französisch Guyana und dem zu den Niederlanden gehörigen Surinam darstellt – der Rio Lawa oder der weiter östlich gelegene Rio Tapanahony. Nachdem der Rio Lawa breiter ist und mehr Kubikmeter Wasser pro Minute befördert, wurde der als Grenzfluss definiert. Die Entscheidung wurde von allen involvierten Parteien angenommen. Doch nur so lange, bis im Jahr 1885 im Gebiet zwischen den beiden in Frage kommenden Grenzflüssen Gold gefunden wurde. Der schnöde Mammon fachte die Diskussion von Neuem an. Drei Jahre später wurde durch ein Schiedsgericht entschieden, dass wie gehabt der Rio Lawa die Grenze darstellt. Über kurz oder lang kam jedoch die nächste Frage auf: Wie verläuft die Grenze dann weiter? Am Rio Litani entlang oder am westlicher gelegenen Rio Marowini? Diese Frage ist bis heute nicht geklärt. Die Region zwischen diesen beiden Flüssen gehört zu den umstrittenen Staatsgebieten der Erde.