Îles du Salut, Französisch-Guyana

Die Îles du Salut wurden bis 1951 als Gefängnis für bis zu 2.000 französische Strafgefangene genutzt, Französisch-Guyana - © laurent33 / Fotolia
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Die Îles du Salut sind eine Inselgruppe im Atlantik etwa 15km vor der Küste Französisch-Guyanas. Die paradiesischen Inseln fungierten früher als Haftanstalt für französische Strafgefangene. Einige der Gebäude und Baracken können heute noch besichtigt werden.

Die Îles du Salut liegen im Pazifik 15km vor der Küste Südamerikas und gehören zum Staatsgebiet von Französisch-Guyana. Obwohl vor der Küste von Kourou gelegen sind sie Teil der Provinz Cayenne, in der sich auch die Landeshauptstadt befindet. Ihren Namen („Insel des Heils”) verdanken sie einer Gruppe von Nonnen, die einst im 17. Jahrhundert vor einer in Cayenne wütenden Gelbsuchtepidemie auf die Inselgruppe flohen und so die tückische Krankheit überlebten. Die Gruppe entstand einst durch vulkanische Aktivität und besteht aus drei Inseln, der Île du Diable (Teufelsinsel), Île Royale (Königsinsel) und Île Saint-Joseph.

Gefangen im Paradies

Umschlossen von kobaltblauem Meer mögen die drei Inseln auf den ersten Blick den Anschein eines kleinen Paradieses haben. Die Brandung donnert entweder an steile Felsklippen oder fließt sanft an weißen palmengesäumten Stränden empor. Gleich hinter dem idyllischen Küstenstreifen beginnt dichter üppig grüner Dschungel, umfangen von einer sanften Brise und tropischen Temperaturen.

Doch dann wird das idyllische Bild durch teils verfallene Mauern, Baracken und Hütten getrübt, die so gar nicht ins Bild eines Urlaubsparadieses passen willen. Die Îles du Salut weisen eine unangenehme bis grausame Vergangenheit auf.

Ruine auf den Gefängnisinseln Îles du Salut in Französisch-Guyana - © laurent33 / Fotolia
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Seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1951 wurden sie als Gefängnis für bis zu 2.000 französische Strafgefangene genutzt und dies teilweise unter unmenschlichen Bedingungen. In Zellen ohne Dach mussten die Häftlinge sowohl dem Regen als auch der tropischen Sonne harren, wenn sie nicht gerade Zwangsarbeit verrichten mussten. In der fieberverseuchten Kolonie, die Französisch-Guyana damals war, starb beinahe jeder Neuankömmling innerhalb des ersten Jahres an Gelbsucht, Ruhr oder Bandwürmern.

Île de Diable

Die am nördlichsten gelegene Île de Diable (Teufelsinsel) ragt etwa 40 Meter aus der Meeresoberfläche und ist mit einer Fläche von nur 14 Hektar das kleinste Eiland der Inselgruppe. Hier wurden politische Gefangene festgehalten, unter anderen verbrachte der zu Unrecht verurteilte jüdische Hauptmann Alfred Dreyfuss seine letzten Jahre auf der Teufelsinsel. Ebenfalls bekannt ist Henri Charrière, dem es als einziger gelang, von der Gefängnisinsel zu fliehen. Sein neunter Ausbruchsversuch war endlich von Erfolg gekrönt, die Flucht gelang ihm angeblich auf einem Boot aus Kokosnussschalen. Seine Erlebnisse hielt er später in seinem Bestseller „Papillon” fest.

Île Royale

Die größte und höchste Insel ist die Île Royale (Königsinsel). Sie stellte mit einer Fläche von 28 Hektar und einer Höhe von knapp 70 Metern das Verwaltungszentrum der Strafanstalt dar. Hier befinden sich die meisten und größten Gebäude, auch das Krankenhaus, eine Kapelle, ein Leuchtturm und der Todestrakt waren hier untergebracht, die heute zur Besichtigung zur Verfügung stehen. Eine Übernachtung ist hier ebenfalls möglich.

Île Saint-Joseph

Die Île Saint-Joseph im Süden der Inselgruppe ist mit einer Höhe von 30 Metern die niedrigste der Inseln. Auf einer Fläche von 20 Hektar lagen der Friedhof für die Bediensteten der Insel und die Zellen für die Einzelhaft, in denen viele Gefangene aufgrund der Einsamkeit und der sengenden Sonne dem Wahnsinn verfielen. Damit ihre Schreie nicht mehr zu hören waren, sperrte man sie in eigens dafür bestimmte schalldichte Zellen.

Die Îles du Salut liegen im Pazifik 15km vor der Küste Südamerikas und gehören zum Staatsgebiet von Französisch-Guyana - © JM-Guyon / Fotolia
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Die einstige Hölle der Iles du Salut hat sich mittlerweile zu einem beliebten Urlaubsziel verwandelt. Trotz ihrer unschönen Vergangenheit stellen die Ruinen der Haftanstalt heute eine beliebte Touristenattraktion dar, doch auch die Inseln selbst sind einen Besuch wert. Die possierlichen Totenkopfäffchen und die großen buntgefiederten Aras haben ihre Scheu vor den Menschen verloren und fressen sogar aus der Hand. Auf den Inseln Royale und Saint-Joseph erholen sich französische Legionäre und die Angestellten des Raumfahrtzentrums Kourou.

Die Insel können über eine Bootstour vom Centre Nautique du Kourou am Pointe des Roches aus einen oder mehrere Tage besichtigt werden. Die Inseln sind perfekt, um Wanderungen durch den Dschungel oder am Strand zu unternehmen, ein Bad im Meer ist aufgrund des regen Hai-Aufkommens eher nicht zu empfehlen, es gibt jedoch ein Strandbad, welches noch von den Strafgefangenen erbaut wurde.