Vulkan Pichincha, Ecuador

Der Vulkan Pichincha mit 4.100 Meter Seehöhe ist der „Hausberg“ von Ecuadors Hauptstadt Quito - © / Shutterstock
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Der Vulkan Pichincha ist der „Hausberg“ von Ecuadors Hauptstadt Qutio und besteht aus zwei mächtigen Gipfeln, dem Rucu Pichincha und dem Guagua Pichincha. Auf ersten führt eine Seilbahn bis auf 4.100 Meter Seehöhe.

Der Vulkan Pichincha befindet sich in Ecuador nahe der Hauptstadt Quito. Seine beiden 4.000er-Gipfel, der Rucu Pichincha und der Guagua Pichincha („alter und Baby Pichincha”) erreichen eine Höhe von knapp 4.700 und knapp 4.800 Meter. Vor allem der höhere „junge” Guagua Pichincha macht immer wieder mittels Dampfwolken und Ascheregen auf sich aufmerksam, geschmolzene Lava, die ins Tal hinunterströmt, sollte für Quito jedoch keinen Gefahr von seinem „Hausberg” darstellen. Von Quito sind die mächtigen Vulkankegel gut zu sehen, meist grün, doch manchmal noch mit schneebedecktem Gipfel.

Zwischen diesen beiden befindet sich noch ein kleiner Gipfel, der so genannte Padre Encantado, der „verzauberte Priester”. Er hat tatsächlich ein wenig die Form eines knienden Mannes, die Legende erzählt außerdem, dass an dieser Stelle einst ein Mensch zu Stein erstarrte.

Einer der ersten Europäer auf dem Pichincha war der Alexander von Humboldt, der Anfang des 19. Jahrhunderts die beiden Gipfel des Vulkans vermaß. Der Pichincha hat auch geschichtsträchtige Hintergründe. Seit der Schlacht am Pichincha am 24. Mai 1822 ist Ecuador von Spanien unabhängig.

Besteigung des Pichincha

Vor allem der kleiner Rucu Pichincha ist bei Besuchern äußerst beliebt, in nur einem Tag kann sein Gipfel erklommen werden, notfalls gibt es etwa eine Gehstunde unter seiner Spitze auch Unterkunftsmöglichkeiten.

Tipp: Je früher man losmarschiert, desto größer ist die Chance auf einen klaren Blick auf den Vulkankrater, am späten Vormittag behindern meist Dampfwolken und Nebelfetzen die Sicht. Unbedingt warme und auch Regenkleidung mitnehmen, das Wetter auf über 4000 Meter Seehöhe kann äußerst rasch umschlagen.

Seit 2005 geht die Besteigung des Rucu Pichincha noch schneller und bequemer. Die Seilbahn TelefériQo, eine der höchsten Seilbahnen der Welt, bringt gehmüde Wanderer flugs über eine Strecke von 800 Meter an der Flanke des Berges entlang bis auf eine Seehöhe von 4.100 Meter. Von dort sind es noch etwa 3 Stunden über steile Pfade, teilweise mit Geröllhalden bis zum Krater des Rucu Pichincha, der Abstieg zur Bergstation der Seilbahn ist fast in der Hälfte der Zeit zu schaffen. Der bequeme Platz in der Gondel ermöglicht auch, die atemberaubende Aussicht über Quito und Umgebung auf dem Weg nach oben mehr zu genießen, als wenn man dauernd auf den Weg achten muss.

Blick vom Vulkan Pichincha auf die Hauptstadt Quito in Ecuador  - © leospek / Shutterstock
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Wem einfällt, dass er den Gipfel vielleicht doch nicht ganz erklimmen möchte, kann sich in einem der Cafés an der Bergstation an die große Höhe akklimatisieren oder eine Tour durch die wilde Berglandschaft auf dem Pferderücken unternehmen.

Am Gipfel angekommen fällt der Blick in den imposanten Vulkankrater, an dessen aktive Vergangenheit die ausströmenden, nach Schwefel riechenden Dämpfe erinnern.

Sauerstoff mit Fruchtgeschmack: Wer aus der Gondel aussteigt, sollte jede Bewegung erst einmal langsam angehen – an die große Seehöhe muss man sich erst einmal gewöhnen. Wem das akklimatisieren schwerfällt (und auch jeder andere), hat auf der Bergstation die Möglichkeit, sich eine Portion Sauerstoff zu kaufen. Das Verkaufsargument ist jedoch meist nicht die Höhenluft, sondern dass der Sauerstoff in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten wird – wo sonst hat man eine derartige Möglichkeit?

Wer auch das Baby, den Guagua Pichincha, erklimmen möchte, startet seine (allradausgestattete) Tour am besten von dem kleinen Dorf Lloa südöstlich des Kraters aus. Zu Fuß dauert die Wanderung an die 4 Stunden und führ über relativ steile Wege, die nicht wirklich gut in Schuss sind. Die Strapazen der Strecke werden durch einen Blick in den 2km breiten und 600 Meter tiefen Vulkankrater belohnt.