Historisches Zentrum von Cuenca, Ecuador

Gebäude im historischen Zentrum von Cuenca, Ecuador - © Ksenia Ragozina / Shutterstock
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Cuenca war einst das religiöse Zentrum der spanischen Kolonien in der Region und hat dementsprechend 52 Kirchen, eine imposanter als die andere, aus den vergangenen Jahrhunderten zu bieten.

Die Stadt Cuenca, mit vollem Namen Santa Ana de los Rios de Cuenca liegt in den Anden im südlichen Ecuador. Die mittlerweile drittgrößte Stadt des Landes ist heute die Hauptstadt der Provinz Azuay. Sie wurde 1557 auf einer Seehöhe von etwa 2.500 Meter unter der Regierung von König Karl V. erbaut, der etwa 30 Jahre zuvor rigorose Regeln für den Städtebau erlassen hatte.

400 Jahre lang wurde die Stadt nach diesen strikten Richtlinien erweitert und bald zum Handels- und Verwaltungszentrum der Region. Durch seine lokale Wichtigkeit entwickelte sich Cuenca zu einem Schmelztiegel aus Einheimischen und Zuwanderern. Der Großteil der Architektur Cuencas stammt heute noch aus dem 18. Jahrhundert und 19. Jahrhundert, teilweise wurden Gebäude mit zunehmendem Wohlstand „modernisiert”. Die vielen historischen Gebäude der Altstadt Cuencas brachten der Stadt 1999 einen Platz auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes ein.

Imposante Kirchenlandschaft von Cuenca

Die imposantesten Gebäude des historischen Stadtviertels von Cuencas sind eindeutig seine Kirchen, insgesamt stolze 52 an der Zahl.

Die auch als „Alte Kathedrale” (Catedral Vieja) bezeichnete Iglesia de El Sagrario wurde im Gründungsjahr der Stadt errichtet, wurde für die Vielzahl von Cuencas Gläubigen aber bald zu klein und so 1880 durch einen Tempel ersetzt. Die alte Kathedrale wurde wieder aufgebaut, ihr Innenleben hat jedoch außer den Katakomben nichts mehr mit einer Kirche zu tun und fungiert nun als Museum.

Die Catedral Metropolitana de la Inmaculada Concepción in Cuenca, Ecuador - © Ksenia Ragozina / Shutterstock
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Die Catedral Metropolitana de la Inmaculada Concepción ist quasi das Gegenstück zur Iglesia de El Sagrario und ist auch unter dem Namen „Neue Kathedrale” (Catedral Nueva) bekannt. Das mächtige Gotteshaus im Stil der Neu-Gotik wurde 1880 bis 1885 errichtet. Die beiden Kirchtürme sehen zu recht etwas abgeschnitten aus, sie mussten aufgrund eines Kalkulationsfehlers des Architekten gestutzt werden. Hätte man sie bis zu ihrer geplanten Höhe gebaut, wären sie vom Fundament der Kathedrale nicht getragen worden.

Nichtsdestotrotz wurde die Kathedrale zu einem mächtigen Symbol des Glaubens und ihre blau-weiß getünchten Kuppeln ein Wahrzeichen von Cuenca. Zu ihrer Errichtung fanden 9.000 Menschen (90% der Bevölkerung Cuencas) in der Kathedrale Platz. Mit ihrer Fassade aus Alabaster und Marmor erstrahlt die Kathedrale auch in angemessenem Glanz, für ihre Marmorböden wurde Marmor aus Italien verwendet.

Das Kloster El Carmen de Asuncion ist die perfekte Kulisse für Cuencas Blumenmarkt, der im Atrium des Gotteshauses stattfindet. Die alten Gemäuer der 1682 erbauten Kirche bilden einen malerischen Kontrast zur Farbenpracht der frischen Blumen. Ebenfalls sehenswert am El Carmen de Asuncion ist seine kunstvoll gearbeitet Fassade und seine vergoldete Kanzel.

Auch vor Cuenca machten die Inkas nicht halt – in den Ruinas de Todos los Santos können die Überreste von vier trapezförmigen Stein-Nischen besichtigt werden, die von dem ursprünglichen Volk erbaut wurden.

Direkt zwischen der Alten und der Neuen Kathedrale befindet sich der Park Abdon Calderon, ein beliebter Ort bei Einheimischen und Besuchern, um in der grünen Umgebung zu plaudern oder sich auf den gemütlichen Parkbänken von den vielfältigen Eindrücken der Stadt zu erholen. Er ist außerdem ein idealer Ausgangspunkt für Erkundungsspaziergänge durch Cuencas Altstadt. Das Schachbrettmuster der für damals typischen spanischen Stadtplanung erleichtert außerdem das systematische Entdecken, um auch keine Sehenswürdigkeit des historischen Zentrums von Cuenca zu übersehen.

Apropos übersehen: Das einzige, das man in Cuenca neben seinen historischen Kirchen, aufschlussreichen Museen, exzellenten Spanisch-Schulen und ausgezeichneten Restaurants mit lokalen Spezialitäten vergeblich sucht, ist ein turbulentes Nachtleben. Wer Party machen möchte, wird von der eher ruhigen und beschaulichen Stadt eher enttäuscht sein.