Queulat Nationalpark, Chile

Mit gewaltigen Gletschern und schroffen Gipfeln ist der Queulat Nationalpark in Chile für Outdoor-Erlebnisse wie geschaffen - © Hugo Brizard / Shutterstock
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Mit gewaltigen Gletschern und schroffen Gipfeln ist der Queulat Nationalpark in Chile für Outdoor-Erlebnisse wie geschaffen.

Der Queulat Nationalpark zählt zu den faszinierendsten Sehenswürdigkeiten, die die Natur von Chile zu bieten hat. Auf einer verhältnismäßig kleinen Fläche von gut 150.000 Hektar treffen hier mächtige Gletscherzungen auf wild wuchernden Regenwald und tiefblaue Bergseen auf Fjorde an der Meeresküste.

BILDER: Queulat Nationalpark

Beste Reisezeit für den Queulat Nationalpark

Der Queulat Nationalpark kann das ganze Jahr über besucht werden. Die Tages-Durchschnittstemperaturen liegen immer etwa zwischen 4°C und 9°C und es ist ständig mit Niederschlag zu rechnen. Regen und natürlich auch Schnee gibt es in den kalten Monaten mehr als im chilenischen Sommer. Von November bis März ist es im Queulat Nationalpark am trockensten und wärmsten. Dann kann es allerdings auch bis zu 30°C heiß werden, was in der hohen Luftfeuchtigkeit des Regenwaldes als sehr drückend empfunden wird.

Sehenswürdigkeiten im Queulat Nationalpark

Die Höhenlage im Park reicht von 0 bis zu 2.200 Metern – perfekte Bedingungen für eine vielfältige Pflanzenwelt, die nahezu an die Tropen erinnert. Farne, Lianen und Bambusgewächse sind die Herrscher des üppigen Regenwaldes. Inmitten derer stechen die Pangue-Pflanzen mit ihren gewaltigen Regenschirm-artigen Blättern ins Auge. Wer durch diesen Märchenwald wandert, fühlt sich in eine andere Welt versetzt.

Wer durch den Märchenwald im Queulat Nationalpark von Chile wandert, fühlt sich in eine andere Welt versetzt - © Hugo Brizard / Shutterstock
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Inmitten des dichten Regenwaldes fühlt sich auch die Tierwelt wohl. Am Boden leben unter anderem der Pudu, die kleinste Hirschart der Welt, die chilenische Wildkatze und das Nutria, auch Sumpfbiber genannt. Auf diese scheuen Bewohner einen Blick zu erhaschen ist jedoch mit außerordentlich viel Glück verbunden.

Der Kondor, die Chilenische Taube, der Magellan-Specht, der possierliche Rotbrustfischer und zahlreiche kleine Singvögel bevölkern die Baumwipfel und in den zahlreichen Seen und Wasserläufen tummeln sich Magellan-Gänse, Chile-Pfeifenten, Sturzbachenten, Silberreiher, Nachreiher, Schwarzhalsschwäne und die auffällig gezeichnete Fuchs-Löffelente.

Die auffällige gezeichnete Fuchs-Löffelente bewohnt die vielfältigen Gewässer des Queulat Nationalparks im Süden von Chile - © Mark Robinson CC BY2.0/W
© Mark Robinson CC BY2.0/W

Ventisquero Colgante – der hängende Gletscher

 

Der spektakuläre „hängende Gletscher“ ist DAS Aushängeschild des Queulat Nationalparks in Chile - © betoscopio CC BY-SA2.0/W
© betoscopio CC BY-SA2.0/W

Obwohl es eine Vielzahl anderer, mindestens ebenso spektakulärer Gletscher im Park zu sehen gibt, ist der „hängende Gletscher“ DAS Aushängeschild des Queulat Nationalparks in Chile und auf nahezu jeder Infobroschüre als Titelbild abgebildet. Der Gletscher gleicht einem gefrorenen Wasserfall, der in rund 200 Metern Höhe an einer Bergflanke hängt und sein Gletscherwasser in einen darunter liegenden Flusslauf ergießt.

Neben dem hängenden Gletscher sind auch der Padre García Wasserfall, der Risopatrón-See (mit Stränden und vor allem bei Fischern beliebt), die Los Pumas Lagune und der Cóndor Wasserfall sehenswert. Im bis zu 85°C warmen Wasser der Pyuhuapi Thermal Springs kann sogar im tiefsten Winter gebadet werden. Auch beim Lago Leones ist ein eindrucksvoller Gletscher zu finden, der weniger bekannt und daher auch kaum besucht ist.

Besuch des Queulat Nationalparks

Der Queulat Nationalpark liegt rund 20 Kilometer südlich der Stadt Puyuhuapi und ist über die Careterra Austral zu erreichen. Nach einer Abbiegung nach links müssen Besucher am Eingangstor Eintritt zahlen und erhalten Infomaterial, bevor sie in den Park gelassen werden. Die Campingplätze können ebenso mit dem Auto erreicht werden, wie ein großer Parkplatz, von dem aus zahlreiche Wanderungen starten.

Ein 5minütiger Spaziergang führt zu einem Aussichtspunkt, von dem aus sich als perfekter Einstieg ein sensationeller Blick auf den berühmten „Hängenden Gletscher“ und den beiden Wildbächen in seinem Canyon bietet.

Über eine Hängebrücke und eine Abzweigung nach rechts ist nach ca. 20 Gehminuten das Ufer des Gletschersees Laguna Tempanos zu erreichen. Am anderen Seeufer, das mit dem Boot zu erreichen ist, ist man dem Gletscher ganz nahe. Bei warmem Wetter kann das donnernde Kalben des Gletschers beobachtet werden, wenn riesige Eismassen in die Tiefe stürzen.

Wer sich bei der Hängebrücke nach links wendet, kann den Gletscher von oben betrachten und hat einen spektakulären Ausblick über die Gletscher, die Gipfel und den See.