Nationalpark Chiloé, Chile

Landschaft auf der Insel Chiloe, Chile  - © Dmitry Saparov / Shutterstock
© Dmitry Saparov / Shutterstock

Der Nationalpark Chiloé liegt eher in der südlichen Hälfte von Chile auf der gleichnamigen Insel und bietet eine fantastischen Vielfalt an Tieren und Pflanzen. Seine Holzkirchen zählen zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Der Nationalpark Chiloé liegt eher in der südlichen Hälfte von Chile auf der gleichnamigen Insel, die eine Fläche von ca. 430 Quadratkilometern hat und in drei Gebiete geteilt ist. Diese sind Chepu, Anay und die Insel Matealqui, welche den größten Teil der drei ausmacht. Der Nationalpark ist im Westen der Insel angesiedelt. Der Inselcharakter von Chiloé erlaubte die Entwicklung einer fantastischen Vielfalt an Tieren und Pflanzen (auf der Insel gibt es zum Beispiel 300 verschiedene Kartoffelsorten), die in der üppigen Vegetation ihren perfekten Lebensraum finden.

Unterwegs im Nationalpark von Chiloé

Man erreicht den Nationalpark von Chiloé entweder mit dem Auto über die Route 5 und Castro, die Hauptstadt der Insel, oder man nimmt von Castro aus den Bus. Die Fahrt dauert ca. zwei Stunden und endet direkt am Eingang des Nationalparks. Wer etwas länger Zeit hat, hat auch die Möglichkeit, mit dem Auto auf der Route 5 nach Süden bis Puerto Anguay zu fahren, von wo aus man mit dem Boot den Chepu flussabwärts fährt und später noch ein gutes Stück Weg zu Fuß zurücklegt. Insgesamt muss man für diese Reise ungefähr fünf Stunden einplanen.

Am Eingang des Parks erhält man nach Bezahlung eines geringen Eintrittspreises eine Karte des Gebietes und einen Überblick über die vielen idyllischen Wanderrouten, die durch den Park führen. Zu Fuß durch den Park ist man in nur 20 Minuten am Pazifik.

Am Rand des Parks lebt heute noch eine Gruppe Eingeborener, die immer noch manche örtliche Sitten und Bräuche verfolgen. Sie leben hauptsächlich von Landwirtschaft und von der Produktion handwerklicher Produkte, die an Touristen verkauft werden.

Faszinierende Holzkirchen

Der Nationalpark von Chiloé ist auch für seine vielen im Park befindlichen Holzkirchen berühmt, von denen heute ungefähr 20 zum UNESCO Weltkulturerbe zählen. Außerdem sieht man noch einige Palafittos, Häuser auf Pfählen, die am Ufer aufgebaut wurden. Ein Großteil dieser Palafittos wurde allerdings im Jahr 1960 bei einem furchtbaren Erdbeben zerstört – mit einer Magnitude von 9,5 auf der Richterskala das stärkste Erdbeben, das jemals gemessen wurde.

Der beste Zeitpunkt, um den Nationalpark von Chiloé zu besuchen, ist der Sommer (in Chile von Dezember bis März), wo man die Inseln in moderatem Klima mit dem Boot erkunden kann. Im Februar findet auch das Castro-Volksfest statt. Wer Glück hat, kann Pinguine beim Nisten beobachten oder bereits deren Jungtiere durch die Landschaft watscheln sehen.