Zentrum von Recife, Brasilien

Durch den Wohlstand aus dem erfolgreichen Handel mit Baumwolle und Zuckerrohr wurden in Recife prachtvolle Kolonialbauten errichtet, Brasilien - © elso Pupo / Shutterstock
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Das Zentrum von Recife ist dank des einstigen Wohlstandes von Pernambuco ein malerisches Labyrinth aus prachtvollen Kolonialbauten, zwischen denen nette Straßencafés zum Verweilen einladen.

Recife liegt an der Nordostküste Brasiliens und ist die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Pernambuco. Die fünftgrößte Stadt Brasiliens wird aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für die Region oft auch als „Hauptstadt des Nordostens” bezeichnet.

Die Strände und Küstenabschnitte von Recife werden von einem gewaltigen Felsenriff geschützt, dessen Muschel- und Korallenbänke an den vier Flüssen, die bei Recife in den Atlantik münden, durchbrochen sind. Daher hat die Stadt auch ihren Namen – „recife” bedeutet übersetzt „Riff”.

Geschichte von Recife

Im 16. und 17. Jahrhundert erlangte das heutige Pernambuco durch den regen Zuckerrohr- und Baumwollhandel großen Wohlstand, wodurch die Region um Recife für holländische Westhandels-Kompanie interessant wurde. Lange war Recife in erster Linie der Hafen, der den heute noch die historisch wertvolle Barockstadt Olinda mit dem Atlantik verband.

Prächtige Kolonialarchitektur in Recife, der Hauptstadt der Provinz Pernambuco, Brasilien - © sohadiszno / Shutterstock
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Doch dann kam ein gewisser Johann Moritz von Nassau-Siegen im Jahr 1637 nach Recife und gab in Recifes Flusslandschaft den Bau von Brücken, Kanälen und Dämmen in Auftrag. Als Generalgouverneur ließ er Hafenanlagen befestigen und Mangrovensümpfe trockenlegen und Recife wurde unter dem Namen „Mauritsstad” nach und nach zum Regierungssitz von Neu-Holland ausgebaut. Johann Moritz von Nassau-Siegen kehrte zwar nur sieben Jahre nach seiner Ankunft in Recife wieder nach Holland zurück, doch die für Recife typische Architektur ist zum Großteil seiner Planung zu verdanken.

Obwohl die Holländer Olinda bei ihrer Ankunft niederbrannten, behielten die reichen Plantagenbesitzer Olindas weiterhin ihre Macht, was zu Auseinandersetzungen mit Recifes Kaufleuten führte. Durch Eingreifen der portugiesischen Flotte gewann Recife jedoch die Oberhand, wodurch der wirtschaftliche Untergang Olindas eingeleitet wurde.

Die Kolonialbauten in Recife stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, Brasilien - © Travel Bug / Shutterstock
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Die prachtvollen Kolonialbauten und die schmucken Straßen der beiden Schwesterstädte begeistern noch heute jeden Besucher. Olinda wurde sogar von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Highlights von Recife

Recife Antigo

Wunderschönes Gebäue am Praça Rio Branco in der Altstadt von Recife, Brasilien - © Vitoriano Junior / Shutterstock
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Das Altstadtviertel der brasilianischen Stadt Recife liegt auf einer Insel, die durch den Rio Berberibe und den Atlantik begrenzt wird. Das malerischer Viertel Recife Antigo lockt mit historischen Sobrado-Häusern, schmucken Türmen und pittoresken Plätzen, die ideale Fotomotive abgeben. Nette Bars und Straßencafés laden zum Verweilen ein und sorgen für den idealen Ausklang eines eindrucksvollen Stadtrundgangs durch Recife.

Praça da Republica

Der prunkvolle "Palácio do Campo das Princesas", das Regierungsgebäude von Recife in Brasilien - © Travel Bug / Shutterstock
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Der prachtvolle Praça da Republica „Platz der Republik” in befindet sich an der Spitze des Stadtteils Santo Antônio mit seinen sehenswerten Kirchen und Kolonialbauten. Der Platz liegt direkt am Zusammenfluss von Recifes zwei großen Flüssen Capibaribe und Beberibe. Rund um den Praça da Republica erhebt sich ein eindrucksvolles Gebäude nach dem anderen, darunter Recifes Regierungsgebäude Palácio do Campo das Princesas, das wunderbare neoklassizistische Teatro de Santa Isabel, der kunstvoll verzierte Justizpalast und das Liceu Nóbrega de Artes e Ofícios, Sitz der Hochschule für Kunstgewerbe und größte jesuitische Bildungseinrichtung Brasiliens. Neben den imposanten Kolonialbauten wird der Praça da Republica noch von zahlreichen Statuen römischer Göttinnen geziert.

Capela Dourada

Über die Rua Imperador Dom Pedro II gelangt man vom Praça da Republica zum barocken Franziskanerkloster Convento Franciscano de Santo Antônio aus dem Jahr 1606. Dieses beherbergt die 1716 errichtet Capela Dourada („Goldene Kapelle”), die ihrem Namen alle Ehre macht. Sie gilt als bedeutendster barocker Prachtbau Recifes und begeistert durch eindrucksvolle mit Blattgold verzierte Schnitzarbeiten von Antônio Santiago und einer aufwendig bemalten Kuppel.

Die Aurora-Straße in Recife wird von farbenfrohen historischen Häusern gesäumt, Brasilien - © Vitoriano Junior / Shutterstock
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Ebenfalls Teil des Klosters sind die Igreja da Ordem Terceira de São Francisco aus dem Jahr 1804 und das Museu Franciscano de Arte Sacra, in dem sakrale Objekte ausgestellt sind.

Praça da Indepedência

Am Praça da Indepedência befindet sich die nächste Barockkirche, die Santíssimo Sacramento aus dem Jahr 1790, die mit kunstvollen Gemälden und Skulpturen und einem ebenfallt mit Blattgold überzogenem Barockaltar beeindruckt. Neben der Kirche gibt es am Praça da Indepedência jede Menge Straßenhändler zu sehen, die wild gestikulierend verhandeln, Essen zubereiten und afrobrasilianische Magie beschwören.

Fort Cinco Pontas und Museu da Cidade

Im Fort Cinco Pontas am gleichnamigen Praça das Cinco Pontas ist heute das städtische Museum „Museu da Cidade” untergebracht. Gemälde, Dokumente und Objekte berichten hier über die Geschichte Recifes von der holländischen Herrschaft bis heute. Das Fort Cinco Pontas wurde 1630 von den Niederländern als Fünfeck errichtet, jedoch nach seiner Zerstörung von den Portugiesen mit nur mehr vier Ecken wieder aufgebaut. Seine Bezeichnung „Festung der fünf Punkte” blieb dem Fort aber trotzdem.

Museu do Estado de Pernambuco

Pernambucs bundesstaatliches Museum „Museu do Estado de Pernambuco” (MEPE) wurde an der Avenida Rui Barbosa in einem schmucken Kolonialbau aus dem 19. Jahrhundert im Jahr 1929 eröffnet. Das Museum beherbergt an die 12.000 Arbeiten, die den Besucher auf einer Reise durch die Geschichte Pernambucos einladen. Die Werke reichen von der brasilianischen Kolonialzeit über die niederländische Regierungsperiode bis hin zum 20. und 21. Jahrhundert. Auch zeitgenössische Kunst von jungen aufstrebenden Künstlern wird im Zuge von Wanderausstellungen präsentiert.

Pátio de São Pedro

Am kopfsteingepflasterten Pátio de São Pedro fällt sofort die prächtige Catedral São Pedro ins Auge. Sie wurde 1782 mit aus Portugal importierten Steinen errichtet und besticht durch eine wunderbar bemalte Decke, sowie aus Jaracandáholz geschnitzten Altären und Türen. Umringt wird die eindrucksvolle Kirche von farbenfrohen Kolonialbauten.

Inmitten der historischen Kulisse haben sich zahlreiche Restaurants, Bistros und Bars etabliert. Der Pátio de São Pedro gilt außerdem als beliebter Künstlertreff, hier werden vor allem am Wochenende Konzerte und Folklore-Veranstaltungen abgehalten. Im Haus Nr. 11 ist das Museu de Arte Popular mit Werken von Künstlern aus Pernambuco untergebracht und im Casa do Carneval können Ausstellungsstücke des Karnevals von Recife bewundert werden.

Casa Cultura

Der markante runde Turm des Kulturhauses von Recife an der Rua Floriano Peixeto war früher ein Gefängnis. Heute ist es Zentrum für Kunsthandwerk und ein lebhafter Ort der Begegnung.

Mercado de São José

Der St. Josefs-Markt ist nicht nur der älteste von Recifes 24 öffentlichen Märkten, sondern der älteste Markt ganz Brasiliens. Seine historische Eisenkonstruktion stammt aus dem Jahr 1875 und war damals das erste Fertigteilhaus Brasiliens. Seine neoklassizistische Struktur ist an die typischen europäischen Markthallen des 19. Jahrhunderts angelehnt, allen voran inspirierte der öffentliche Markt im Pariser Stadtteil Grenelle. Auf einer Fläche von 3.500m2 ersetzte die Markthalle damals den Mercado da Ribeira Peixe, einen chaotischen Platz voller Obst-, Gemüse- und Fischhütten. 1994 musste die Markthalle nach einem schweren Brand großzügig renoviert werden und mittlerweile gibt es auf knapp 550 Ständen wieder Fisch, Obst und Gemüse, aber auch Textilien und Handwerkskunst zu kaufen.

Shopping-Center Recife

Das gigantische Einkaufszentrum von Recife wurde 1980 durch die beiden Großunternehmen Ancar und Ecisa errichtet und ist drei Ausbauprojekte später das größte Shopping-Center Lateinamerikas und die erste „Mega-Mall” im Nordosten von Brasilien. In seinen über 450 Geschäften, 10 Kinos, 8 Restaurants, 4 Food-Courts und über 50 Fast-Food-Lokalen finden Shopping-Wütige alles, was das Herz begehrt. Für die 90.000 Besucher jährlich stehen 5.000 Parkplätze zur Verfügung.

Karneval von Recife

Der Karneval von Recife beginnt bereits im Dezember, viele Wochen vor dem eigentlichen Karneval von Brasilien eine Woche vor Aschermittwoch, und zieht jedes Jahr Hunderttausende Besucher an. Die ausgelassenen Feierlichkeiten sind der beste Zeitpunkt, um die Traditionen von Recife und Olinda aus nächster Nähe zu erleben. Die beiden Städte pulsieren im Takt von Frevo und Maracuta, typischer Pernambuco-Musik. Mehr als 3.000 farbenprächtige Umzüge und Shows von über 430 Künstlergruppen ziehen durch die Straßen. Die größten Karnevals-Festivitäten finden am Faschingssamstag im Zuge von Galo da Madrugada im Zentrum von Recife statt, wo der Karnevalsbeginn auch mit einer Riesenparty eingeleitet wird. In der „Nacht der schweigenden Trommeln” am Pátio do Terço wird dem Tod von Sklaven gedacht.

Weitere Sehenswürdigkeiten von Recife

Der Strand von Boa Viagem befindet sich im Süden des gleichnamigen Stadtviertels von Recife, der Hauptstadt der brasilianischen Provinz Pernambuco - © ostill / Shutterstock
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Weitere Sehenswürdigkeiten von Recife sind der städtische „Hausstrand” Boa Viagem und die benachbarte UNESCO-Welterbe-Barockstadt Olinda.