Regierungsviertel in Brasilia, Brasilien

Blick auf das Regierungsviertel in Brasilia mit seinen weitläufigen Plätzen und futuristischen Bauten, die vom Architekten Oscar Niemeyer  entworfen wurden, Brasilien - © gary yim / Shutterstock
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Das Regierungsviertel in Brasilia ist das eindrucksvolle Zentrum von Brasiliens ausgeklügelter Hauptstadt und beeindruckt mit seinen weitläufigen Plätzen und futuristischen Bauten.

Die brasilianische Hauptstadt Brasilia wurde am 21. April 1964 nach 4-jähriger Planungs- und Bauzeit eröffnet, nachdem sie im wahrsten Sinne des Wortes auf der „Grünen Wiese” errichtet wurde. 1987 wurde Brasilia von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Entstehung der Hauptstadt Brasilia

Den Traum einer neu zu schaffenden Hauptstadt für das riesige Brasilien gibt es schon seit 1891. Damals wurde der Beschluss dafür sogar in der Verfassung verankert. Bis es dann soweit war, verging doch noch einige Zeit. Erst der Präsident Juscelino Kubitschek, der seine Amtszeit 1956 begann, setzte das Projekt unter dem Slogan “50 Jahre Fortschritt in fünf Jahren” um.

Brasilia steht in starkem Kontrast zu den berühmten Kolonialstädten des Landes, die über Jahrhunderte entstanden sind. Brasilia ist im Gegensatz dazu eine avantgardistische, in Beton gegossene, von vorne bis hinten durchgeplante Stadt und die einzige Hauptstadt der Welt, die komplett am Reißbrett entwickelt wurde.

Das Zentrum der Hauptstadt ist das eindrucksvolle Regierungsviertel, das – so wie die ganze Stadt – von Stadtplaner Lucio Costa, dem Architekten Oscar Niemeyer und dem Landschaftsarchitekten Burle Marx entworfen wurde. Unter der Woche wuseln hier die 200.000 Beamten durch die Gegend, die im Regierungsviertel arbeiten und etwa 10% der Bevölkerung Brasilias ausmachen. Am Wochenende ist das arbeitende Volk zu Hause und das Regierungsviertel Brasilias wie ausgestorben.

Highlights im Regierungsviertel von Brasilia

Für die Besichtigung des Regierungsviertels in Brasilia sollte man etwa einen halben Tag einplanen. Idealer Ausgangspunkt für einen Rundgang ist das Teatro National an der Estação Central.

Skulptur "Die Krieger" ("The Candangos") von Bruno Giorgi am Platz der drei Gewalten im Regierungsviertel von Brasilia, Brasilien - © ostill / Shutterstock
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Die drei Gewalten Exekutive, Legislative und Judikative gruppieren sich eindrucksvoll um den weitläufigen Platz der Drei Gewalten (Praça dos Três Poderes) in Brasilia.

An der Nordseite des Platzes thront der futuristisch anmutende Präsidentenpalast (Palácio do Planalto). Hier ist der offizielle Arbeitssitz des brasilianischen Präsidenten. Der Haupteingang wird nur bei Staatsbesuchen genutzt und von der Präsidentengarde bewacht. Der Zugang erfolgt sonst über den Nordeingang. An Sonntagen gibt es 20-minütige geführte Touren durch den Präsidentenpalast.

Die mächtigen Zwillingstürme des Nationalkongresses beherbergen die Büroräumlichkeiten der Abgeordneten und sind durch Tunnel unterirdisch verbunden, Brasilia, Brasilien - © ostill / Shutterstock
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Dominiert wird der Platz der Drei Gewalten jedoch nicht vom Palácio do Planalto, sondern von den mächtigen Zwillingstürmen des Nationalkongresses. Die beiden gigantischen Zylinder aus Stahl und Beton beherbergen die Büroräumlichkeiten der Abgeordneten und sind durch Tunnel unterirdisch mit anderen zugehörigen Bauten des Nationalkongresses verbunden.

Das flache Gebäude des obersten Gerichtshofs (Supremo Tribunal Federal) befindet sich an der Südseite des Platzes und wird durch ein riesiges schneeweißes Flachdach beherrscht.

Die symbolische Statue der Judikative vor dem obersten Gerichtshof auf dem Platz der drei Gewalten im Regierungsviertel von Brasilia, Brasilien - © ostill / Shutterstock
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1986 wurde an der Westseite des Platzes, der bisher unbebaut war, das Pantheon des Vaterlandes und der Freiheit Tancredo Neves (Panteão da Pátria e da Liberdade Tancredo Neves) eröffnet. Das Gebäude ist den „Nationalhelden” Brasiliens gewidmet, unabhängig ob es sich dabei um In- oder Ausländer handelt. Die Namen der Nationalhelden werden in einem Buch im 3. Stock festgehalten.

Die Kathedrale von Brasilia (Catedral Metropolitana) zählt zu den eindrucksvollsten Bauten im Regierungsviertel und bietet im Inneren 4.000 Gläubigen Platz, Brasilien - © ostill / Shutterstock
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Die Kathedrale von Brasilia (Catedral Metropolitana) zählt wohl zu den eindrucksvollsten Bauten im Regierungsviertel. Auf den ersten Blick würde man niemals denken, dass dieses moderne Ungetüm aus Glas, Beton und spitzen Stacheln eine Kathedrale sein soll. Doch weit gefehlt. Der erste Hinweis ist das riesige, schneeweiße Kreuz auf dem Dach der Kathedrale. Auf seinem kreisrunden, 70m messenden Grundriss, an dem sich 16 schlanke schneeweiße Streben nach oben schwingen, bietet das ungewöhnliche Gotteshaus von Brasilia 4.000 Gläubigen Platz. Durch das viele Glas, das noch dazu bunt bemalt ist, ist die Kathedrale bei Sonnenschein hell durchflutet und die einzigartige Deckenkonstruktion, von der drei Engelstatuen schweben, schafft einen ganz besonderen Flair.

Tipp: Den besten Überblick über die fantastischen Bauten und die gewaltigen Ausmaße des Regierungsviertels erhält man im Zuge eines Helikopter-Fluges, der in der Nähe des Fernsehturms gebucht werden kann.