Praia do Forte in Bahia, Brasilien

Der Praia do Forte liegt in Bahia, etwa 80km nördlich von Salvador, und zählt zu den schönsten Stränden Brasiliens. Kokospalmen, feiner Sand, ruhiges Meer und das gleichnamige malerische Dorf lassen Urlauberherzen höher schlagen.

Praia do Forte, ein idyllischer Ferienort im brasilianischen Bundesstaat Bahia, liegt etwa 80km nordöstlich des Zentrums von Salvador da Bahia. Das charmante Dorf mit seinem Bilderbuch-Strand ist einer der meistbesuchten Orte an der Küste von Bahia und zählt als Startpunkt der paradiesischen Linha Verde zu unseren 10 schönsten Stränden von Brasilien.

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BILDER: Praia do Forte in Bahia, Brasilien

Fotogalerie: Praia do Forte in Bahia, Brasilien

Anreise nach Praia do Forte

Praia do Forte kann gut mit dem Auto erreicht werden. Von Salvador da Bahia führt die Estrada do Coco (mautpflichtig!) direkt nach Praia do Forte. Als Linha Verde führt die Straße weiter entlang der Traumstrände im Norden von Praia do Forte bis in den Bundesstaat Sergipe.

Unterkunft in Praia do Forte

Hauptplatz in Praia do Forte in der Nähe von Salvador da Bahia, Brasilien - © ViniciusTupinamba/Shutterstock
© ViniciusTupinamba/Shutterstock

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Praia do Forte wurde im Jahr 1971 vom deutschstämmigen Industriellen Klaus Peters praktisch mitsamt seinen Einwohnern erworben und zu einem Öko-Feriendorf ausgebaut. Peters war auch Architekt, von dem heute noch einige Bauten zu sehen sind, unter anderem das Eco Resort Tivoli und das wunderschöne Hotel Porto da Lua direkt am Strand. Es gibt hier Gott sei Dank nach wie vor keine Bettenburgen, denn es darf nicht höher gebaut werden, als die Kokospalmen wachsen.

Das ehemalige Fischerdorf war früher hat ein echter Geheimtipp ohne großartige Infrastruktur, hat sich aber mittlerweile perfekt auf den Tourismus eingestellt. Hotels, Pensionen, die kleinen, „Pousadas“ genannten Strandhäuser und unzählige Restaurants bieten alles, was das Urlauberherz begehrt. Der Ortskern von Praia do Forte wird von einer malerischen Fußgängerzone geprägt, die vor Souvenirläden, Cafés und Bars nur so strotzt.

Strand von Praia do Forte

Gleich neben dem schneeweißen Leuchtturm am Praia do Forte befindet sich das Meeresschildkröten-Schutzprojekt, Bahia, Brasilien - © ViniciusTupinamba/Shutterstock
© ViniciusTupinamba/Shutterstock

Praia do Forte bietet seinen Besuchern einen 12km langen Traumstrand, der jedes Urlauberherz höher schlagen lässt. Das vorgelagerte Riff mildert die wilde Brandung des Atlantiks und so schmiegt sich das türkisblaue Meer sanft an die feinsandige Küste.

Die allgegenwärtigen Kokospalmen, die angenehmen Schatten spenden, haben dieser Küstenregion auch den Namen „Costa dos Coqueiros“ eingebracht.

Etwas weiter im Landesinneren begeistert die Landschaft mit rauschenden Wasserfällen, kristallklaren Lagunen und dem wundervollen Flussdelta des Rio Pojuca, der im Urwald entspringt und am Praia do Forte in den Atlantik mündet.

Gleich neben dem schneeweißen Leuchtturm am Praia do Forte befindet sich das Besucherzentrum des Brasilianischen Meeresschildkröten-Schutzprojektes.

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Projeto TAMAR – Schutz der Meeresschildkröten

Die bis zu drei Meter großen Meeresschildkröten stehen am Praia do Forte im Projekt TAMAR unter Schutz, Brasilien - © Tony Northrup / Shutterstock
© Tony Northrup / Shutterstock

Das Projekt TAMAR („Tartarugas Marinhas“ – „Meeresschildkröten“) wurde 1980 von der Umweltbehörde IBAMA gegründet und befasst sich mit Schutz und Erforschung von Meeresschildkröten. Sowohl Besucher und Einheimische als auch nationale und internationale Untersuchungen unterstützten die Non-Profit-Organisation.

Die bis zu 3m großen gepanzerten Riesen haben einige Strände an Brasiliens Atlantikküste als Brutplatz auserkoren. Insgesamt kommen fünf verschiedene Schildkröten-Arten zum Brüten auf Brasiliens Strände. An der gesamten Küste Brasiliens werden jedes Jahr etwa 5 Millionen junger Schildkröten unter dem Schutz des Projektes in ihr neues Leben im Meer entlassen. Zu diesem Zweck sind rund 1000 Kilometer Strand unter Schutz gestellt. Zur kritischen Zeit werden die Gelege markiert oder ganze Strandabschnitte für Besucher gesperrt.

An über 20 Stationen werden die Schildkröten betreut und erforscht. In besonders gefährdeten Regionen werden die Nester der Meeresschildkröten ausgegraben, die Jungtiere an einem sicheren Ort aufgezogen und anschließend ausgesetzt.

Zusätzlich zum aktiven Schutz der Meeresschildkröten leistet die Organisation auch Öffentlichkeitsarbeit über die Gefahren, denen die Schildkröten durch den Menschen ausgesetzt sind und das empfindliche Gleichgewicht der Natur.

Um die Schildkrötenjagd einzudämmen unterstützt TAMAR außerdem die ortsansässigen Fischer bei der Erschließung neuer Einkommensquellen, wie zum Beispiel Austernzuchten.

Hauptbasis des Projeto TAMAR: Praia do Forte

Die Zentrale des Projeto TAMAR liegt in Praia do Forte, jenem zauberhaften Ferienort am Übergang der beiden idyllischen Küstenstraßen Estrada de Coco und Linha Verde. Hier überwacht die Organisation einen rund 30km langen Küstenstreifen, auf dem sowohl Eiablage als auch das Schlüpfen der Jungen nach etwa 50 Tagen beobachtet werden.

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Das Besucherzentrum ist das größte und aktivste des Projeto TAMAR und liegt am Ende der Siedlung gleich neben dem schneeweißen Leuchtturm. Es ist für Touristen perfekt aufbereitet und ähnelt inklusive Eintrittsgebühr einem kleinen Themenpark. In den Meerwasserbecken könnt ihr die heimischen Karett-, Leder-, Bastard- und die Grünen Meeresschildkröten beobachten.

BILDER: Projeto TAMAR in Praia do Forte

Fotogalerie: Projeto TAMAR in Praia do Forte

Weitere Besucherzentren des Projeto TAMAR

Die Besucherstationen des Projeto TAMAR informieren über das Leben der Meeresschildkröten an Brasiliens Küste - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

An vielen Orten informieren Besucherzentren mit Ausstellungsstücken, Fotos und Videovorführungen über die Aktivitäten des Projektes, das Leben und die Gefährdung der Meeresschildkröten. Daneben können natürlich auch Schildkröten aller Altersklassen in eigenen Becken beobachtet werden.

Die Stationen des Projeto TAMAR haben sich mittlerweile zu eigenen Touristenattraktionen entwickelt, die neben reiner Information auch Beobachtungen der Schildkröten anbieten. Eine Schildkrötenmutter an ihrem Nest oder die Jungen auf ihrem gefährlichen Weg zum Meer einmal live zu sehen, ist wahrlich ein unvergessliches Erlebnis!

Tipp: Die beste Reisezeit, um die Schildkröten beim Schlüpfen zu beobachten, ist der brasilianische Sommer zwischen Dezember und Februar.

Die Besucherzentren des Projeto TAMAR sind neben jenem in Praia do Forte über die gesamte Küste Brasiliens verstreut:

  • Bahia: Praia do Forte, Arembepe
  • Sergipe: Aracaju, Pirambu
  • Pernambuco: Fernando de Noronha
  • Espirito Santo: Regência, Vitória
  • Santa Catarina: Florianópolis
  • São Paulo: Ubatuba
  • Rio Grande do Norte: Atol das Rocas, Pipa

BILDER: Projeto TAMAR in Pirambu – Brasilien

Fotogalerie: Projeto TAMAR in Pirambu, Brasilien

Wale vor Praia do Forte

Doch nicht nur Meeresschildkröten fühlen sich in der Umgebung von Praia do Forte wohl. Zwischen Juli und Oktober ist Bahias Küste auch für Buckelwale interessant. Zu Spitzenzeiten tummeln sich an die hundert Wale vor dem Praia do Forte, denen per Boot oder mit dem Flugzeug ein unvergesslicher Besuch abgestattet werden kann.

Burg von Garcia d’Ávila

Die Burg von Garcia d’Avila etwa 5km von Praia do Forte entfernt ist die einzige mittelalterliche Burg Brasiliens und untrennbar mit der frühen Geschichte des Landes verbunden. Sie liegt auf dem höchsten Punkt zwischen Salvador und Aracaju und bietet auf grüner Wiese inmitten von Kokospalmen ein prachtvolles Fotomotiv sowie einen spektakulären Rundumblick über die Küste Bahias.

BILDER: Burg von Garcia d’Ávila

Fotogalerie: Castelo Garcia d’Ávila bei Praia do Forte

Größter Landsitz aller Zeiten

Die schmucke Burg wurde im Jahr 1551 von der Adelsfamilie d’Ávila erbaut. Der Patriarch der Familie war ein Portugiese eher niedriger Abstammung und einst Lagerhalter von Tomé de Sousa, dem ersten General-Gouverneur Brasiliens. Er unterstützte den ersten Gouverneur des Landes beim Aufbau der Kolonie Brasilien mit Hauptsitz in Salvador und erhielt zum Dank das hübsche Grundstück für sein Castelo.

Über drei Generationen blieb das Castelo Garcia d’Ávila in Familienbesitz, das übrigens den größten Landsitz aller Zeiten sein Eigen nennen durfte. Als die ersten europäischen Siedler nach Brasilien kamen war das Land noch völlig unbewohnt und so erhielt Garcia d’Ávila Ländereien im Ausmaß von sage und schreibe rund 980.000 Quadratkilometern. Das entspricht der Summe der Flächen von Spanien, Portugal, Italien, den Niederlanden und der Schweiz.

Besuch des Castelo Garcia d’Ávila

Garcia d’Avila unterstützte den ersten Gouverneur des Landes beim Aufbau der Kolonie Brasilien und erhielt zum Dank das hübsche Grundstück für sein Castelo - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Die Zufahrt zur Burg der Familie d’Ávila erfolgt über eine Piste aus roter Erde, die bei trockenem Wetter auch mit dem PKW befahrbar ist. Die Burgruine kann auch mit dem Taxi erreicht werden und gehört zu den interessantesten Attraktionen in der Umgebung.

Touristen werden vom Besucherzentrum des Castelo Garcia d’Ávila begrüßt, dessen Museum für einige Real besichtigt werden kann. Infotafeln erzählen die Geschichte der kleinen Festung und ein Modell zeigt wie das Anwesen vor knapp 500 Jahren aussah.

Ein gepflasterter und von Palmen gesäumter Weg führt zum eigentlichen Castelo Garcia d’Ávila. Sein einst stattliches Äußeres ist heute nur noch anhand einiger Ruinen erkennbar, die seit 1938 unter Denkmalschutz stehen. Besonders auffällig, da schneeweiß und am besten renoviert ist die Kapelle der Festung. Ihr Inneres zieren ein schlichter Holztisch, ein einfaches Kreuz und einige Heiligenfiguren.

Frühwarnsystem gegen feindliche Schiffe

Das Castelo Garcia d’Avila liegt auf dem höchsten Punkt zwischen Salvador und Aracaju und bietet einen spektakulären Rundumblick über die Küste Bahias, Brasilien - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Auch wer die Burg nicht von innen besichtigen will, ein Spaziergang oder eine Fahrradtour lohnt sich allemal, denn von der 50m hohen Anhöhe bietet sich ein traumhafter Blick über Praia do Forte.

Die wunderbare Aussicht diente damals nicht nur dem Vergnügen der Familie d’Ávila, sondern vor allem dem Schutz der Portugiesen, möglichst bald Schiffe zu erspähen. Durch Licht- oder Rauchsignale wurde die Stadt Salvador über Zwischenstationen in Arembepe und Abrantes über das Eintreffen von Handelsgaleeren oder feindlichen Schiffen benachrichtigt.

Weiterführende Links:

Offizielle Website von Praia do Forte
Offizielle Website des Projeto TAMAR

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