Lago Paranoá in Brasilia, Brasilien

Der Lago Paranoá ist ein künstlicher See im Osten von Brasilia. Sein Ufer wird neben Wassersporteinrichtungen, Hotels und Lokalen von einigen der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Brasilias gesäumt.

Der Lago Paranoá (Paranoá-See) liegt im östlichen Teil von Brasilia. Als idyllisches Freizeit- und Sportzentrum der brasilianischen Hauptstadt zählt er zu unseren Top 10 Sehenswürdigkeiten von Brasilia.

Anzeige

Das Konzept für den Lago Paranoá entstand bereits im Jahr 1894 im Rahmen der Planung des „Nova Capital“ durch den belgischen Astronomen Luís Ferdinand Cruls. Die Errichtung des Sees erfolgte jedoch erst in den 1960er-Jahren, in der Regierungszeit von Juscelino Kubitschek, dem Gründer Brasilias. Ziel war, die Luftfeuchtigkeit im Regierungsviertel Brasilias zu erhöhen.

Durch die Aufstauung des Rio Paranoá umfasst der Lago Paranoá nun eine Fläche von knapp 50 Quadratkilometern und ist im Durchschnitt 12m tief. Die tiefste Stelle liegt bei 38m. Gespeist wird der See hauptsächlich vom Rio Paranoá und noch einigen kleinen Nebenflüssen.

Sehenswürdigkeiten am Lago Paranoá

Der Lago Paranoá wird von einigen bedeutenden Sehenswürdigkeiten umrahmt. Der Umkreis des Sees misst 80km, ein Spaziergang an der Uferpromenade gleicht einer ganz besonderen Sightseeing-Tour.

Neben den imposanten Bauwerken Brasilias und den vielen Lokalen bietet die Uferpromenade des Lago Paranoá auch zwei künstliche Strände, den „Prainha“ und den „Piscinão do Lago Norte“. Die beiden Ortschaften am See, Lago Sul (Südsee) und Lago Norte (Nordsee) leiten ihre Namen vom Lago Paranoá ab.

Juscelino-Kubitschek-Brücke

Die futuristisch anmutende Juscelino-Kubitschek-Brücke am Lake Paranoá in Brasilia, Brasilien wurde nach dem Gründer Brasilias benannt - © InkaOne / Shutterstock
© InkaOne / Shutterstock

Die drei futuristischen Bögen über der Paranoá-Lagune  gehören zur Juscelino-Kubitschek-Brücke. Sie verbindet den südlichen Stadtteil São Sebastião Paranoá mit der„Eixo Monumental“, der zentral verlaufenden Ost-West-Achse Brasilias.

Anzeige

Sie ist auch unter „Präsident JK-Brücke“ oder kurz „Ponte JK“ bekannt und wurde nach dem ehemaligen Präsidenten Brasiliens und Gründer Brasilias benannt. Im Jahr 2003 wurde die Juscelino-Kubitschek-Brücke von der ABCEM, der brasilianischen Vereinigung der Stahlkonstrukteure, als beste Stahlkonstruktion gekürt.

Bau der Juscelino-Kubitschek-Brücke

Der Bau der Brücke wurde in einem Architekturwettbewerb landesweit ausgeschrieben. Im Dezember 1998 fiel die Wahl auf den Entwurf des Architekten Alexandre Chan, der für sein geniales Werk noch im selben Jahr mit der Gustav-Lindenthal-Medaille des Staates Pennsylvania ausgezeichnet wurde. Für die technische Errichtung war der Ingenieur Mário Vila Verde zuständig.

Das eindrucksvolle Ungetüm aus Stahl und Beton wird von drei gewaltigen, asymmetrisch angeordneten Stahlbögen gestützt, die sich gleich riesiger Flügel 61 Meter über der Lagune Paranoá erheben. Die monumentalen Bögen wurden in Ipatinga vormontiert und über gewaltige Sondertransporte nach Brasilia transportiert.

Die insgesamt 69 Module hatten je ein Gewicht von etwa 40 Tonnen und wurden vor Ort zusammengeschweißt. Die massiven Stahlseile, die an den Bögen befestigt sind, tragen eine sechsspurige Schnellstraße inklusive Fußgänger- und Fahrradstreifen.

Die feierliche Eröffnung der Brücke fand im Dezember 2002 statt und schon bald wurde die Juscelino-Kubitschek-Brücke zu einem Wahrzeichen von Brasilia. Ihre bizarre Schönheit ist vor allem bei Nacht absolut fantastisch, wenn die Brücke von Scheinwerfern theatralisch in Szene gesetzt wird.

Kritiken an der Jusecelino-Kubitschek-Brücke

Trotz der strukturellen Schönheit der Brücke gab es einige Kritiker, nach deren Meinung der futuristische Bau ganz und gar nicht in die nach der Moderne gestaltete Umgebung Brasilias passt. Mehrere Änderungen der ursprünglichen (undurchführbaren) Pläne und die komplizierte Bauweise (die Brücke wurde zuerst auf neun Pfeilern errichtet, die dann wieder abgerissen wurden, damit sie nur von den Bögen gehalten wird) trieben außerdem die Kosten in die Höhe.

Als dann nur acht Jahre nach ihrer Eröffnung, die Brücke bereits renoviert werden musste, beliefen sich die tatsächlichen Kosten auf das Vierfache der ursprünglich veranschlagten.

Die Juscelino-Kubitschek-Brücke in Zahlen

Länge: 1.200 Meter
Breite: 24 Meter
Höhe der Tragbögen: 61 Meter
Reichweite der drei Tragbögen: je 240 Meter
Anzahl der Stahlseile: 41
Geschätzte Kosten: 40 Millionen US-Dollar
Tatsächliche Kosten: 160 Millionen US-Dollar

Palácio da Alvorada

Der Alvorada Palace ist die Residenz des brasilianischen Präsidenten und liegt direkt am Ufer des Lake Paraná in Brasilia, Brasilien - © gary yim / Shutterstock
© gary yim / Shutterstock

Anzeige

Der Palácio da Alvorada ist der offizielle Wohnsitz des Präsidenten von Brasilien. Er befindet sich auf einer Halbinsel im Paranoá-See und zählt zum historischen Nationalerbe Brasiliens.

Wie so viele Gebäude in Brasilien wurde auch der Palácio da Alvorada von Oscar Niemeyer entworfen. Im Stil der Moderne schuf der berühmte brasilianische Architekt eine prachtvolle Komposition aus schneeweißem Marmor, Glas und Wasser. 1958 war der Bau des Palastes abgeschlossen, zwei Jahre vor der offiziellen „Eröffnung“ von Brasilia. Seit Juscelino Kubitschek, dem Begründer Brasilias, wird der Palácio da Alvorada als präsidialer Palast genutzt.

Symbol für den Aufschwung in Brasilien

Ursprünglich hieß das futuristisch anmutende Gebäude einfach nur „Präsidentenpalast“. Nach einem Zitat seines ersten Bewohners, Juscelino Kubitschek, der die Errichtung von Brasilia als neue Hauptstadt als den Sonnenaufgang Brasiliens bezeichnete, erhielt der Palast seinen heutigen Namen: „Palácio da Alvorada“, „Palast des Sonnenaufgangs„.

Der Palácio da Alvorada wurde rasch zum Symbol einer neuen architektonischen Bewegung in Brasilien und einem Sinnbild für Bewegung und Fortschritt – sowohl kulturell als auch technisch. Die markanten Säulen des Palácio da Alvorada sind im Wappen von Brasilia wieder zu finden.

Ausstattung des Palácio da Alvorada

Der Palácio da Alvorada umfasst eine Fläche von 7.000 Quadratmetern und beherbergt auf drei Stöcken neben den Privaträumlichkeiten des Präsidenten ein Kino, eine Bibliothek mit über 3.400 Büchern verschiedenster literarischer Bereiche, Verwaltungsräumlichkeiten und eine eigene medizinische Versorgung. Die öffentlich zugänglichen Räumlichkeiten liegen im Erdgeschoß.

Die Eingangshalle, das Wartezimmer, der Musikraum und das Staatszimmer sind mit prachtvollen Gemälden und Skulpturen namhafter Künstler, wie Alfredo Ceschiatti und Victor Brecheret, geschmückt. Das Mobiliar ist eine exquisite Mischung aus zeitgenössischen als auch antikem Stücken. In der Bibliothek hängen drei wunderschöne gerahmte historische Landkarten. Die Dekoration des Bankett-Zimmers übernahm übrigens Niemeyers Gattin Anna Maria.

72 Bedienstete sorgen rund um die Uhr für das Wohl und die Sicherheit des brasilianischen Präsidenten.

Anzeige

Im Jahr 2004 ordnete Marisa Leticia Lula da Silva, die Frau des damaligen Präsidenten Luiz Inácio „Lula“ da Silva, eine umfassende Renovierung an. Von den Böden über das Mobiliar bis hin zu den elektrischen Leitungen und der Klimaanlage wurde der Palast überarbeitet und modernisiert. Dies dauerte zwei Jahre und kostete über 18 Millionen Dollar.

Sperrzone für Touristen

Der Palácio da Alvorada kann leider nicht besichtigt werden. Näher als zum 300 Meter entfernten Parkplatz kommt man als „normaler Besucher“ auch nicht an das Gebäude heran. Von dort kann man allerdings Fotos von der imposanten Außenfassade schießen.

Die weiteren Gebäude, die um den Lago Paranoá gruppiert sind, sind die Universität von Brasilien, Botschaften, Konsulate, Hotels, Restaurants und diverse Wassersporteinrichtungen.

Aktivitäten am Lago Paranoá

Im See befinden sich drei Inseln, die Ilha do Paranoá, die Ilha do Retiro und die Ilha dos Clubes. Über der Wasseroberfläche ziehen immer wieder Kormorane, Reiher und sogar der eine oder andere Fischadler ihre Kreise. Da Brasilia selbst eine sehr saubere Stadt ist, zählt der Lago Paranoá zu den saubersten Seen der Welt.

Segeln und Wassersport

Zahlreiche Piers und Marinas am Lago Paranoá laden zum Segeln ein. Das Regierungsviertel von Brasilia verfügt über mehr als 11.000 registrierte Schiffe und unterhält somit die drittgrößte Flotte Brasiliens. Weitere Wassersportmöglichkeiten sind Rudern, Kanufahren, Wakeboarden und Wasserskifahren.

Tauchen für Entdecker

Für mutige Taucher gibt es in den Tiefen des Laga Paranoá ein Schiffswrack zu entdecken, dass 2011 mit über hundert Menschen an Bord gesunken ist, sowie das versunkene Dorf Vila Amaury. In dieser Siedlung lebten einst die ersten Arbeiter, die Brasilia errichteten. Nur zehn Meter unter der Wasseroberfläche findet man heute noch die ersten Spuren von Brasilias Geschichte in Form von Mauern, Töpfen, Böden und sogar persönlichen Gegenständen.

Angeln nach dem größten Fisch

Seit dem Jahr 2000 darf am Lago Paranoá auch geangelt werden. Neben den heimischen Buntbarschen, Salmlern und den räuberischen Traíra wurden auch „fremde“ Fische wie der Karpfen eingeführt. Diese sollen den See vor allem von Algen befreien.

Anzeige

Tipp: Viele Anrainer am Lago Paranoá bieten Bootstouren an, die man einmal gemacht haben sollte. Vom See aus bietet sich ein einzigartiger Blick auf die Sehenswürdigkeiten und die Skyline von Brasilia.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
error: