Forte de Copacabana in Rio de Janeiro, Brasilien

Das geschichtsträchtige Copacabana Fort am berühmten gleichnamigen Strand von Rio de Janeiro fungiert heute als Ausflugsziel und Museum, Brasilien - © f11photo / Shutterstock
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Das geschichtsträchtige Copacabana Fort am berühmten gleichnamigen Strand von Rio de Janeiro fungiert heute als Ausflugsziel und Museum und wird bei der Sommer-Olympiade 2016 als Schauplatz dienen.

Die Copacabana-Festung gehört, wie auch das Forte Santa Cruz und das Fortaleza São João, zu einer Kette von Verteidigungsanlagen, die zur Kolonialzeit Brasiliens die Guanabara Bucht bei Rio de Janeiro vor feindlichen Eindringlingen schützen sollten.

Die Festung befindet sich am südlichen Ende des berühmten Strandes von Copacabana und ist für Besucher geöffnet. Einst stand an ihrer Stelle eine kleine Kapelle, die eine Statue der Jungfrau von Copacabana beherbergte, der Schutzheiligen des „ursprünglichen“ Copacabana in Bolivien.

Bei den Olympischen Sommerspielen 2016 war die Festung in den Rennrad-Bewerb, den Schwimm-Marathon und den Triathlon involviert.

Geschichte des Copacabana-Forts

1908 errichtete das brasilianische Militär hier eine moderne Verteidigungsanlage zum Schutz des Strandes und der Hafeneinfahrt von Rio de Janeiro. 1914 war der Bau beendet. Die beiden Kanonentürme, genannt „André Vidal“ und „Duque de Caxias“, waren mit Krupp-Kanonen bestückt, deren Schussweite über 20 Kilometer betrug. Mehrere um 180° schwenkbare Schnellschuss-Kanonen komplettierten das furchteinflößende Waffenarsenal der Copacabana-Festung. Erst 1987 wurde die Küstenverteidigung der Guanabara-Bucht zurückgezogen und damit auch die Besetzung des Copacabana-Forts aufgelöst.

1987 wurde die Küstenverteidigung von Rio de Janeiro zurückgezogen und damit auch die Besetzung des Copacabana-Forts aufgelöst, Brasilien - © Su Justen / Shutterstock
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Tenentismo-Aufstände in Rio de Janeiro

Im Sommer 1922 richteten sich die Kanonen des Forts allerdings gegen die Stadt selbst, als am 5. Juli die erste Revolte der Tenentismo-Aufstände geschah. Junge Offiziere, die mit der Situation in der Alten Republik Brasilien unzufrieden waren, richteten die Kanonen auf Rio – die Antwort vom gegenüberliegenden Forte Santa Cruz ließ damals nicht lange auf sich warten.

Die brasilianische Regierung ließ außerdem ihre beiden Kriegsschiffe São Paulo und Minas Geraes auffahren. Die gemeinsamen Salven, die auf die Festung niedergingen, und mindestens zwei empfindliche Treffer landeten, zwangen die Rebellen nach nur einer halben Stunde zur Kapitulation.

Museu Histórico do Exército (Historisches Heeresmuseum)

Interessierte können nicht nur das Innere einer echten militärischen Festung hautnah erleben, sondern lernen auch etwas über die Geschichte der Armee in Rio. Im Museu Histórico do Exército, dem Heeresmuseum des Copacabana Forts, können die verschiedenen Epochen und Geschehnisse der brasilianischen Armee nachvollzogen werden, obgleich Brasiliens Involvierung in die beiden Weltkriege nur am Rande erwähnt wird.

Ebenfalls interessant sind die historischen Artillerie-Geschütze, die in einem idyllischen Park am Meeresufer ausgestellt sind. Gemeinsam mit den Festungen Lage und Imbui ist das Copacabana-Fort außerdem das weltweit einzige, in welchem die Kuppeln mit den Krupp-Kanonen noch besichtigt werden können.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Copacabana Forts in Rio (portugiesisch/englisch)