Castelo Garcia d’Ávila bei Praia do Forte, Brasilien

Die Burg von Garcia d’Avila in der Nähe von Praia do Forte ist die einzige mittelalterliche Burg Brasiliens - © FRASHO / franks-travelbox
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Auf dem Castelo Garcia d’Ávila in der Nähe von Praia do Forte lebte einst einer der ersten Portugiesen, die Brasilien kolonisierten – prachtvoller Rundumblick inklusive.

Die Burg von Garcia d’Avila etwa 5km von Praia do Forte entfernt ist die einzige mittelalterliche Burg Brasiliens und untrennbar mit der frühen Geschichte des Landes verbunden. Sie liegt auf dem höchsten Punkt zwischen Salvador und Aracaju und bietet auf grüner Wiese inmitten von Kokospalmen ein prachtvolles Fotomotiv sowie einen spektakulären Rundumblick über die Küste Bahias.

BILDER: Castelo Garcia d’Ávila am Praia do Forte

Größter Landsitz aller Zeiten

Die schmucke Burg wurde im Jahr 1551 von der Adelsfamilie d’Ávila erbaut. Der Patriarch der Familie war ein Portugiese eher niedriger Abstammung und einst Lagerhalter von Tomé de Sousa, dem ersten General-Gouverneur Brasiliens. Er unterstützte den ersten Gouverneur des Landes beim Aufbau der Kolonie Brasilien mit Hauptsitz in Salvador und erhielt zum Dank das hübsche Grundstück für sein Castelo.

Über drei Generationen blieb das Castelo Garcia d’Ávila in Familienbesitz, das übrigens den größten Landsitz aller Zeiten sein Eigen nennen durfte. Als erste europäische Siedler Brasiliens war das Land damals noch völlig unbewohnt und so erhielt Garcia d’Ávila Ländereien im Ausmaß von sage und schreibe rund 980.000km2. Das entspricht der Summe der Flächen von Spanien, Portugal, Italien, den Niederlanden und der Schweiz.

Besuch des Castelo Garcia d’Ávila

Die Zufahrt zur Burg der Familie d’Ávila erfolgt über eine Piste aus roter Erde, die bei trockenem Wetter auch mit dem PKW befahrbar ist. Die Burgruine kann auch mit dem Taxi erreicht werden und gehört zu den interessantesten Attraktionen in der Umgebung.

Garcia d’Avila unterstützte den ersten Gouverneur des Landes beim Aufbau der Kolonie Brasilien und erhielt zum Dank das hübsche Grundstück für sein Castelo - © FRASHO / franks-travelbox
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Touristen werden vom Besucherzentrum des Castelo Garcia d’Ávila begrüßt, dessen Museum für einige Real besichtigt werden kann. Infotafeln erzählen die Geschichte der kleinen Festung und ein Modell zeigt wie das Anwesen vor knapp 500 Jahren aussah.

Ein gepflasterter und von Palmen gesäumter Weg führt zum eigentlichen Castelo Garcia d’Ávila. Sein einst stattliches Äußeres ist heute nur noch anhand einiger Ruinen erkennbar, die seit 1938 unter Denkmalschutz stehen. Besonders auffällig, da schneeweiß und am besten renoviert ist die Kapelle der Festung. Ihr Inneres zieren ein schlichter Holztisch, ein einfaches Kreuz und einige Heiligenfiguren.

Frühwarnsystem gegen feindliche Schiffe

Auch wer die Burg nicht von innen besichtigen will, ein Spaziergang oder eine Fahrradtour lohnt sich allemal, denn von der 50m hohen Anhöhe bietet sich ein traumhafter Blick über Praia do Forte.

Das Castelo Garcia d’Avila liegt auf dem höchsten Punkt zwischen Salvador und Aracaju und bietet einen spektakulären Rundumblick über die Küste Bahias, Brasilien - © FRASHO / franks-travelbox
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Die wunderbare Aussicht diente damals nicht nur dem Vergnügen der Familie d’Ávila, sondern vor allem dem Schutz der Portugiesen, möglichst bald Schiffe zu erspähen. Durch Licht- oder Rauchsignale wurde die Stadt Salvador über Zwischenstationen in Arembepe und Abrantes über das Eintreffen von Handelsgaleeren oder feindlichen Schiffen benachrichtigt.