Carioca-Aquädukt in Rio de Janeiro, Brasilien

Die Tram ist abgesehen von Bussen das einzige öffentliche Verkehrsmittel, welches über das Carioca-Aquädukt nach Santa Teresa fährt, Rio, Brasilien - © lazyllama / Shutterstock
© lazyllama / Shutterstock

Seit dem späten 19. Jahrhundert hat das Carioca Aquädukt als Trinkwasser-Lieferant ausgedient und dient nun als Brücke für die berühmte „Bonde“, die leuchtend gelbe Straßenbahn von Santa Teresa und ältestes Schienenfahrzeug Südamerikas.

Im Zentrum von Rio de Janeiro zeugt das Carioca Aquädukt von den hervorragenden Architektur- und Ingenieursleistungen des 18. Jahrhunderts. Es wurde damals errichtet, um die Metropole Brasiliens mit Trinkwasser aus dem Fluss Carioca zu versorgen. Heute ist das attraktive Bauwerk zwischen den Stadtvierteln Lapa und Santa Teresa ein populäres Denkmal aus der Kolonialzeit und Brücke für die leuchtend gelbe „Bonde“. Die älteste Straßenbahn von Südamerika bringt Urlauber und Einheimische in das farbenfrohe Künstlerviertel von Rio, das sich über die Hügel hinter dem Stadtzentrum erstreckt.

Schlechtes Wasser rund um Rio – die Geschichte des Carioca-Aquädukts

In den Anfängen der Metropole bestand, wie heute immer noch große Teile Brasiliens, auch die Gegend um Rio aus Sümpfen mit schlechter Wasserqualität. Daher kam auch die Tupi-Bezeichnung „Tijuca“ für die Region um Rio, denn das bedeutet „schlechtes Wasser“. Trinkwasser musste mühsame von Hand herangeschafft werden und alle Versuche, Kanäle zu graben, schlugen fehl.

1706 gab man den schleppenden Kanal-Plan auf und verlängerte die Strecke vom heutigen Largo da Carioca bis ins Stadtzentrum über ein Aquädukt. Das erste Bauwerk war im Jahr 1723 fertiggestellt. Das Prinzip funktionierte bestens und wurde bald ausgebaut. Das Carioca-Aquädukt, das wir heute noch kennen, wurde 1750 eingeweiht. Sein eindrucksvollstes Teilstück sind die schneeweißen Bögen im Stadtteil Lapa, die bis ins Künstlerviertel Santa Teresa reichen.

„Arcos da Lapa“ – Brücke für die älteste Straßenbahn der Welt

Schon von weitem springen jedem Besucher die schneeweißen Lapa-Bögen ins Auge, die mittlerweile zu einem Wahrzeichen von Rios Stadtteil Lapa geworden sind. Die markante Brücke ist 270 Meter lang und bis zu rund 17 Metern hoch. Insgesamt 42 Bögen leiten die berühmte Straßenbahn von der Altstadt von Rio de Janeiro bis in die Hügel von Santa Teresa.

Um die Attraktivität des Carioca-Aquädukts an dieser Stelle noch zu erhöhen, wurden in den 1960er-Jahren sogar einige Häuser abgerissen. Nun haben sowohl das menschliche Auge, als auch die Linsen der Kameras freie Sicht auf das beeindruckendste Aquädukt von Rio de Janeiro.