Brasilianisches Nationalmuseum in Rio de Janeiro, Brasilien

Das Brasilianische Nationalmuseum im Stadtpark von Rio de Janeiro, Brasilien, beherbergt heute die größte natur- und völkerkundliche Sammlung Lateinamerika - © rodrigues / Shutterstock
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Das Brasilianische Nationalmuseum im Stadtpark von Rio de Janeiro wurde im frühen 19. Jahrhundert gegründet und wuchs seither zur größten natur- und völkerkundlichen Sammlung Lateinamerikas heran.

Das Brasilianische Nationalmuseum in Rio de Janeiro (Museu Nacional da Universidade Federal do Rio de Janeiro) ist das größte naturkundliche Museum in ganz Lateinamerika und das älteste Museum Brasiliens.

In den prächtigen Räumlichkeiten des São-Cristóvão Palastes im Stadtpark von Rio sind neben unzähligen präparierten Tieren, Skeletten und Fellen auch archäologische, geologische und ethnologische Besonderheiten ausgestellt. Dinosaurierknochen sind in einem Nationalmuseum schon nichts Besonderes mehr, aber wo gibt es schon echte Schrumpfköpfe aus nächster Nähe zu betrachten? Dank der Schädel von südamerikanischen Urzeitmenschen können Besucher ihren eigenen Vorfahren in die leeren Augenhöhlen blicken.

Neben den Museums-Schätzen der Umgebung formen auch Mineralien, Steine von Meteoriten, Ausstellungsstücke der Aborigines und ägyptische Mumien die umfangreichste natur- und völkerkundliche Sammlung Lateinamerikas.

Entstehung des brasilianischen Nationalmuseums

Das Nationalmuseum in Rio verdankt seine Entstehung König Dom João VI. von Portugal, der im Jahr 1818 die Gründung eines „Royal Museum“ anordnete, um die Wissenschaft und Forschung in Brasilien zu fördern. Anfänglich waren im „Vogelhaus“ am Campo de Santana im Stadtzentrum noch hauptsächlich Pflanzen und präpariertes Federvieh ausgestellt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Sammlung des Museums immer umfangreicher, unter anderem dank renommierte Naturforscher, wie Maximilian zu Wied-Neuwied, Johann Baptist von Spix oder Carl Friedrich Philipp von Martius, sowie dem großen wissenschaftlichen Interesse des amtierenden Königs von Brasilien Dom Pedro II.

1892 übersiedelte das Nationalmuseum in den prunkvollen São-Cristóvão-Palast, welcher vor dem Militärputsch dem Königs als Residenz diente. Es befindet sich damit bis heute im öffentlich zugänglichen Stadtpark Quinta da Boa Vista und wird seit 1946 von der brasilianischen Universität verwaltet. Neben den zahlreichen Ausstellungsstücken beherbergt das sehenswerte Museum auch eine gewaltige Bibliothek mit dokumentiertem Wissen aus den Bereichen Anthropologie, Soziologie, Geologie, Botanik, Zoologie und Paläontologie.

Brand von 2018

Am Abend des 2. September 2018 brach im Nationalmuseum ein verheerendes Feuer aus. Die Flammen in dem alten, leicht brennbaren Gebäude konnten stundenlang nicht unter Kontrolle gebracht werden und zerstörten einen Großteil der Exponate. Das Inferno war weithin zu sehen, die Bilder schockierten die ganze Welt. Luiz Duarte, Vizedirektor des Museums bezeichnete den Brand als “unerträgliche Katastrophe”, Staatschef Michel Temer sprach von einem tragischen Tag für Brasilien, an dem 200 Jahre Arbeit, Wissen und Forschung verloren gingen.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Museums (portugiesisch)