Aracaju, Brasilien

Aracaju lockt Touristen vor allem mit ihren herrlichen Stränden an die Mündung des Rio Sergipe an der Ostküste Brasiliens - © E-Sergipe CC BY-SA2.0/Wiki
© E-Sergipe CC BY-SA2.0/Wiki

Die Hauptstadt Aracaju in Sergipe hat zwar einige hübsche Plätze und Museen zu bieten, lockt Touristen aber vor allem mit seinen herrlichen Stränden an die Mündung des Rio Sergipe.

Aracaju, Hauptstadt des Bundesstaates Sergipe, liegt an der Ostküste von Brasilien, rund 350km nördlich von Salvador da Bahia. Ebenso wie gut hundert Jahre später Brasiliens Hauptstadt Brasilia wurde auch Aracaju auf dem Reißbrett entworfen, um gezielt als Hauptstadt von Sergipe zu dienen.

BILDER: Aracaju

Gründung von Aracaju

Die Gründung von Aracaju erfolgte im Jahr 1855 aus dem einfachen Fischerdorf Santo Antônio de Aracaju. Zuvor war die Hauptstadt von Sergipe das 26km im Landesinneren gelegene São Cristóvão. Die weite Entfernung von der Küste war für den Seehandel damals alles andere als vorteilhaft und auf Drängen der Zuckerbarone wurde die Hauptstadt infrastrukturell optimal an der Küste bei der Mündung des Rio Sergipe in den Atlantik verlegt. Ihr Name entstand aus den beiden Tupi-Begriffen „ara“ (ein Papagei) und „caju“ (Cashew-Nuss). Die geplante Errichtung von Aracaju ist noch heute in ihrem streng strukturierten Schachbrettmuster nachvollziehbar. Heute beherbergt Aracaju mit über 620.000 Einwohnern rund zwei Drittel der Bevölkerung von ganz Sergipe.

Aracaju beherbergt mit über 620.000 Einwohnern rund zwei Drittel der Bevölkerung von ganz Sergipe, Brasilien - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Unterwegs in Aracaju

An Sehenswürdigkeiten hat das eher nüchterne Aracaju kaum etwas zu bieten. Wichtigster und schönster Platz der Stadt ist der Praça Fausto Cardoso, um den herum sich die Stadt ausbreitete. Gleich daneben liegt der ebenfalls hübsch begrünte Praça Olímpio Campos mit dem schmucken Palaçio Fausto Cardoso und dem Palastmuseum Olímpio Campos. Hier befindet sich auch die Touristen-Information. Eine Querstraße weiter, inmitten von üppigem Grün, thront die stolze Catédral Metropolitana aus dem Jahr 1875.

Blick auf die beiden Türme der imposanten Catédral Metropolitana aus dem Jahr 1875 in Aracaju, Brasilien - © Tito Garcez PD/Wiki
© Tito Garcez PD/Wiki

Die Küstenstraße, Avenida Rio Branco, entlang führt vom Praça Fausto Cardoso bis zum Mercado Municipal, von wo aus sich ein herrlicher Blick auf die eindrucksvolle Brücke Aracaju-Barra dos Coqueiros über den Rio Sergipe auftut. In der Nacht erstrahlen ihre Brückenpfeiler in strahlend blauem Licht.

Vom Mercado Municipal in Aracaju tut sich ein herrlicher Blick auf die eindrucksvolle Brücke Aracaju-Barra dos Coqueiros über den Rio Sergipe auf, Brasilien - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Auf dem Weg zum Markt gelangt man zum Volksmuseum Museu da Gente Sergipana an der Avenida Rio Branco. Wer sich für die Geschichte Sergipes interessiert, sollte sich dem südlich vom Praça Fausto Cardoso gelegenen Museu do Homem Sergipano in der R. Estância einen Besuch abstatten. Ein schöner Rundblick über die Stadt bietet sich von der etwas erhöht gelegenen Igreja do Santo Antônio.

Von der etwas erhöht gelegenen Igreja do Santo Antônio bietet sich ein schöner Rundblick über Aracaju, Brasilien - © FRASHO / franks-travelbox
© FRASHO / franks-travelbox

Strände um Aracaju

Die meisten Touristen zieht es nicht nach Aracaju, um die Stadt zu besichtigen, sondern wegen der umliegenden Bilderbuchstrände von Aracaju, die sich südlich und nördlich der Mündung des Rio Sergipe erstrecken. Kilometerlange und zig Meter breite Sandstreifen, auf denen Kokospalmen angenehmen Schatten spenden, locken vor allem an den Wochenenden nicht nur Touristen, sondern auch zahlreiche Einheimische an das hier besonders angenehm temperierte Wasser des Atlantiks.

BILDER: Strände von Aracaju

 

Der größte und berühmteste Strand, an den auch die meisten Hotels, Restaurants und Nachtclubs grenzen, ist der Praia Atalaia südlich der Mündung des Rio Sergipe. Neben schwimmen und sonnenbaden kann man hier auch ein Ozeanarium und ein Kunstmuseum besichtigen.

Tagesausflug nach São Cristóvão und Laranjeiras

Wer in Aracaju das typisch koloniale Flair so mancher brasilianischen Stadt vermisst, dem sei ein Besuch von São Cristóvão oder Laranjeiras ans Herz gelegt.

São Cristóvão wurde 1590 gegründet und ist damit die viertälteste Stadt Brasiliens. Mit historischem Zentrum, einem Kloster, dem Gouverneurspalast, mehreren Museen und schmucken Kirchen aus dem frühen 17. und mittleren 18. Jahrhundert bietet das in Ober- und Unterstadt geteilte São Cristóvão jede Menge Sehenswürdigkeiten für historisch interessierte Kulturliebhaber.

Während São Cristóvão nordwestlich von Aracaju liegt, ist das Kolonialstädtchen Laranjeiras 23km südwestlich der neuen Hauptstadt gelegen. Es ist nur 15 Jahre jünger als die ehemalige Hauptstadt Sergipes und vor allem für sein historisches Kunsthandwerk bekannt. Unter den Kirchen, die ringsum auf den Hügeln von den Jesuiten erbaut wurden, sind vor allem die Igreja de Santo Antônio des Jesuitenklosters und die Kirche Matriz do Sagrado Coração de Jesus sehenswert.

Tipp: Wer in der 2. Jänner-Woche in der Gegend unterwegs ist, kann in Laranjeiras dem Folklore-Festival Festa do São Benedito mit traditioneller Musik und Tänzen beiwohnen.