Amazonas-Regenwald um Manaus, Brasilien

Die prachtvolle Victoria Regia, die größte Wasserlilie der Welt ist im Amazonas im Dschungel um Manaus, Brasilien zu finden - © Oleg Znamenskiy / Shutterstock
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Der brasilianische Regenwald um Manaus zählt zu den artenreichsten Gebieten unseres Planeten. Neben der atemberaubenden Flora und Faune gibt es jedoch auch noch andere Highlights zu entdecken.

Die brasilianische Stadt Manaus liegt mitten im Bundesstaat Amazonas und damit mitten im brasilianischen Regenwald. Der Amazonas, einer der längsten Flüsse der Welt, schlängelt sich durch diese atemberaubende Naturlandschaft, die eines der artenreichsten Gebiete unseres Planeten darstellt.

BILDER: Amazonasbecken

Manaus ist der ideale Ausgangspunkt, um die spektakuläre Flora und Fauna des Amazonasgebietes zu erkunden. Als Transportweg dienen hier sehr oft der Rio Negro und der Rio Solimões, auf denen Abenteuersuchende ihren Weg in die wilden Gefilde des Dschungels finden. Auf den zahlreichen „Igarapés” („Flussarmen”) der großen Ströme werden feinsandige Flussstrände, wie zum Beispiel der beliebte Praia Ponta Negra, idyllische Flussinseln, Galeriewälder und „Igapos” („Überschwemmungswälder”) passiert.

In Manaus starten Touristenboote zu Ausflügen ins Amazonasbecken, Brasilien - © Christian Vinces / Shutterstock
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Tipp: Für derartige Ausflüge durch die malerische Flusslandschaft um Manaus sollten mindestens fünf Tage veranschlagt werden. Wer weniger Zeit aufbringen kann und den Urwald dennoch erforschen möchte, kann sich in einer Urwaldlodge einmieten (dafür sind etwa zwei Tage zu empfehlen).

Im Dschungel um Manaus wurden für die Touristen zahlreiche Urwaldlodges angelegt, die Zwei-, Drei- und Viertagespakete anbieten. Je dicker der Geldbeutel desto hübscher und komfortabler sind natürlich die Unterkünfte. Über den Preis kann verhandelt werden, die Kostenunterschiede zwischen den einzelnen Lodges sind oft enorm. Manche von ihnen können sich ohnehin nur Filmstars oder arabische Scheichs leisten. Für vorgefertigte Touren durch den Amazonas-Regenwald gibt es unzählige Anbieter vor Ort.

Tipp: Zwischen Oktober und Dezember können manche Igarapés aufgrund des niedrigen Wasserstandes nicht befahren werden.

Highlights im Regenwald um Manaus

Flora und Fauna

Unumstrittener Star im Regenwald um Manaus ist die Natur. Der Tierreichtum im brasilianischen Dschungel ist phänomenal. Zu seinen Bewohnern gehören Jaguar, roter Ara, der Zweifarbentamarin (der seltenste Primat der Welt), Seekuh, Flussdelfin, Kaiman, unzählige Schlangen und Millionen von Insekten.

Sagenhafte Atmosphäre ist garantiert, wenn man all seine Sinne mit dem Regenwald des Amazonasbeckens verschmelzen lassen kann, Brasilien - © Harald Toepfer / Shutterstock
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Neben der spektakulären Tierwelt gibt es um Manaus auch eine Vielzahl an exotischen Pflanzen zu entdecken. So zum Beispiel die prachtvolle Victoria Regia, deren Blätter als größte Wasserlilie der Welt einen Durchmesser von bis über einen Meter erreichen.

In der spektakulären Landschaft des brasilianischen Regenwaldes können Wanderungen, Schwimm- und Badeausflüge, Kanufahrten und Abenteuertouren unternommen werden.

Encontro das Águas – Treffen der Wasser

Etwa 10km von Manaus entfernt treffen zwei große Flüsse Brasiliens, der Rio Negro (schwarz) und der Rio Solimoes (schlammbraun), aufeinander - © guentermanaus / Shutterstock
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Das Encontro das Àguas ist die erste Sehenswürdigkeit, die bei Bootsfahrten auf dem Rio Negro erreicht wird. Rund 10 Kilometer von Manaus entfernt trifft das schwarze Wasser des Rio Negro auf das schlammbraune Wasser des Rio Solimões. Die beiden Flüsse vermischen sich aufgrund der verschiedenen Temperatur und Fließgeschwindigkeit lange nicht und so ist auf einer Strecke von 6 Kilometern die Grenze zwischen den Flüssen exakt zu erkennen.

Arquipélago das Anavilhanas

Dieses 350.000 Hektar große Flussarchipel liegt am Rio Negro 90km stromaufwärts von Manaus. Mutter Natur hat hier auf hunderten Flussarmen, Seen und Inseln eine einzigartige Landschaft entstehen lassen.

Tipp: In der Regenzeit von Dezember bis April versinkt etwa die Hälfte der 400 Inseln in den Fluten des Hochwassers. Die Tierwelt konzentriert sich dadurch auf die weniger verbliebenen und ist um einiges besser zu beobachten.

Jaú-Nationalpark

Der Parque Nacional do Jaú liegt an der westlichen Seite des Rio Negro 250km von Manaus entfernt. Mit einer Fläche von 2,3 Millionen Hektar ist es das größte geschlossene Naturschutzgebiet im brasilianischen Regenwald. Die reiche Tierwelt beherbergt hier Riesenottern, Seekühe und rosa Flussdelfine.

Im Amazonasbecken ist man umgeben von einer Mischung aus gigantischen Bäumen, prachtvollen Palmen und exotischen Geräuschen, Brasilien - © achiaos / Shutterstock
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Am besten besucht man den Jaú-Nationapark zwischen Juni und Oktober. Unterkünfte gibt es keine im Nationalpark, als Basislager und Ausgangspunkt eignet sich das Rio-Negro-Dorf Novo Arião. Die Fahrtzeit von Manaus dorthin beträgt 12-14 Stunden.

Pico da Neblina-Nationalpark

Noch weiter entfernt liegt der Parque Nacional do Pico da Neblina, er befindet sich 1.000km stromaufwärts bereits im Grenzgebiet zu Venezuela. Eine Fahrt zum Basislager São Gabriel da Cachoeira dauert 72h von Manaus, mittlerweile kann das Dorf jedoch auch mit dem Buschflieger erreicht werden.

Auf Ökowanderwegen lässt sich der ansonsten undurchdringliche Regenwald des Amazonasbeckens auf bequeme Weise erkunden, Brasilien - © NikoNomad / Shutterstock
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Zwei Pisten führen durch die dichte Vegetation des Nationalparks, eine führt 193km lang bis nach Cucuí an der venezolanischen Grenze, die andere erreicht nach gut 100km den Pico da Neblina, den mit 3.013 Metern höchsten Berg Brasiliens.

Amazonasforschungsinstitut INPA

Das Instituto Nacional de Pesquisas da Amazônia befindet sich 8km außerhalb von Manaus und widmet sich seit seiner Gründung im Jahr 1952 der Regenwaldforschung. Damals stand noch die bestmögliche Nutzung der Ressourcen im Vordergrund, heute geht es um die Erhaltung der fantastischen Artenvielfalt.

Für Besucher hält das INPA eine Sammlung der Flora und Fauna das brasilianischen Regenwaldes bereit, die vor allem die Fisch- und Insektenwelt des Amazonas vorstellt. 1995 wurde das INPA um einen eigenen Forschungswald erweitert, der mittlerweile 130.000m2 umfasst und auf verschlungenen Dschungelpfaden von Besuchern erkundet werden kann.