Alte Kathedrale in Rio de Janeiro, Brasilien

Als Kapelle des Karmeliter-Ordens Ende des 16. Jahrhunderts errichtet war die „Alte Kathedrale“ von Rio de Janeiro einst Bischofssitz der Stadt, Brasilien - © AleksandarTodorovic/Shutterstock
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Als Kapelle des Karmeliter-Ordens Ende des 16. Jahrhunderts errichtet war die „Alte Kathedrale“ von Rio de Janeiro einst Bischofssitz der Stadt – bis zum Bau der „Neuen Kathedrale“.

Die Karmeliter-Kirche in Rio de Janeiro wird auch als Alte Kathedrale von Rio bezeichnet, nachdem mit der Catedral Metropolitana 1979 die optisch außergewöhnliche Neue Kathedrale von Rio errichtet wurde. Nach wie vor ist die Igreja de Nossa Senhora do Monte do Carmo da Antiga Sé eines der wichtigsten historischen Gebäude von Rio de Janeiro.

Die Alte Kathedrale (Antiga Sé = Alter Sitz) liegt im Zentrum der Stadt am Praça XV und fungierte von 1808 bis 1976 als Catedral Metropolitana, sprich Bischofssitz, von Rio de Janeiro. Ihr durchgestyltes Rokoko-Interieur schuf einer der größten Schnitzmeister der damaligen Zeit und gehört zu den schönsten kirchlichen Inneneinrichtungen, die Rio zu bieten hat.

Entstehung der Alten Kathedrale von Rio

Als Kapelle des Karmeliter-Ordens Ende des 16. Jahrhunderts errichtet war die „Alte Kathedrale“ von Rio de Janeiro einst Bischofssitz der Stadt, Brasilien - © AleksandarTodorovic/Shutterstock
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Die Karmeliter Kirche von Rio de Janeiro geht auf eine Kapelle zurück, die 1590 errichtet wurde, als der Karmeliter-Orden sich in der Nähe der Guanabara Bucht ansiedelte. Im 17. und 18. Jahrhundert vergrößerte sich der Orden, ein Kloster wurde hinzugefügt und aus der Kapelle wurde die heutige Kathedrale. Als Architekt wurde der Portugiese Manuel Alves Setúbal ausgewählt. 1761 wurde der Grundstein gelegt, 9 Jahre später folgte die Weihe des Gotteshauses, damals noch mit unfertiger Fassade.

Auch die Inneneinrichtung – ein prächtiges Ensemble aus Gemälden von José Leandro de Carvalho und vergoldeten Rokoko-Schnitzereien vom berühmten Meister Inácio Ferreira Pinto – wurde erst 1785 vollendet. Während die Fassade im 20. Jahrhundert großteils neu gestaltet wurde, ist der Innenraum bis heute zum Großteil im Original erhalten.

Gemeinsam mit dem Karmeliter-Konvent und der Kirche des Dritten Ordens bildete die alte Kathedrale einen umfassenden Glaubenskomplex des Karmeliter-Ordens. Am Praça XV direkt gegenüber platziert hielt der Regierungspalast, einst Sitz der portugiesischen und später brasilianischen Stadtverwaltung, die geistliche und weltliche Macht im Gleichgewicht.

Portugiesische Königskirche

Im 19. Jahrhundert war sie außerdem die wichtigste Kirche für die Königsfamilien von Portugal, die vor Napoleons Invasion in ihrem Heimatland geflohen war. So manche royale Hochzeit, königliches Begräbnis oder Taufe und Krönung von Prinzen und Prinzessinnen fand in diesen heiligen Hallen bereits statt.

Zu den wichtigsten imperialen Ereignissen zählte das Begräbnis von Königin Maria I von Portugal, die Krönung ihres Thronfolgers John VI oder die Hochzeit von Prinz Pedro, erster Kaiser eines unabhängigen Brasilien, mit Prinzessin Leopoldina von Österreich.