Iglesia San Francisco in Sucre, Bolivien

Die weiße Kalkstein-Fassade der Iglesia San Francisco in Sucre, Bolivien, ist für eine barocke Kirche überraschend schlicht gehalten  - © Julian Peters Photography / Shutterstock
© Julian Peters Photography / Shutterstock

Die barocke Basilika San Francisco in der Altstadt von Sucre stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde 1925 neu geweiht. Ihre „Glocke der Freiheit“ rief 1825 zur Revolution in Bolivien.

Die schneeweiße Iglesia San Francisco de Charcas wurde von den ersten Siedlern der Stadt errichtet und zählt zu den geschichtsträchtigsten Sehenswürdigkeiten von Sucre. Die eindrucksvolle Basilika liegt mitten im historischen Viertel, welches der bolivianischen Hauptstadt den Spitznamen „weiße Stadt“ einbrachte. Gemeinsam mit der gesamten Altstadt von Sucre zählt sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Entstehung der Iglesia San Francisco

1539 schenkte Don Pedro Hinojosa dem Franziskaner-Orden ein Grundstück, auf dem eine neue Kirche entstehen sollte. 1580 wurde die Kathedrale fertiggestellt und dem Heiligen Franz von Assisi geweiht. Direkt nach Fertigstellung des Mittelschiffes wurden die sterblichen Überreste von Pedro Anzurez Marques de Campo Redondo, dem Gründer von Sucre, von der Kirche der unbefleckten Empfängnis in die neue San Francisco Kathedrale überstellt. Ein Jahr später, noch einige Jahre vor Fertigstellung der Seitenkapellen, erfolgte die offizielle Weihe des neuen Gotteshauses.

1825, mit Beginn der Revolution, wurde die Kathedrale dem Orden enteignet und als Basis für das bolivianische Militär an das Kriegsministerium übergeben. Bis 1868 wurde das Gotteshaus als Stall und Waffenlager genutzt und erst 1925, genau 100 Jahre später, durfte der Franziskaner-Orden wieder einziehen und seit 1946 finden wieder Heilige Messen statt.

Die barocke Basilika San Francisco in der Altstadt von Sucre, Bolivien, stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde 1925 neu geweiht - © Gabor Kovacs Photography / Shutterstock
© Gabor Kovacs Photography / Shutterstock

Besichtigung der San Francisco Basilika von Sucre

Die Kathedrale wirkt mit ihrem einzelnen Seitenschiff und den unterschiedlich hohen Türmen sehr unsymmetrisch, was ihr aber auch eine gewisse Besonderheit verleiht. Die weiße Kalkstein-Fassade ist für eine barocke Kirche überraschend schlicht gehalten und auch im Inneren fehlen aufwändige Verzierungen. Der einzige Schmuck beschränkt sich auf die kunstvoll bemalte Kassettendecke im maurischen Stil und die Original-Retabeln aus dem 18. Jahrhundert, deren luxuriöser Blattgold-Dekor den für Barock typischen Prunk aufweist.

Direkt neben der Kirche befindet sich das ehemalige Franziskaner-Kloster, welches sich nach wie vor in militärischer Hand befindet. Ebenfalls erwähnenswert ist die Campana de la Libertad im höchsten Turm der Basilika, jene „Glocke der Freiheit“, die im Jahr 1825 zur Revolution rief.

Anzeige

Ihnen gefällt was Sie hier lesen?

Gleich zum Newletter anmelden.         Jetzt anmelden   >