Catedral Metropolitana in La Paz, Bolivien

Die Kathedrale von La Paz am Plaza Murillo wurde erst im Jahr 1987 fertiggestellt, gerade rechtzeitig für den Besuch von Papst Paul Johannes II. in Bolivien - © saiko3p / Shutterstock
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Die Kathedrale von La Paz am Plaza Murillo ist das bedeutendste Gotteshaus der Stadt und beeindruckt durch ihre pompöse Kolonialarchitektur und die kunstvollen Glasfenster.

Die Catedral Metropolitana thront als wichtigste Kirche von La Paz und eindrucksvoller Blickfang an der Südseite des zentralen Plaza Murillo in der inoffiziellen Hauptstadt von Bolivien. Gleich daneben liegt mit dem Regierungsgebäude Palacio Quemada, dem berühmten „verbrannten Palast“, eine weitere Sehenswürdigkeit von La Paz.

Dank ihres Standortes auch Murillo-Kathedrale genannt, beeindruckt das Gotteshaus vor allem durch seine pompöse Kolonialarchitektur und die kunstvollen Glasfenster aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurde auf einem steilen Hügel errichtet, ihr Eingangsportal am Plaza Murillo liegt daher ganze 12 Meter höher, als ihre Fundamente an der Calle Potosi.

Hinter den korinthischen Säulen und den bronzenen Türen werden Besucher und Gläubige von einem langen Gang empfangen, der von mächtigen Säulenreihen und Gewölben gestützt zum Hauptaltar führt. Die eindrucksvollen Glasmalereien auf den Fenstern hinter dem eher schlicht gehaltenen Altar aus italienischem Marmor zeigen ehemalige bolivianische Präsidenten. In der Mitte des Ganges fällt der Blick nach oben in die 12m im Durchmesser messende Kuppel.

Auch die Grabstätte von Andrés de Santa Cruz y Calahumana, einem bolivianischen General und in den 1830er-Jahren auch Präsident von Bolivien, ist in der Kathedrale von La Paz zu finden.

Die neoklassizistische Kathedrale am Plaza Murillo in La Paz, Bolivien, wurde über einen Zeitraum von 152 Jahren errichtet - © Rafal Cichawa / Shutterstock
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Entstehung der Kathedrale von La Paz

Die fünfschiffige Catedral Basílica de Nuestra Señora de La Paz, wie sie mit vollem Namen heißt, wurde ab dem 24. März 1835 unter der Leitung von Manual Sanahuja errichtet und 1925 eingeweiht. Die Weihe erfolgte im Zuge der 100-Jahr-Feierlichkeiten von Boliviens Unabhängigkeit.

Zuvor stand an ihrer Stelle eine Kathedrale aus dem Jahr 1692, an der auch schon 70 Jahre lang gebaut wurde. Aufgrund von Einsturzgefahr (das Pfarrhaus war sogar tatsächlich eingestürzt) musste sie jedoch 1831 vollständig abgerissen werden. Um die jährlich benötigten 30.000 Pesos für den Neubau zu lukrieren wurden ein Jahr vor Baubeginn sogar einige neue Steuern eingeführt.

Das heutige Gotteshaus weist in seiner neoklassizistischen Architektur auch barocke Elemente auf. Die Gestaltung des Interieurs dauerte noch bis 1932. Die beiden Türme links und rechts wurden gar erst 1989 finalisiert, pünktlich zum Besuch von Papst Johannes Paul II. in La Paz.