Paseo del Buen Pastor in Cordoba, Argentinien

Im Paseo del Buen Pastor in Cordoba, Argentinien können Besucher shoppen, essen, trinken und diversen kulturellen Veranstaltungen beiwohnen - © saiko3p / Shutterstock
© saiko3p / Shutterstock

In dem ehemaligen Frauengefängnis aus dem frühen 20. Jahrhundert können Besucher heute shoppen, essen, trinken und diversen kulturellen Veranstaltungen beiwohnen.

Die Paseo del Buen Pastor im Zentrum von Cordoba ist, wie der Name vielleicht vermuten ließe, keine rein religiöse Einrichtung, Vielmehr ist die “Straße des guten Hirten” ein vielfältiger Komplex, der Kultur und Kulinarik, Erholung und Einkaufsmöglichkeiten in sich vereint.

Entstehung der Paseo del Buen Pastor

Ins Leben gerufen wurde die Paseo del Buen Pastor von der Stadt Cordoba und der Schwesterngemeinschaft der “Nuestra Señora de la Caridad del Buen Pastor”. Ab 1888 wurden hier arme und verwaiste Mädchen aufgenommen und versorgt. Ursprünglich war der Bau ein Frauengefängnis, welches 1906 nach Plänen des Architekten José Montblanch vollendet wurde. Das einzig bemerkenswerte an dem Bau war damals die neugotische Kapelle, die als einzige in Cordoba im griechischen Stil errichtet wurde. Ihre Fresken stammen unter anderem von Emilio Caraffa, jenem argentinischen post-impressionistischen Maler, nachdem das Kunstmuseum im Sarmiento Park benannt ist.

Vom Gefängnis zum Unterhaltungstempel

1970 wurde das Gefängnis geschlossen, die letzten drei Insassen, die während der Diktatur aus politischen Gründen verhaftet worden waren, wurden freigelassen. Danach wusste die Stadtregierung nicht so recht, was mit dem Gebäude anzufangen war, bis im August 2002 ein konkreter Plan in Angriff genommen wurde, das 10.000 Quadratmeter große Areal zu reaktivieren.

2005 wurde unter Aufsicht der Agencia Córdoba Cultura und der bekannten argentinischen Architektin Marina Waisman mit dem 5-Millionen-US-Dollar-Projekt begonnen. Das Gefängnis wurde geschleift und die sorgfältig restaurierte Kapelle zum Veranstaltungsraum. Aus den Ruinen entstanden außerdem eine Einkaufspassage mit Shops für Wein, Leder und Kunsthandwerk, zwei Restaurants und zwei Bars. Die Eröffnung des Paseo del Buen Pastor erfolgte am 4. August 2007 durch Gouverneur de la Sota.

Heute wird das Kultur- und Unterhaltungszentrum durch den Haupteingang an der Avenida Hipólito Irigoyen Nr 325 betreten. Die Café-Bars im ehemaligen Gefängnis zählen zu den angesagtesten der Stadt und in der Kapelle (die übrigens offiziell „entweiht“ wurde) finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Das vielfältige Programm des Paseo del Buen Pastor umfasst Konzerte, Tanz-und Theateraufführungen, Buchpräsentationen, Vernissagen, Foto-Ausstellungen, Puppentheater und vieles mehr. Auch der Springbrunnen „Aguas Danzantes“ („Tanzende Wasser“) in der Paseo del Buen Pastor sorgt mit seinen Shows aus Musik, Licht und Wasser für Besucherandrang. Die Transformation ist damit vollständig gelungen!