Nationalpark Talampaya, Argentinien

In ausgetrockneten Flussbetten kann der Talampaya-Nationalpark in Argentinien mit dem Geländewagen erkundet werden - © EcoPrint / Shutterstock
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Der Talampaya Nationalpark in der Provinz La Rioja im Nordwesten Argentiniens lässt Geologenträume wahr werden. Bis 200 Millionen Jahren können die Gesteinsschichten zurückverfolgt werden. Nicht-Geologen werden von den atemberaubenden rot leuchtenden Sandsteinformationen des Nationalparks begeistert sein.

Der Nationalpark Talampaya liegt in der Provinz La Rioja im Nordwesten Argentiniens. Gemeinsam mit dem Naturpark Ischigualasto in der Nachbar-Provinz San Juan wurde er im Jahr 2000 auf die UNESCO-Liste des Weltnaturerbes aufgenommen.

BILDER: Nationalpark Talampaya

 

Der Nationalpark Talampaya beeindruckt vor allem durch seine atemberaubenden rötlichbraunen Felsformationen in der staubigen Wüstenlandschaft. Darüberhinaus findet sich im Talampaya sowie im benachbarten Nationalpark Ischigualasto eine der weltweit vollständigste Abfolge fossiler Sedimente aus dem Trias. Als sich vor etwa 60 Millionen Jahren die Anden aus der Erdkruste erhoben begannen die fantastischen Steinformen von heute erste Formen anzunehmen. Im Lauf der Jahrtausende hat die Erosion sowie Wind und Wetter in der rauen Landschaft Argentiniens ein steinernes Kunstwerk neben dem anderen im roten Sandstein entstehen lassen.

Kunstwerke aus rotem Stein

Seit zig Millionen von Jahren formen Erosion, Wind und Wetter die rot leuchtenden Sandsteinformationen im Talampaya-Nationalpark in Argentinien - © thoron / Shutterstock
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Auf einer Fläche von etwa 215.000 Hektar formieren sich tausende spektakuläre Formen. Zig Meter hohe senkrechte Steilwände, die wie aus rot leuchtenden Orgelpfeifen geformt scheinen, ragen in den kobaltblauen Himmel, einzelne bizarr geformte Säulen und Pfeiler mit den skurrilsten Ausprägungen stehen scheinbar wahllos in der Gegend herum, Schluchten und Spalten in den Felswänden, von steinernen Wächtern behütet, laden zum Entdecken und Erforschen ein.

Wer die Wände und Säulen aus rotem Stein genauer betrachtet entdeckt feine Muster aus Linien und Löchern in den Wänden, in manchen Nischen in schwindelerregender Höher haben die gewaltigen Kondore ihre luftigen Nester errichtet.

Der berühmteste Teil des Talampaya ist ein 3 Kilometer langer Canyon, der auf beiden Seiten von 150m hohen Felswänden begrenzt wird.

Auch archäologische Stätten, wie zum Beispiel Felsmalereien, Steingravierungen oder Überreste von Behausungen der präkolumbischen Völker Südamerikas sind im Talampaya zu finden. Versteinerte Wälder und die unterschiedlichen Gesteinsschichten, die teilweise über 200 Millionen Jahre alt sind, lassen Forschungsträume von Geologen wahr werden. Seit den 1950ern wird das Gebiet im Talampaya Nationalpark erforscht, dessen Spuren in Form von Knochen und fossilen Pflanzenresten bis vor das Zeitalter der Dinosaurier zurückverfolgt werden können. An die 50 verschiedene Arten der direkten Vorfahren unserer heutigen Säugetiere wurden dort entdeckt.

Atemberaubende rötlichbraune Felsformationen in der staubigen Wüstenlandschaft im Nationalpark Talampaya, Argentinien - © Julien Leblay / Fotolia
© Julien Leblay / Fotolia

Die einzigartige Welt aus der Vergangenheit kann sowohl mit dem Geländewagen als auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkundet werden. Alle Touren starten von dem kleinen Dorf Puerta de Talampaya aus und werden von Parkwächtern begleitet, die die atemberaubenden Jahrmillionen alten Schätze des Nationalparks genau erklären.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des Talampaya-Nationalparks (spanisch)