Cerro Aconcagua, Argentinien

Blick vom Gipfel des Aconcagua, Argentinien - © granitepeaker / Fotolia
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Der Cerro Aconcagua ist mit einer Höhe von 6.962 Metern der höchste Berg der Welt außerhalb Asiens. Zu den Seven Summits gehörig ist er unter Bergsteigern eine beliebte und vergleichsweise einfach zu bewältigende Herausforderung.

Der Cerro Aconcagua („Weißer Wächter”) ist mit einer Höhe von 6.962m der höchste Berg der westlichen Hemisphäre. Rechnet man die Berge Asiens nicht mit, ist der gehörig monströse Felsen der höchste Gipfel der Welt. Mit den gewaltigen Gebirgsketten Asiens gezählt reiht sich der Aconcagua auf Platz 188 der höchsten Berge weltweit ein.

Der gewaltige Aconcagua befindet sich in den Anden Argentiniens in der Provinz Mendoza nahe der Grenze zu Chile. In Chile wurde er lange Zeit El Volcano („Der Vulkan”) genannt, obwohl der Aconcagua ein ganz gewöhnlicher Berg ist.

Höchstgelegene Opferstätte der Inka

Der Aconcagua wurde von den Inka als heiliger Berg verehrt. Auf einer Höhe von über 5.100 Metern wurde die weltweit höchstgelegene Opferstätte der Inka entdeckt. Zwischen den Steinmauern wurden Überreste von Menschenopfern sowie Glas, Federn und Figuren als Opfergaben gefunden.

Das erste Mal setzte im Jahr 1817 ein Mensch seinen Fuß in das Gebiet des ehrfurchtgebietenden Berges, als der Unabhängigkeitskämpfer José de San Martín von Argentinien aus nach Chile gelangte. Die erste dokumentierte Expedition wurde etwa 60 Jahre später in den 1880er Jahren von einem Deutschen durchgeführt, nachdem der Aconcagua 1834 offiziell zum höchsten Berg der Anden erklärt wurde. Seit dieser Expedition war klar, dass der Aconcagua kein Vulkan ist. Der erste am Gipfel war jedoch im Jahr 1897 der Schweizer Matthias Zurbriggen.

Gipfelsturm des Aconcagua

Trotz seiner Zugehörigkeit zu den Seven Summits, die jeweils höchsten Gipfel der 7 Kontinente, gilt der Aconcagua unter Experten als relativ leicht zu besteigender Berg. Den Koloss Amerikas zu besteigen gilt oft als Vorbereitung für andere alpine Herausforderungen. Die schwierigsten Aufstiege befinden sich auf der sonnenlosen Südseite des Aconcagua, allen voran an der Südwand Pared Sur.

Von November bis März sind in den Basislagern am Fuß des Berges permanent Nationalpark-Führer stationiert, die jährlich an die 4.000 abenteuerhungrige Besucher auf den gewaltigen Gipfel führen. Aufgrund der enormen Besucherzahlen hat der Aconcagua schnell das Image eines Modeberges mit Trampelpfaden und Massenlagern erhalten, den man nur schnell besteigen muss, weil er zu den Seven Summits gehört. Doch die Flanken des Berges sind so weitläufig, seine Pfade so verschlungen, dass sich die tausenden Gipfelstürmer in seinen Weiten verlieren. Abseits der ausgeschilderten Wege findet man nach wie vor einzigartige Naturschätze und wer den Blick hebt, sieht den einen oder anderen majestätischen Andenkondor in den Lüften kreisen.

Die normale Route an der Nordseite vom Basislage „Plaza de Mulas” aus ist eisfrei und verlangt keine großartigen Klettertechniken oder gar Sauerstoffflaschen. Sie kann beinahe als Trekkingtour bezeichnet werden. Einziges Problem ist die extreme Höhe. Der atmosphärische Druck am Gipfel beträgt nur 40% des Drucks auf Höhe des Meeresspiegels und erfordert daher eine lange Gewöhnungsphase, die meist über drei Lager erfolgt.

Die schon etwas schwierigere „falsche Polenroute” führt vom Basislager „Plaza Argentina” zum Glaciar de los Polacos („Polnischer Gletscher”), bevor sie nach der Überquerung eines Steilhangs auf die normale Route trifft.

Wer das Dach Amerikas bezwingen möchte, sollte auf jeden Fall gut ausgerüstet sein, einiges an Bergsteigererfahrung mit sich bringen und die scheinbar so einfache Aufgabe keinesfalls unterschätzen! Jeder Berg hat seine Tücken, so auch der scheinbar friedliche Aconcagua! 80% der Gipfelstürmer müssen vor ihrem Ziel umkehren, die häufigsten Gründe des Scheiterns sind das unberechenbare Wetter und die Selbstüberschätzung. Aufgrund der extremen Höhe ist eine langsame Akklimatisierung das Um und Auf für den Erfolg. Für den Anstieg sollten 2-3 Wochen und mehrere Ruhetage eingerechnet werden. Die Genehmigung für die Besteigung erhält man übrigens bei der Verwaltung des Aconcagua Nationalparks im Tourismusbüro von Mendoza.

Weiterführende Links:

Detailinfos zu Touren auf den Aconcagua inkl. Routen und Ausrüstung (englisch)
Bericht einer Expedition auf den Aconcagua