Mezquita in Cordoba, Andalusien, Spanien

Die Moschee Mezquita in Cordoba beeindruckt durch ihren atemberaubenden Stilmix aus Süd, Ost und West und die Kathedrale, die aus ihrer Mitte ragt, Spanien © Artur Bogacki / Shutterstock

Die Mezquita im Zentrum von Cordoba ist eine der größten Moscheen der Welt. Ihre Einzigartigkeit machen der atemberaubende Stilmix aus Süd, Ost und West und die Kathedrale aus, die aus ihrer Mitte ragt.


Mitten im Stadtzentrum von Cordoba findet man ein Bauwerk, das es in dieser Form wohl nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Hier erhebt sich die eindrucksvolle Mezquita, eine der größten Moscheen der Welt, aus deren Mitte eine gotische Kathedrale ragt.

Begonnen wurde der Bau der Mezquita in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts. Zuvor standen hier eine westgotische Kirche, die St. Vinzenz-Basilika, die ihrerseits auf einem alten römischen Tempel errichtet worden war. Es dauerte etwa 200 Jahre, bis die Moschee ihre endgültige Form annahm, denn sie wurde unter verschiedenen Herrschern immer wieder ausgebaut und erweitert.

Die Mezquita wurde nicht nur als Gotteshaus genutzt. Hier wurde auch Recht gesprochen und Theologie sowie die arabische Sprache gelehrt. Vom an den Innenhof grenzenden Minarett aus rief der Muezzin die Bevölkerung regelmäßig zum Gebet auf.

Bevor man die Moschee betreten konnte, musste man im Patio de los Naranjos (Orangenhain) eine rituelle Waschung durchführen. Dieser Hain ist heute noch erhalten und lädt mit seinen Orangenbäumen, den Springbrunnen und einer lieblichen Zisterne zum Verweilen ein.

Schätze der Mezquita

Besonders sehenswert ist die kunstvolle Mihrab der Mezquita, eine kostbar verzierte und mit byzantinischen Mosaiksteinen und Marmorarbeiten versehene Gebetsnische, die eigentlich die Richtung nach Mekka anzeigen sollte, von dieser aber um 17 Grad abweicht.

Dies ist einer der beiden Unterschiede, welche die Mezquita im Vergleich zu anderen Moscheen aufweist. Erstens ist sie nicht nach Mekka ausgerichtet, sondern nach den Moscheen von Damaskus, und zweitens befindet sich die Mihrab nicht im Zentrum des Gebäudekomplexes. Der Grund dafür ist die geographische Lage. Im Zuge der ständigen Ausbauten war schließlich nach Süden hin kein Platz mehr, da der Fluss Guadalquivir im Weg war, und im Osten verstellte der Palast des Kalifen den Baugrund. So blieb nur die Erweiterung nach Westen übrig.

Das Innere der Moschee wird oft mit einem märchenhaften Palmenhain verglichen. Grund dafür sind die über 800 Säulen aus rotem und weißem Stein, welche das gigantische Bauwerk stützen. Sie tragen auch das Doppelsystem der „Bögen über Bögen", welches für die Mezquita typisch ist. Die oberen Abschlüsse der Säulen, die Kapitelle, zeigen verschiedene Symbole und Darstellungen, anhand derer man erkennen kann, woher die jeweilige Säule stammt. Die meisten von ihnen wurden nämlich von abgerissenen römischen und byzantinischen Bauwerken entfernt und später in die Moschee integriert.

Eines der berühmtesten Werke, die in der Kathedrale betrachtet werden können, ist zweifellos die Monstranz, die ein deutscher Goldschmied zu Beginn des 16. Jahrhunderts für den spanischen Bischof anfertigte.

Entstehung der Kathedrale in der Moschee

Die Mezquita blieb aber nicht in islamischer Hand. Im Zuge der Reconquista, der Rückeroberung durch die katholischen Könige, wurde die Moschee als Kathedrale geweiht. Später begannen die Christen, sie nach ihren Vorstellungen umzubauen. Gegen den Willen der Stadtverwaltung und der Bevölkerung wuchs nun eine gewaltige Kathedrale mit insgesamt elf Schiffen mitten aus der Moschee. Die so genannte Heilige Kathedrale, die inmitten des bedeutsamsten Symbols des arabischen Erbes in Spanien thront, ist heute die wichtigste Sehenswürdigkeit von Cordoba.

Durch die vielen unterschiedlichen Epochen, die der Bau des Gebäudekomplexes in seiner jetzigen Form durchlief, findet man in der Mezquita heute viele verschiedene Stilrichtungen des Islam und der westlichen Kultur, sämtliche griechischen, römischen, ägyptischen und westgotischen sowie alle Stile des 16. und 17. Jahrhunderts wieder.


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