Palast des Erzbischofs in Lima, Peru

Die neukoloniale Palastfassade des Bischofpalastes am Plaza Mayor in Lima, Peru, stammt aus dem Jahr 1924 © saiko3p / Shutterstock

Der Bischofspalast von Lima am zentralen Plaza Mayor ist Sitz des Erzbischofs und Kardinals von Peru und zählt mit seiner imposanten Granit-Fassade zu den schönsten neukolonialen Bauten der Stadt.


Dank seiner typisch kolonialzeitlichen Balkone unübersehbar thront der Palast des Erzbischofs von Lima am Plaza Mayor. Seine prächtige, neukoloniale Fassade schließt gleich an die nicht weniger eindrucksvolle Kathedrale von Lima an. Gemeinsam dominieren die beiden geistlichen Gebäude die Ostseite des Plaza de Armas. Gemäß seinem Namen ist der Bischofspalast Sitz des peruanischen Kardinals und Erzbischofs und Zentrale der Erzdiözese Lima. 
 
Die neukoloniale Palastfassade des Bischofpalastes wirkt mit fein bearbeitetem Granit und den mächtigen Zedernbalkonen wie aus einem Fantasy-Film entsprungen, stammt jedoch tatsächlich erst aus dem Jahr 1924. Die barocken Elemente verleihen dem Gebäude eine majestätische Aura. Von seiner Fassade blickt Toribio de Mogrovejo, auch bekannt als Turibius von Lima, zweiter Erzbischof und Schutzpatron der Erzdiözese. Über seinem Kopf wehen zwei Flaggen – die peruanische und die des Vatikans. Das Interieur des Bischofspalastes ist ebenfalls mit prächtigen Barock-Ornamenten und farbigen Glasfenstern verziert und beherbergt außerdem eine Statue der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin von Kuba. Ausladende Treppen aus Marmor mit handgeschnitzten Handläufen führen in den zweiten Stock, wo sich ein kleine Kapelle mit einem kunstvollen Barockaltar befindet.

Der Palast des Erzbischofs und die Kathedrale von Lima sind die wohl prächtigsten Bauten am Plaza Mayor, Peru © flog / franks-travelbox

Entstehung des Bischofspalastes von Lima

Aufgrund seiner Lage am geschichtsträchtigen Plaza Mayor, der vom spanischen Eroberer und Lima-Gründer Francisco Pizarro selbst errichtet wurde, könnte man auf ein stattliches Alter des Bischofspalastes schließen. Tatsächlich wurde er jedoch am 8. Dezember 1924 eröffnet und zählt seither zu den schönsten Beispielen neukolonialer Architektur, die Lima zu bieten hat. Sein Schöpfer ist der polnisch-peruanische Architekt Ricardo de Jaxa Malachowski.
 
Der Vorgängerbau des Bischofspalastes wurde von 1535 bis 1548 am anderen Ende des Platzes erbaut und beeindruckte bereits damals mit mehreren kunstvoll verzierten Eingangsportalen und sechs Balkonen in unterschiedlichen architektonischen Stilen. An der heutigen Stelle des Bischofspalastes war früher die Polizeistation untergebracht, die auch das erste Gefängnis Limas beherbergt hatte.


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