Latte-Steinbruch auf der Insel Rota, Nördliche Marianen

Die Latte Steine bestehen aus einem Steinpfeiler, auf dem eine steinerne Halbkugel mit der flachen Seite nach oben gesetzt wurde, Nördliche Marianen - © IZO / Shutterstock
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Der Steinbruch auf der Insel Rota nahe des Chamarro-Dorfes Sinapalo ist der Ursprungsort der berühmten Latte-Steine des Chamarro-Volkes. Hier wurden bis zu 8 Meter hohe und 35 Tonnen schwere Megalithen geschürft, um irgendwo auf der Insel errichtet zu werden.

Der Steinbruch auf der Insel Rota der Nördlichen Marianen im Südpazifik wird auch As Nieves Steinbruch genannt. Als Ursprung der traditionellen Latte-Steine ist er ein wichtiger Teil der historischen Chamarro-Kultur und für die Besucher der Nördlichen Marianen ein absolutes Muss!

Er befindet sich in der Nähe des Chamorro-Dorfes Sinapalo und war der erste Steinbruch des Chamarro-Volkes, der Ureinwohner der Nördlichen Marianen und der Nachbarinsel Guam. Die Chamorro schlugen aus dem Steinbruch in Rota ihre berühmten Latte-Steine, oder Taga-Steine, deren Verwendung bis heute nicht restlos geklärt ist.

Die Latte Steine bestehen aus einem Steinpfeiler, dem „Haligi”, auf dem eine steinerne Halbkugel mit der flachen Seite nach oben, der „Tasa”, gesetzt wurde. Sie sehen aus wie Pilze mit umgedrehtem Hut. Die Latte-Steine sind zwischen einem halben und mehreren Metern hoch und wurden neben Stützpfeilern für die historischen Chamarro-Häuser auch als Grabsteine verwendet oder einfach, scheinbar wahllos, in der Gegend aufgestellt.

Rätselhafte Megalithen

Der Steinbruch in Rota ist der größte Fundort der Latte-Steine auf den Nördlichen Marianen, von denen manche aus dem Jahr 845 stammen und somit über 1.000 Jahre alt sind. Einige der Steinpfeiler sind bis zu 35 Tonnen schwer. Der mächtigste Megalith erreicht eine Höhe von knapp 8 Metern und wäre mit einer „Tasa” von 1,5 Metern Länge gekrönt, aus unerklärlichen Gründen wurde er jedoch nie aufgerichtet. Auffällig ist, dass der größte Latte-Stein in Rota einen knappen halben Meter höher ist als der höchste Stein im „House of Taga” auf der Insel Tinian. Dies lässt darauf schließen, dass zwischen den einzelnen Stämmen eine gewisse Rivalität herrschte, wer die höchsten Megalithen errichten konnte. Wie die Chamarro die Steinblöcke aus dem Steinbruch zu ihrem Bestimmungsort transportierten und sie dort dann aufrichteten, gibt den Forschern bis heute Rätsel auf.

Einige Theorien existieren natürlich, aber keine davon ist wissenschaftlich bewiesen. Der Legende nach soll der mythologische Häuptling Taga den Abbau der Latte-Steine im Steinbruch in Rota für seine Rota-Gemahlin begonnen haben. Er überlegte es sich jedoch anders und errichtete stattdessen sein Haus, das Haus von Taga, auf der Insel Tinian. Die Steine wurden von Geistern getragen. Andere wiederum schrieben Taga übermenschliche Kräfte zu, sodass er die Steine selbst tragen konnte.

Warum der Steinbruch scheinbar plötzlich verlassen wurde, konnte von der Forschung nicht begründet werden. Fakt ist, dass die Latte-Steine mittlerweile ein kulturelles Symbol der Chamarro-Identität darstellen und der Rota-Steinbruch damit zu einem wichtigen Teil der Geschichte der Nördlichen Marianen geworden ist.