Haus von Taga auf Tinian, Nördliche Marianen

Angeblich hat der Chamorro-Häuptling Taga auf der Insel Tinian mit übermenschlichen Kräften aus riesigen Latte-Steinen ein Haus gebaut, Nördliche Marianen - © CT Snow CC BY 2.0/Wiki
© CT Snow CC BY 2.0/Wiki

Aus über 1.000 Jahre alten Latte-Steinen wurde auf der Insel Tinian vom legendären Häuptling Taga das Fundament für sein Haus errichtet. Die mächtigen Megalithen, von denen einige heute noch aufrecht stehen, verströmen die mystische Aura uralter Chamorro-Kultur.

Das „Haus von Taga” befindet sich auf der kleinen südpazifischen Insel Tinian der Nördlichen Marianen. In der Nähe des San Jose Dorfes befindet sich die größte Latte-Stätte der Insel.

Latte-Steine?

Als Latte-Steine werden die mystischen Skulpturen des Chamorro-Volkes bezeichnet. Die Ureinwohner der Nördlichen Marianen und der Nachbarinseln Guams errichteten diese bis zu 8 Meter hohen Megalithen. Niemand weiß so genau warum, oder wie sie es schafften, diese Monster-Felsen aus dem Stein zu hauen, kilometerweit über Land und Wasser zu transportieren und dann vor Ort und Stelle auch noch aufzurichten. Die über 1.000 Jahre alten Steine bestehen aus einem Pfeiler, dem „Hagali”, gekrönt von einer flachen Halbkugel, dem „Tasa”. Sie sehen aus wie kolossale Pilze mit umgedrehtem Hut und hatten höchstwahrscheinlich als Stützpfeiler für die Chamorro-Häuser praktische Funktion, dienten jedoch auch religiösen Zwecken. Sie wurden als Grabsteine verwendet, aber auch scheinbar wahllos als Statuen auf den gesamten Inseln der Nördlichen Marianen sowie Guam aufgestellt.

Der Steinbruch, aus dem die Latte-Steine der Chamorro herausgehauen wurden, kann übrigens auf der Insel Rota besichtigt werden.

Entstehung des Hauses von Taga

Der Legende nach soll der mit übermenschlichen Kräften gesegnete Häuptling Taga im Taga-, oder As Nieves-Steinbruch in Rota mit dem Abbau der riesigen Megalithen begonnen haben, um für sich und seine Rota-Frau ein Haus zu bauen. Er änderte jedoch seine Meinung und baute stattdessen auf der Insel Tinian ein Haus, das Haus von Taga. Die riesigen Latte-Steine, die Fundamente des Hauses sind heute noch zu besichtigen, viele davon sind bereits umgefallen, aber einige wachen immer noch über die historische Stätte der antiken Chamorro-Kultur.

Die bis zu knapp 5 Meter hohen Latte-Steine verströmen noch heute eine mystische Aura über das Haus von Taga. Entdeckt wurde die Stätte im Jahr 1742 vom britischen Entdecker George Anson, zu seiner Zeit standen noch 12 der mächtigen Steine aufrecht. Forschern zufolge ist das Haus von Taga die zentrale Latte-Stätte von 18 weiteren Latte-Fundstellen auf Tinian.

Der Sage nach soll Häuptling Taga 12 Kinder gezeugt haben, seine Geschichte nahm jedoch ein trauriges Ende. Sein jüngster Sohn war stärker als er, worauf ihn Taga, rasend vor Wut, erschlug. Seine Frau starb an der Trauer und auch seine Kinder mussten nach und nach ihr Leben lassen. Seine jüngste Tochter trieb aus Wut und Trauer um ihre Geschwister einen Speer durch Tagas Herz und starb anschließend selbst an gebrochenem Herzen, als sie ihrer Tat gewahr wurde. Der Geist jedes der 12 Kinder war ab nun in den 12 verbleibenden noch aufrechten Steinen eingeschlossen. Ist auch der letzte Stein gefallen, soll Chief Taga wiederkehren.