Tjibaou Kulturzentrum, Neu-Kaledonien

Das Jean-Marie-Tjibaou-Cultural-Center auf Neu-Kaledonien wurden den typischen Häusern der Kanak-Kultur nachempfunden - © FannySchertzer CCBY-SA3.0/Wiki
© FannySchertzer CCBY-SA3.0/Wiki

Das Tjibaou Kulturzentrum in Neu-Kaledonien liegt auf der Hauptinsel Grande Terre auf der schmalen Halbinsel Tina. Das einem Kanakendorf nachempfundene mit modernster Technologie ausgestattete Bauwerk wurde zum Großteil aus natürlichen Materialien geschaffen und gilt als Meisterwerk des Architekten Renzo Piano.

Das Tjibaou Kulturzentrum in Neu-Kaledonien liegt auf der Hauptinsel Grande Terre auf der schmalen Halbinsel Tina. Seit 1998 fungiert das architektonisch auffällige Gebäude als Schauplatz kultureller Veranstaltungen der Kanaken, das melanesische Ureinwohnervolk Neu-Kaledoniens. Darüber hinaus wird es auch immer wieder als Ausstellungsraum, Konferenzsaal und Konzerthalle genutzt.

Errichtung des Tjibaou Kulturzentrums

Das Kulturzentrum wurde auf Gesuch von Neu-Kaledonien von der französischen Regierung erbaut. Es fungiert gleichzeitig als Erinnerung an Jean-Marie Tjibaou benannt, einem kanakischen Unabhängigkeitskämpfer, der 1989 ermordet wurde. Ihm zu Ehren wurde auch die Halbinsel Tina gewählt. Im Jahr 1975 veranstaltete Tjibaou hier das Kulturfestival „Melanesia 2000″. Die Förderung der Kanaken-Kultur sollte durch das Kulturzentrum weitergeführt werden.

Das Jean-Marie-Tjibaou-Cultural-Center auf Neu-Kaledonien wurden den typischen Häusern der Kanak-Kultur nachempfunden - © FannySchertzer CCBY-SA3.0/Wiki
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Entworfen wurde die außerordentliche Struktur des Gebäudes vom italienischen Architekten Renzo Piano, der unter anderem auch das Centre Pompidou in Paris designte. Das ungewöhnliche Erscheinungsbild des Tjibaou Kulturzentrums wurde einer traditionellen kanakischen Wohnhütte nachempfunden. Gemeinsam mit Ethnologen bemühte sich Piano, pazifische und moderne Architektur zu vereinen und das Kulturzentrum so authentisch wie möglich zu gestalten. Das Ergebnis lässt sich sehen. Es entstand eine einzigartige Architektur, bestehend aus einem flachen länglichen Gebäude, von dem aus sich zehn hölzerne schalenförmige Gebilde erheben. Die 20 bis 28 Meter hohen eiförmigen Holzkonstrukte stellen die Wohnhütten der Kanaks dar, ihre Vielzahl erinnert an ein weithin sichtbares, riesenhaftes Dorf der Kanaks. In seinem Fertigstellungsjahr 1998 nach 5jähriger Bauzeit brachte das Kulturzentrum seinem Architekten Renzo Piano die Ehre des Pritzker Preises ein.

Besuch des Tjibaou Kulturzentrums

Auf den knapp 8.000m2 dieses eindrucksvollen Bauwerks sind neben Ausstellungs- und Veranstaltungshallen auch eine Bibliothek, ein Auditorium, eine Mediathek und Arbeitsräume untergebracht. Auch Studios für die Ausübung von traditionellen Künsten, wie Malerei, Bildhauerei, Musik und Tanz stehen zur Verfügung. Jeder der zehn Pavillons hat dabei eine eigene Funktion, deren Größe von 63 bis zu 140m2 reicht. Das Innere des von außen so ursprünglich wirkenden Gebäudes, wurde mit modernster Technologie ausgestattet.

Das Tjibaou-Kulturzentrum wurde um Großteil aus natürlichen Materialien erbaut. Verwendet wurden Iroko-Holz, Kork, Bambus und in kleinen Teilen auch Stahl und Glas. Es liegt direkt an der Küste zur Südsee und fügt sich malerisch in das Naturschutzgebiet in der Umgebung ein. Umgeben von Strand, Seen und Mangrovenwäldern und, steht es für die kanakische Harmonie zwischen Mensch und Natur.