Petroglyphen, Neu-Kaledonien

In Neu-Kaledonien befinden sich über die gesamte Insel verstreut Unmengen von historischen Petroglyphen - © Dave Rock / Shutterstock
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In Neu-Kaledonien befinden sich über die gesamte Insel verstreut Unmengen von historischen Petroglyphen. Die Felsschnitzereien stellten meist geometrische Muster dar, die wichtigsten Fundstätten sind Col de Katiramona, Montfaoue und die Halbinsel Bogota.

In Neu-Kaledonien befinden sich über die gesamte Insel verstreut Unmengen von historischen Petroglyphen. Wer diese vielfältigen Schnitzereien in den Felsen Neu-Kaledoniens geschaffen hat, ist bis heute nicht geklärt, die Vermutung liegt natürlich bei den melanesischen Ureinwohnern. Über Sinn und Zweck der Petroglyphen haben Wissenschaftler bis heute ebenfalls noch keine Erklärung gefunden.

Das Alter der antiken Felsschnitzereien wird auf etwa 2.000 Jahre geschätzt, manche Angaben reichen noch weiter zurück. Die Darstellungen sind meistens geometrische Muster mit spiralförmigen, verschlungenen Linien, kreisförmigen blumenhaften Symbolen und umrahmten Kreuzen. Einige der Muster sind mit unseren Worten kaum zu beschreiben.

Bis zu 5cm tief wurden die kunstvollen Formen in den Stein geritzt, sie sind heute noch gut zu sehen. Marius Archambault, der „Große Entdecker” nannte Neu-Kaledonien „l’île des croix”, „Insel der Kreuze” aufgrund der vielen kreuzförmigen Motive, die über die gesamte Insel verstreut zu finden sind.

Mehr als 600 Beispiele der mysteriösen Felsschnitzereien in 140 verschiedenen Fundstätten wurden bereits entdeckt. Man muss die Steinritzungen nicht einmal wirklich suchen. Vor allem neben Flüssen wurden große Steine mit den geometrischen Mustern, von denen die meisten spiral- oder kreisförmig sind, verziert. Die üppige Vegetation und das dichte Unterholz Neu-Kaledoniens lassen vermuten, dass unter Pflanzen und Erdreich noch mehr steinerne Hinterlassenschaften aus den früheren Jahrtausenden zu finden sind.

Interessanterweise haben die Petroglyphen auf Neu-Kaledonien große Ähnlichkeit mit den europäischen Felszeichnungen aus der Jungsteinzeit, die in Spanien und Großbritannien gefunden wurden. Auch in Venezuela und auf der völlig abgeschiedenen Insel Hawaii wurden ähnliche Steinmuster entdeckt. Auffällig ist jedoch, dass im Gegensatz zu anderen Petroglyphen-Funden rund um den Erdball in Neu-Kaledonien kaum Menschen und Tiere abgebildet sind.

Wichtigste Stätten der Petroglyphen

Die bedeutendsten und meist besuchten Petroglyphen-Fundstätten befinden sich in Col de Katiramona, Montfaoue und auf der Halbinsel Bogota.

Col de Katiramona ist mit dem Auto von der neu-kaledonischen Hauptstadt Noumea aus mit dem Auto in etwa 20 Minuten zu erreichen. Entlang eines kleinen Baches sind drei Gruppen von Petroglyphen zu sehen.

Die wichtigste Fundstätte ist wohl Montfaoue bei Poya, wo auf einer Länge von nur 200 Metern über 150 spektakuläre Motive zu besichtigen sind. Sie wurden im Jahr 1947 von Routhier, dem Leiter einer geologischen Expedition, entdeckt.

Die Bogota Halbinsel liegt bei Canala, die Petroglyphen sind etwa 5km von der Küste Neu-Kaledoniens entfernt zu finden und stellen die weitläufigste Fundstätte an Felszeichnungen dar.

Einige der geschnitzten Felsblöcke wurden ins Museum von Neu-Kaledonien transportiert und sind dort Teil der Ausstellung.