Versammlungshaus Maneaba, Kiribati

Das so genannten Maneaba ist ein traditionelles Versammlungshaus auf pazifischen Inseln, Kiribati - © Tony Moran / Shutterstock
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Als Maneaba werden die traditionellen Versammlungshäuser bezeichnet, die sich in jedem Dorf im Südsee-Inselstaat Kiribati befinden. Die Bauweise dieser Mischung aus Halle und Festzelt wurde über Jahrhunderte überliefert und funktioniert damals wie heute ohne Schrauben und Nägel.

Das Maneaba, oder „mwaneaba” in einer aktuelleren Schreibweise, ist ein fixer Bestandteil der Kultur Kiribatis. Neben dem Langboot verkörpert es am besten die noch immer erhalten gebliebene historische Tradition der ehemaligen Gilbert-Islands.

Nutzung der Maneaba

Maneaba heißt wörtlich übersetzt so viel wie „Männerhaus” und bezeichnet ein traditionelles Versammlungshaus im Zentrum südpazifischer Dörfer. Es befindet sich auf der Westseite von Lagunen, die Ostseite ist den so genannten „Geisterhäusern” zur Ahnenverehrung vorbehalten. Die meisten Maneabas haben sowohl weltliche als auch sakrale Funktion und werden als Gemeindeamt, Besprechungszimmer, Veranstaltungszentrum, Theater und Kirche („Maneaba te Atua” = „Haus Gottes”) genutzt.

Je nach Region auf Kiribati ist die Nutzung des Maneabas leicht unterschiedlich. Im Norden des Inselstaates, der von Stämmen und deren Häuptlingen beherrscht wird, ist das Maneaba den Häuptlingen und ihren Kriegern vorbehalten – ein echtes Männerhaus also. Im Süden ist das Maneaba der Sitz des Weisen Rates, der von den Alten der verschiedenen Sippen gebildet wird, welche in strenger Sitzordnung über die Geschicke ihres Volkes entscheiden.

Aufbau einer Maneaba

Ein Maneaba ist meist rechteckig erbaut und erinnert durch seine Form an ein großes Zelt. Die ausgeklügelte Holzkonstruktion wird ganz ohne Nägel und Schrauben zusammengehalten. Die Stabilität bringen Kokosschnüre und hölzerne Stützpfosten oder Korallenkalksteine. Wie man ein Maneaba baut, wurde über Jahrhunderte überliefert, seine Errichtung ist mit speziellen Ritualen verbunden. Jedes Maneaba hat einen eigenen Namen, der in Zusammenhang mit der Geschichte der Gilbertesen und ihrer Mythologie steht.

Der bis zu 60 Meter lange Bau wird von einem großen, bis zu 12 Meter hohen Giebeldach vor Regen geschützt und ist in der Regel an seinen Seiten offen oder nur mit Tüchern verhängt, die sowohl Hitze als auch Wind abhalten und trotzdem für eine gute Durchlüftung sorgen. Die meisten Maneabas sind etwa 25 Meter lang und 14 Meter breit und schaffen damit in ihrem Inneren einen großen Versammlungsraum, der sowohl Festessen als auch Tanzvorführungen ermöglicht.

Neben diversen Festivitäten und kulturellen Versammlungen der Dorfbewohner dient das Maneaba auch als Lagerhaus und Hotel für Dorfgäste.

Im Museum „Te umanibong” in Bikenibeu kann ein echtes traditionelles Maneaba besichtigt werden. Auch das moderne Parlamentsgebäude „Maneaba ni Maungatabu” („Versammlungshaus für die Vollversammlung”) in Ambo ist in seiner Form einem traditionellen Maneaba nachempfunden. Es ist schließlich ebenfalls ein Ort, an dem sich wichtige Menschen versammeln.