Butaritari, Kiribati

Auf der traumhaften Insel Butaritari gibt es neben paradiesischen Buchten auch Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg zu besichtigen, Kiribati - © lidian / Shutterstock
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Butaritari ist Teil des pazifischen Inselstaates Kiribati. Als Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Amerikanern und Japanern gibt es neben der idyllischen Natur einer tropischen Insel auch einige Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg zu besichtigen.

Butaritari ist ein ringförmiges Atoll in der Südsee mitten im pazifischen Ozean. Als Teil der Gilbertinseln wird Butaritari politisch von Kiribati mitverwaltet.

Die nicht einmal 15km2große Insel Butaritari wird auch oft als Makin-Atoll bezeichnet. Das kommt daher, dass Butaritari während des Zweiten Weltkriegs im Pazifikkrieg vom amerikanischen Militär zum drei Kilometer entfernten Nachbaratoll Makin gezählt wurde, welches damals noch Makin Meang („Klein-Makin”) genannt wurde. Das wunderbare Eiland in der Südsee wurde Anfang des 17. Jahrhunderts das erste Mal vom portugiesischen Entdecker Pedro Fernàndez de Quirós entdeckt, 1788 erforschten die beiden Kapitäne John Marshall und Thomas Gilbert das Gebiet. Nach ihnen wurden die Marshall- und Gilbertinseln in der Nähe benannt.

Der Zweite Weltkrieg auf Butaritari

Im Zweiten Weltkrieg war Butaritari das erste Atoll, auf dem Japaner und US-Amerikaner aufeinander trafen. 1941 besetzten die Japaner im Pazifikkrieg Butaritari und wollten die Bevölkerung von der britischen Kolonialmacht befreien und das Eiland zur Selbstverwaltung unter Japan verpflichten. Die damals etwa 1800 Einwohner waren von dieser Idee gar nicht begeistert. 1942 fielen die Amerikaner ein und brachten Butaritari rasch in ihre Gewalt, zogen jedoch gleich am nächsten Tag wieder ab, wodurch Butaritari erneut japanisch wurde. Zwei Jahre später in der blutigen Schlacht um die Gilbertinseln, die mit hohen Verlusten der Japaner einher ging, gingen die Amerikaner wieder siegreich hervor und nutzten Butaritari ab sofort als Luftwaffenstützpunkt für Angriffe auf die Marshallinseln. Nach diesen kriegerischen Auseinandersetzungen kehrte auf der kleinen Insel im Pazifik wieder Ruhe ein.

Die Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs sind heute noch in Form von Relikten auf Butaritari vorhanden. So können zum Beispiel der Waffenstützpunkte der Japaner und Amerikaner besichtigt werden und in Ukiangang sind noch Bunker, Landestege und Kriegsflugzeuge zu besichtigen. Vor der Küste Btaristaris liegen einige Kriegsschiffe in ihrem nassen Grab.

Magie auf Butaritari

Neben den kriegerischen Zeugen der Vergangenheit gibt es auch einige religiöser Herkunft. Kulturelle Schreine wurden auf Butaritari errichtet, mit denen Wale und Delfine gerufen und an Land gelockt werden konnten. In Kaobunang und Kuma sind sie heute noch zu sehen. Es wird ja gemunkelt, dass auf Butaritari sehr erfolgreich schwarze Magie praktiziert wird. Traditionell hinterlässt man am ersten Tag seiner Ankunft auf Buritari eine kleine Gabe bei einem Schrein, meist eine Zigarette.

Besuch von Butaritari

Butaritari hat einen eigenen kleinen Flughafen, der dreimal wöchentlich von der Air Kiribati und von der Coral Sun Airways angeflogen wird. Aufgrund seiner tiefen fast 200km2 großen Lagune ist Butaritari eines der wenigen Atolle Kiribatis, das auch mit größeren Schiffen angesteuert werden kann. Butaritari gilt trotz des geringen Niederschlags als das grünste Atoll von Kiribati. Bedeckt von dichter Vegetation können Bananen und Kürbisse sogar exportiert werden.

Urlauber auf Butaritari können sich nicht nur der Natur dieses faszinierenden tropischen Eilands erfreuen, sondern auch spektakuläre Unterwasserwelten erkunden. Einige leicht zu erreichende Korallenriffe bieten atemberaubende Einblicke in die farbenprächtige Welt der tropischen Fische des Pazifiks. Zum Schwimmen und Baden eignet sich vor allem die große Lagune, die durch den regen Austausch mit dem offenen Meer für eine angenehm kühle Erfrischung sorgt. Die weitläufigen paradiesischen Strände eignen sich perfekt für romantische Spaziergänge bei Sonnenuntergang oder im Mondschein.

Die Einwohner Butaritaris leben immer noch ihre ursprüngliche Kultur und lassen Fremde gerne daran teilhaben. Ob traditionelle Tänze, Festessen oder das riesige Bankett nach der Eröffnung eines neuen Maneaba, des zentralen Versammlungshauses, eine Teilnahme am bunten Alltag der Gilbertesen ist bestimmt möglich.

Lokale Berühmtheit: Butaritari war einst Wahlheimat des schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson, Autor des beliebten Kinderbuchs „Die Schatzinsel”.