Plaza de España in Hagåtña, Guam

Das Chocolate House ist noch das intakteste Gebäude im Plaza de España in Guam, der einstigen Residenz des spanischen Gouverneurs - © IZO / Shutterstock
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Der Plaza de España in Hagåtña war im Lauf der Geschichte Sitz der jeweiligen Herrscher über die Südsee-Insel Guam. Die amtierenden Gouverneure von Guam werden heute noch hier angelobt.

Der Plaza de España liegt im Zentrum von Hagåtña, der Hauptstadt der US-amerikanischen Südsee-Insel Guam. Der „Platz der Spanier” erinnert heute noch an die einstige spanische Herrschaft von Guam.


Kampf der Mächte um Guam

1668 wurde die kleine Insel im Pazifik vom Königreich Spanien in Besitz genommen. Im Spanisch-Amerikanischen Krieg Ende des 19. Jahrhunderts besetzten die Amerikaner Guam, das im Jahr 1898 von den Spaniern widerstandslos übergeben wurde. Guam blieb bis in den Zweiten Weltkrieg unter US-amerikanischer Herrschaft. Am 10. Dezember 1941, nur zwei Tage nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour, eroberten die Japaner Guam und hielten die Insel bis zur Rückeroberung durch die USA im August 1944.


 

Der Plaza de España wurde im Jahr 1669, ein Jahr nach der Landung der Spanier auf Guam, erstmals bebaut. Hier befand sich einst die Residenz des spanischen Gouverneurs. In der Schlacht um Guam zwischen den USA und Japan im Jahr 1944 wurde ein Großteil der Bauten zerstört, einige Gebäude sind jedoch halbwegs erhalten geblieben.

Der Gouverneurspalast wurde 1944 als Zentrum der japanischen Besatzung völlig zerstört, lediglich einige Grundmauern des „Casa Gobierno” lassen seinen einstigen Standort erahnen. Das zweistöckige Gebäude stammte noch von den Spaniern aus dem Jahr 1885. Das Erdgeschoß wurde unter der neuen amerikanischen Herrschaft vom Lagerraum zum Büro umfunktioniert. Im ersten Stock residierte nach wie vor der amtierende Gouverneur mit seiner Familie, die Dienerschaft war im hinteren Teil des Palastes untergebracht.

Von der Azotea, der Terrasse am Plaza de España in Guam, sind noch drei steinerne Bögen übriggeblieben, die etwas verloren inmitten der grünen Rasenfläche stehen - © IZO / Shutterstock
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Von der Azotea, der Terrasse des Gouverneurspalastes, sind noch drei steinerne Bögen übriggeblieben, die etwas verloren inmitten der grünen Rasenfläche stehen. Am besten erhalten sind das Arsenal, in dem einst Vorräte, Waffen und Werkzeuge aufbewahrt wurden, und das so genannte Chocolate House, ein kreisrunder Bau mit schneeweißen Mauern und roten Dachziegeln.

Unter amerikanischer Herrschaft wurden am Plaza de España sogar ein Baseballfeld und ein Badminton-Platz angelegt. Am ehemaligen Baseballfeld steht heute ein Kiosk.

Um die historische Bedeutung des Plaza de Espana für Guam zu betonen, werden hier auch heute noch die neuen Gouverneure von Guam angelobt.