Heilige Höhlen von Naihehe auf Vite Levu, Fidschi

Die Heiligen Höhlen von Naihehe galten für die Ureinwohner Fidschis nicht nur als spiritueller Ort, sondern auch als Versteck vor den einfallenden Eroberern - © Totajla / Shutterstock
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Die heiligen Höhlen von Naihehe befinden sich auf dem Eiland Vite Levu, einer der Hauptinseln des pazifischen Inselstaates Fidschi. Sie zählen zu den bedeutendsten historischen Stätten Fidschis und waren einst Zuflucht für einen der letzten Stämme der Insel vor den einfallenden Eroberern.

Die heiligen Höhlen von Naihehe befinden sich auf dem Eiland Vite Levu, einer der Hauptinseln des pazifischen Inselstaates Fidschi. Sie liegen tief im malerischen Sigatoka-Tal, welches sich an der Westküste befindet, die auch Korallenküste genannt wird.

Die Naihehe-Höhlen waren einst spiritueller Ort und später auch Wohnstätte der Sautabu, eines der letzten heidnischen Stämme Fidschis. Über Jahrhunderte wurden hier Vorfahren verehrt, Normalsterbliche und nicht Stammeszugehörige hatten zu den geheiligten Hallen keinen Zutritt. Wer es trotzdem ohne die Erlaubnis des Bete (Priesters) versuchte, blieb der Legende nach in der Höhle stecken.

Außerdem wurden in den Naihehe-Höhlen die Mahlzeiten zubereitet, der Stamm war dem Kannibalismus nämlich nicht abgeneigt. Vielleicht deshalb auch der Name der Höhle Naihehe: „Ein Ort, um verloren zu gehen….”

Heute sind die Naihehe-Höhlen vollkommen sicher und ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Sie zählen zu Fidschis wichtigsten Sehenswürdigkeiten und den bedeutendsten historischen Stätten des Inselstaates.

Heiliger Ort und Festung Naihehe

Zur Zeit des Kolonialismus in Fidschi fungierten die Höhlen für die Sautabu nicht mehr nur als spiritueller Ort, sondern auch als Zuflucht vor den einfallenden Eroberern. Die Naihehe-Höhlen wirkten aufgrund ihres engen Eingangs wie eine natürlich Festung und konnten relativ lange erfolgreich gegen Eindringlinge verteidigt werden. Überreste der damaligen Besiedlung sind heute noch zu sehen.

Hauptattraktionen der heiligen Höhlen von Naihehe sind die Priesterkammer, der Heilige Teich und die Kathedralenhöhle. In der Priesterkammer sind heute noch die Plattform und der Ofen zu sehen, mit Hilfe derer die grausamen Mahlzeiten des Stammes zubereitet wurden. Die Kathedralenkammer war von wildem Wein bewachsen, über die die Sautabu zu zwei Öffnungen in der Decke gelangen und Verpflegung besorgen konnten. Die beiden Fluchtwege sind mittlerweile durch Erosion verschüttet und mit Pflanzen überwuchert. Der Heilige Teich versorgte den Stamm mit Trinkwasser und Fischen.

Die Höhle blieb von den Kolonialmächten des Westens lange unentdeckt. Erst einem britischen Missionar, der die Haiden Fidschis zum Christentum bekehren wollte, gelang es, einigen Ureinwohnern zu folgen, die ihn zu ihrem Versteck in den Naihehe-Höhlen führten. Als der Häuptling Na Kalevu sich schließlich zum Christentum bekehren ließ, folgten auch bald alle anderen Stammesangehörigen, ob freiwillig oder unfreiwillig sei dahingestellt.

Auch heute haben die heiligen Höhlen von Naihehe nichts von ihrer einstigen Spiritualität verloren. Einige Bewohner Fidschis besuchen sie nach wie vor, um ihren Ahnen zu gedenken.

Neben den Relikten des kannibalischen Stammes sind die Naihehe-Höhlen durch ihre natürlichen spektakulären Felsformationen bekannt. Außerhalb der Naihehe-Höhlen sind die landwirtschaftlichen Nutzflächen in einem einzigartig geformten Tal zu besichtigen. Die so genannte „Salad Bowl”, „Salatschüssel” hat durch die umliegenden sanften grünen Hügel tatsächlich die Form einer Schüssel. An ihrem Grund werden allerlei Lebensmittel angebaut, die zum Großteil auf Märkten verkauft werden.