Whanganui Nationalpark, Neuseeland

Der Whanganui ist eine beliebte Route für Paddler und Naturliebhaber, um die faszinierenden Wälder des Whanganui-Nationalparks zu erkunden, Neuseeland - © FRASHO / franks-travelbox
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Einst wichtige Verkehrsader von Neuseelands Nordinsel ist der Fluss Whanganui heute eine beliebte Route für Paddler und Naturliebhaber, um die faszinierenden Wälder des Whanganui-Nationalparks zu erkunden.

Mit 329 Kilometern ist der Whanganui auf der Nordinsel der drittlängste und längste schiffbare Fluss Neuseelands. An seinen Ufern erstrecken sich zwei der schönsten Nationalparks des Landes, der Whanganui- und der Tongariro-Nationalpark.

BILDER: Whanganui Nationalpark

 

Schon die Maori nutzten den Whanganui als ergiebigen Fischgrund und Transportweg, mit der Kolonisation der Europäer hielten alsbald Raddampfer auf dem dunklen aber klaren Gewässer Einzug. Im frühen 20. Jahrhundert avancierte die „River Road“ zur Touristenattraktion. Straßen und Brücken wurden gebaut und an den Hängen des Flusses wuchsen Villen betuchter Europäer aus dem Boden. Doch in den folgenden Jahrzehnten blieben die Touristen aus, der Verkehr verlagerte sich auf Straße und Schiene, die Bewohner siedelten ab und ließen das Gebiet verwaist zurück. Die Vegetation eroberte die kultivierten Flächen im Nu wieder zurück und so entstand eine der schönsten Naturlandschaften Neuseelands. Seit 1986 stehen knapp 725km2 davon unter Naturschutz.

Nachdem die Menschen wieder abgesiedelt waren entstand auf dem Gebiet des heutigen Whanganui-Nationalparks eine der schönsten Naturlandschaften Neuseelands - © FRASHO / franks-travelbox
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Zauberhafte Urwälder im Whanganui Nationalpark

Neben dem Whanganui sind die unberührten Wälder das zweite Highlight des Nationalparks. Nirgendwo sonst auf der Nordinsel Neuseelands findet man ein geschlossenes Waldgebiet dieser Größe.

 Nirgendwo sonst auf der Nordinsel Neuseelands findet man ein geschlossenes Waldgebiet dieser Größe, wie im Whanganui-Nationalpark - © FRASHO / franks-travelbox
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Die üppige Vegetation besteht aus Baumfarnen, Moosen, Flechten, Schachtelhalmen und Laubbäumen mit mystischen Namen, wie Podocarpaceen, Tawa, Kahami, Rimu oder Kowai. Ebenso wie die Bäume haben auch einige Vogelarten die europäische Kolonisation überlebt und ähnlich fremdartig blieben ihre Bezeichnungen. Halten Sie auf dem Weg durch die Wälder von Whanganui also Ausschau nach dem stolzen Kaka, dem eleganten Karearea, dem schillernden Tui oder den winzigen Riroriros, Miromiros und Toutouwais, die die Luft mit ihrem melodischen Gesang erfüllen.

Der schillernde Tui hat einer neuseeländischen Biermarke seinen Namen gegeben und wurde in Neuseeland 2005 erster Vogel des Jahres - © tiire / Shutterstock
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Weitwanderwege im Whanganui-Nationalpark

Durch den Whanganui-Nationalpark führen zahlreiche Wanderwege, die sich bis auf Touren von 5 Tagen ausdehnen lassen. Zu den schönsten Wanderungen im Whanganui-Nationalpark zählen der eintägige Atene Skyline Track, der Kaiwhakuru Track, die Whanganui River Journey, der Mangapura Track und der Matemateaonga Track.

Tipp: Die Whanganui River Journey ist der einzige „Great Walk“ Neuseelands, der an einem Fluss entlang führt und kann mit einer empfehlenswerten Übernachtung im traditionellen Maori-Dorf Pa Tieke Kainga verbunden werden.

Alle Wege können mit Bootsfahrten auf dem Fluss kombiniert werden. Es gibt im Nationalpark übrigens kaum Infrastruktur, lediglich der Matemateaonga Track führt von Hütte zu Hütte.

Tipp: Wer in der Hochsaison von Oktober bis April auf einer Hütte übernachten möchte, sollte sich beim Department of Conservation bereits im Voraus einen Schlafplatz sichern.

Raften am Whanganui

Die meisten Kajak-, Paddel- und Kanu-Safaris starten in Taumarunui. Obwohl bis nach Pipiriki rund 200 Stromschnellen liegen, ist kaum eine höher als einen Meter. Der Whanganui präsentiert sich also als idealer Anfängerfluss. Wer es eilig hat, kann auch das Speedboat nehmen. Entlang des Flusses stehen auch ausreichend Hütten und Camping-Plätze zur Verfügung, die vom Department of Conservation betrieben werden.

River Road

Der Fluss kann jedoch auch bequem mit dem Auto erkundet werden. Von Whanganui nach Pipiriki führt die so genannte River Road auf einer Strecke von 77km immer am Fluss entlang. Von der teils sehr schmalen, kurvigen Straße tun sich spektakuläre Ausblicke über den Whanganui auf. Besonders schön ist die Landschaft am Morgen, wenn der Dunst aus dem Fluss die grünen Hügel noch in wallende Nebelschwaden hüllt.

Besonders schön ist der Blick von der River Road am Morgen, wenn der Dunst aus dem Whanganui die grünen Hügel noch in wallende Nebelschwaden hüllt, Neuseeland - © FRASHO / franks-travelbox
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Die oft enge und unübersichtliche Strecke ist bis nach Koriniti asphaltiert und geht dann in eine Piste über, die bis nach Pipiriki führt. Der Endpunkt der River Road ist gleichzeitig der Startpunkt für verschiedene Bootstouren auf dem Whanganui, zum Beispiel zur faszinierenden „Bridge to Nowhere“, einem Überbleibsel aus der versuchten Erschließung in der Zwischenkriegszeit.

Besuch der Maori-Dörfer an der River Road

Geführte Touren auf der River Road führen abseits des Weges in verschiedene interessante Maori-Dörfer. Eines davon ist Koriniti, welches inklusive Kirche, mit traditionellen Schnitzereien geschmückter Häuser und dreier Marae (neuseeländische Versammlungshäuser) Ende des 19. Jahrhunderts von der anderen Flussseite an die Straße übersiedelt wurde. Ebenso wie in Atene, Ranana und Hiruharama kann hier das geruhsame Leben der Dorfbewohner nachvollzogen werden.

Weiterführende Links:

Infos zum Whanganui-Nationalpark vom neuseeländischen Department of Conservation (englisch)