Marlborough Sounds, Neuseeland

Die Inseln und Meeresarme der Marlborough Sounds im Norden der Südinsel gehören zu den faszinierendsten Landschaftsformen Neuseelands - © FRASHO / franks-travelbox
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Die unzähligen Inseln und Meeresarme der Marlborough Sounds im Norden von Neuseelands Südinsel können hauptsächlich mit dem Boot erkundet werden und gehören zu den faszinierendsten Landschaftsformen des Landes.

Die Marlborough Sounds bestehen aus unzähligen Inseln, Halbinseln, Buchten, Meeresarmen und Landzungen und machen aus der nördlichen Spitze von Neuseelands Südinsel eine faszinierend zerfurchte Landschaft.

BILDER: Marlborough Sounds

 

Eine Maori-Legende erzählt, dass Kupe, der Entdecker von Neuseeland einst im Kampf gegen einen Riesen-Oktopus seine Hand zur Südinsel gestreckt haben und mit seinen Fingern tiefe Furchen in der Küste hinterlassen haben soll. Tatsächlich sind die Marlborough Sounds durch unregelmäßige Erdbewegungen entstanden und können daher genau genommen auch nicht als Fjorde bezeichnet werden (diese werden nämlich von Gletschern geformt).

Auf den insgesamt 1.400 Kilometern Küstenlinie der Marlborough Sounds sind hin und wieder Häuser auszumachen, Neuseeland - © FRASHO / franks-travelbox
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Auf den insgesamt 1.400 Kilometern Küstenlinie zwischen der Tasman Bay und der Cloudy Bay sind hin und wieder Häuser auszumachen, die nur per Boot oder auf Allrad-Pisten zu erreichen sind. Straßen und Infrastruktur gibt es kaum in den Marlborough Sounds und so beschränkt sich das Leben dort auf Aussteiger, Eigenbrötler und Touristen, die die traumhafte Landschaft genießen.

Für die Natur ist die dünne Besiedlung ein Segen. Auf zahlreichen geschützten Inseln ziehen Kiwis von Landraubtieren ungestört ihre Jungen auf und in den Gewässern leben Delfine, Pinguine und Seehunde.

Reise durch die Marlborough Sounds

Touristisches Zentrum und beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge durch die Marlborough Sounds sind die Hafenorte Picton und Havelock direkt an der Nordküste der Südinsel. Wer mit der Fähre von der Nordinsel kommt, erreicht Picton über den Queen Charlotte Sound, jenem mit der – verhältnismäßig – am dichtesten besiedelten Küstenlinie.

BILDER: Picton und Queen Charlotte Sound

 

An der Einfahrt zum Queen Charlotte Sound wurde in der Ship Cove auf Motuara-Island – heute ein Vogelschutzgebiet – im Jahr 1770 von Thomas Cook das erste Mal die britische Flagge gehisst und damit die Kolonialisierung von Neuseeland eingeleitet.

Tipp: Bereits auf der Fähre befindet sich ein Tourismusschalter, bei dem Unterkünfte und Ausflüge in den Marlborough Sounds gebucht werden können.

Erkundung des Queen Charlotte Sound

Neben der ersten Durchfahrt mit der Fähre bieten Wassertaxis und Ausflugsboote Erkundungstrips in die idyllischen Buchten des Queen Charlotte Sound an. Daneben tummeln sich auch Kajaks, Segelboote und winzige Motorboote auf der glitzernden Wasseroberfläche. Zu Land lässt sich der Queen Charlotte Sound auf dem Queen Charlotte Walkway oder dem Queen Charlotte Drive erkunden, der im 35km entfernten Havelock endet.

Mit dem Postboot durch den Pelorus Sound

In Havelock wartet die nächste Attraktion der Marlborough Sounds. Mit höheren Bergen, tieferen Schneisen und weniger Verkehr ist der abgelegenere Pelorus Sound noch eindrucksvoller als der Queen Charlotte Sound. Der Küstenort war einst Holzfällerzentrum, lebt heute aber vor allem von Muschelfarmen und den Touristen. Seit 1876 ist in Havelock das Postamt der Region angesiedelt, das historische Gebäude aus Kauriholz kann heute noch besichtigt werden.

Mit dem Postboot gelangen auch Touristen in die entlegensten Winkel des Insel- und Buchten-Labyrinths des Pelorus Sound, Neuseeland - © FRASHO / franks-travelbox
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Eng verbunden mit der Post ist die Erkundung des an Havelock anschließenden Pelorus Sound, denn diese erfolgt mit dem Postboot in die entlegensten Winkel des Insel- und Buchten-Labyrinths. Kein Wunder – die Wohnhäuser hier liegen entweder 2 Tagesmärsche oder 20 Bootsminuten auseinander. Die Post wird in den Marlborough Sounds von Privatpersonen ausgeliefert, die neben Briefen und Paketen auch gleich Lebensmittel, Medikamente, Tiere, Ersatzteile und eben Touristen transportieren.

Von Havelock legen auch die Boote in die Kaiuma Bay ab, wo der Nydia Track startet. Mit 27 Kilometern ist er nicht ganz so lange wie der Queen Charlotte Walkway und kann von motivierten Wanderern auch in einem Tag gegangen werden.

Der Nydia Track in den Marlborough Sounds kann von motivierten Wanderern auch in einem Tag gegangen werden, Neuseeland - © FRASHO / franks-travelbox
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Einsamkeit auf D’Urville Island

Je weiter draußen, desto ruhiger und einsame wird es in den Marlborough Sounds. Zu den am wenigsten bevölkerten Inseln zählt D’Urville Island im Nordwesten, die über die kaum frequentierte Straße zum French Pass erreicht werden kann. Ein Wassertaxi bringt überwiegend Wanderer und Mountainbiker über die gefährliche, nur 800m breite Meerenge. Völlig ohne Menschen, da streng geschützt, liegt die Vogelinsel Stephens Island noch weiter nördlich von D’Urville Island.

Pelorus Bridge Scenic Reserve

Nach Havelock lohnt sich ein Zwischenstopp in bei der Pelorus Bridge. Hier hat der Fluss zahlreiche natürliche Wannen und Pools gebildet hat, in denen es sich (in relativ kaltem Wasser) hervorragend baden lässt. Durch das umgebende Naturschutzgebiet führen außerdem einige kurze, aber gut ausgebaute Wanderwege.

Weiterführende Links:

Fahrzeiten und Preise der Interislander Fähren von Wellington nach Picton
Touren durch den Queen Charlotte Sound (englisch)